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Wie geht's mit den Teilort-Schulen weiter?

Mit dieser Frage beschäftigten sich Verwaltung und Gemeinderat seit geraumer Zeit. Ob langfristig alle Standorte erhalten bleiben, ist offen. Auf dem Weg zu einer Entscheidung spielen auch nackte Zahlen eine Rolle.

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Unterricht an der Grundschule Burgberg im Jahr 2013. Damals gab es mitunter noch größere Klassen als jetzt. Für das kommende Schuljahr liegen bislang nur zwei Anmeldungen für die erste Klasse vor.  Foto: 

Aufhorchen lässt dabei die Zahl zwei. So viele Erstklässler-Anmeldungen liegen derzeit für Burgberg vor. „Das ist natürlich ein Schlag ins Gesicht und nicht besonders motivierend für unsere Arbeit“, sagt Robert Balaton, Vorsitzender des Fördervereins der Grundschule Burgberg. Viele Ehrenamtliche engagieren sich an der örtlichen Bildungsanstalt, indem sie beispielsweise die Kinder beim Mittagstisch versorgen und bei den Hausaufgaben helfen.

Ernüchterung ist eingezogen, als klar wurde, dass bislang nur zwei Anmeldungen für die Klassenstufe eins im kommenden Schuljahr vorliegen. Das war so nicht abzusehen, denn im Schulbezirk gibt es eigentlich zehn Kinder, die im September eingeschult werden.

„Das ist noch nicht die endgültige Zahl. Das ändert sich noch“, sagt Ulrike Barth, Rektorin der Grundschule Burgberg. Die Tatsache, dass acht Kinder, mit denen man eigentlich für die kommende Burgberger Klassenstufe eins hätte rechnen können, an einem anderen Ort eingeschult werden, nennt Barth allerdings „bedauerlich“.

Unseren Informationen zufolge wird ein Teil der Kinder im benachbarten Hermaringen angemeldet, nachdem das Schulamt dafür grünes Licht gegeben hatte.

„Wir schaffen hier sehr gute Voraussetzungen und haben auch eine hohe Qualität“, so die Rektorin von derzeit 37 Schülern. Sieben Kinder werden die Grundschule im Sommer Richtung weiterführende Schulen verlassen. Kommen zwei (oder wenige mehr) Kinder hinzu, wird sich die Gesamtzahl der Schüler also leicht verringern.

In Burgberg muss man auch im kommenden Jahr auf Kombi-Klassen setzen, zumal in der jetzigen Klassenstufe eins auch nur drei Kinder unterrichtet werden.

Die Zahlen kommen eigentlich zu keinem guten Zeitpunkt, befinden sich Verwaltung und Gemeinderat derzeit in einem Findungsprozess, der letztlich in eine Entscheidung münden soll. „Wir können uns zwei halbleere Schulen nicht leisten“, sagte Oberbürgermeister Gerrit Elser im März zur Situation in Hürben und Burgberg, und forderte, dass der Gemeinderat eine Entscheidung treffen müsse. Klar ist aber auch: Wird beschlossen, einen Standort aufzugeben, wird dies nicht von heute auf morgen geschehen.

Der Leiter des Staatlichen Schulamts, Jörg Hofrichter, der in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates einen Vortrag zur Schule der Zukunft hielt (Bericht folgt), versicherte, dass die Behörde bei kleinen Schulen nicht einschreite, solange die Kommune keine Schließung wünsche. „Wir versuchen, die kleinen Schulen so gut als möglich zu erhalten und zu versorgen. Dort wird sehr gute Arbeit geleistet“, so Hofrichter, speziell auf Burgberg und Hürben angesprochen. „Wir rütteln nicht an den Standorten. Allerdings kann es bei kleinen Einheiten im Vergleich schneller zu Problemen kommen, etwa wenn Lehrkräfte ausfallen“, so der Schulamtsleiter. Ersatz zu finden, sei derzeit äußerst schwierig. Handeln sei jedoch dann erforderlich, wenn die Zahl der Schüler auf 15 oder weniger sinke. Um eine Klasse zu bilden, müssten 16 Schüler vorhanden sein. Diese können dann auch in der Kombinations-Klasse über alle vier Stufen hinweg unterrichtet werden.

Während in Burgberg nach derzeitigem Stand zwei Anmeldungen vorliegen und in Hürben neun künftige Erstklässler gemeldet sind, liegen in Hohenmemmingen 18 Anmeldungen vor; an der Lina-Hähnle-Schule wurden 31, an der Bergschule 34 Kinder angemeldet. In der Bühlschule werden 2016/17 etwa 70 Kinder die ersten Klassen besuchen.

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