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Verkehrskonzept: Von Parkplatzsuche bis Verkehrsrowdys

Einen zweiten Rundgang durch die Innenstadt im Rahmen des neuen Verkehrskonzepts gab's am Mittwochnachmittag – mit zum Teil anderen Schwerpunkten als bei der ersten Runde.

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  • Eine der Stellen, die für Fußgänger wegen des Pkw-Verkehrs nicht ungefährlich sind: die Kreuzung beim Schlüssel im unteren Bereich der Marktstraße. 1/2
    Eine der Stellen, die für Fußgänger wegen des Pkw-Verkehrs nicht ungefährlich sind: die Kreuzung beim Schlüssel im unteren Bereich der Marktstraße. Foto: 
  • Die Durchfahrt des Stadtbusses verdeutlichte, wie problematisch Begegnungsverkehr in der Langen Straße wäre. 2/2
    Die Durchfahrt des Stadtbusses verdeutlichte, wie problematisch Begegnungsverkehr in der Langen Straße wäre.
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Aufs Neue zeigte sich, dass sogar bei anscheinend vertrauten Ecken und Winkeln in der Stadt ein neuer Eindruck entsteht, sieht man sich die Verhältnisse direkt vor Ort an.

Nachdem vor knapp zwei Wochen rund 40 Personen einige kritische Punkte im innerstädtischen Verkehr in Augenschein genommen hatten, war es diesmal ein kleineres Grüppchen mit Vertretern aus Verwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft und Anwohnern, das allerdings bereits an den besuchten Punkten rege diskutierte.

Lange Straße ist ungeeignet für Gegenverkehr

Verdeutlicht wurde zum einen, was sich schon bei der ersten Runde angedeutet hatte, dass die Lange Straße ungeeignet ist für Begegnungsverkehr. Allein schon eine Engstelle von 50 Metern spreche dagegen, sagte Oberbürgermeister Gerrit Elser – die besonders eindrücklich wirkte, als der Stadtbus durchfuhr. Anwohner gaben zudem zu bedenken, dass es auch einen erheblichen Einmündungs- und Querverkehr in die Lange Straße gebe, was, wenn dort rauf und runter gefahren würde, überaus lästige Stockungen und Staus zur Folge hätte. „Keine gute Lösung!“, sagte ein Anwohner.

OB Elser sagte, auch wenn's für das Gesamtsystem des Innenstadtverkehrs eine denkbare Idee sei, sehe die Realität doch anders aus. Stadtplaner Günther Ingold verteidigte dennoch diese überraschende Planungsidee, mit der niemand gerechnet habe. Denn sie habe doch Diskussionen angeregt, was dem gesamten Prozess nur gut tue.

Sicherheit der Fußgänger lässt zu wünschen übrig

Ein Schwerpunkt des Rundgangs war das Thema Sicherheit der Fußgänger in der Innenstadt – einige Stellen, das wurde deutlich, lassen hierbei Wünsche offen. Im oberen Bereich der Marktstraße etwa, wo sich Pkw aus der Parkplatzsuche, ein- und ausparkende Fahrzeuge sowie Fußgänger bewegen, und wo die Frage auftaucht, wie man mit diesem Bereich umgeht – ob schließen oder für den Verkehr offenlassen. Die Meinung hierzu sei unter den am Prozess Beteiligten „unentschieden“, sagte Stadtplaner Ingold, der Gemeinderat habe eine schwierige Entscheidung zu fällen. Nicht einfach für Fußgänger ist es auch im unteren Bereich der Marktstraße beim Gasthaus Schlüssel, wo von der Kreuzung her einerseits ein barrierefreier Zugang für Passanten mit Rollator oder Kinderwagen in die Fußgängerzone bestehe, wo aber aufgrund querender Fahrzeuge Unübersichtlichkeit herrsche.

Dass in vielen Fällen in der Innenstadt auch einfach zu schnell gefahren werde, stellten nicht nur die Anwohner der Langen Straße fest. Diese Straße werde häufig nur als ampelfreie Durchgangsstraße in Richtung Ried genutzt, mit oftmals entsprechend flottem Tempo. Stadtplaner Ingold sagte, man stelle seitens der Verwaltung verstärkt Rücksichtslosigkeiten beim Verkehrsverhalten der Autofahrer und einer Missachtung der Verkehrsregeln fest. Beispielhaft nannte er die Memminger Torstraße, eigentlich eine Fußgängerzone, die von Autofahrern genutzt werde, um die Postagentur zu erreichen, und um dann vorschriftswidrig am Café Hemingway vorbei zum Memminger Torplatz zu gelangen.

Parkmöglichkeiten werden unterschiedlich genutzt

Schließlich wurde das Thema Parken in der Innenstadt besprochen, wobei OB Elser zwischen Einheimischen, die die Verhältnisse kennen und ein entsprechendes Suchverhalten praktizieren, und Auswärtigen, die dies nicht tun, unterschied. Man beobachte, dass Parkmöglichkeiten gänzlich unterschiedlich genutzt würden. Bei den Parkplätzen im südlichen Bereich der Innenstadt (die Färberstraße etwa) hätten vor allem Auswärtige das Gefühl, sie würden sich von der Innenstadt weg bewegen, und müssen zudem von der Marktstraße bergab fahren.

Auch stelle man fest, dass das Parkhaus in der Langen Straße oft alles andere als rappelvoll sei. Man habe dort offenbar nicht das Gefühl, sich im Zentrum der Stadt zu befinden, vermutet Elser. Seiner Meinung nach wäre als wichtige Ergänzung der Verkehrskonzeption eine Parkleitung für die bestehenden Parkplätze sinnvoll, auch um den Suchverkehr zu minimieren. „Autofahren ist ja kein Selbstzweck.“

Info Am Freitag, 11. Oktober, findet ab 14 Uhr (Treffpunkt Rathaus) eine Rundfahrt mit dem Stadtbus statt. Kritische Punkte des Verkehrskonzepts sollen aus Sicht des öffentlichen Verkehrs unter die Lupe genommen werden. Interessierte können kostenlos mitfahren.
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