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Tom Beck: Für den die Frauen kreischen

Kreisch! Aus Sicht des überwiegend weiblichen und größtenteils jugendlichen Publikums wäre damit genug gesagt. Allen anderen sei versichert: Der hauptsächlich als Schauspieler („Alarm für Cobra 11“) bekannte Schwarm aller Mädels kann Musik machen.

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Kreisch! Aus Sicht des überwiegend weiblichen und größtenteils jugendlichen Publikums wäre damit genug gesagt. Vielleicht noch: Oh mein Gott, Tom Beck ist wirklich so cool wie im Fernsehen, und er sah irrsinnig gut aus, wie er da im blauen Hemd und mit dem Bart, der ihm einfach total gut steht, über die Bühne schwebte.

Allen anderen sei versichert: Der hauptsächlich als Schauspieler („Alarm für Cobra 11“) bekannte Schwarm aller Mädels kann Musik machen. So gut, dass auch die vereinzelt aus dem Raster fallenden männlichen Besucher, die nach eigenem bekunden weder Single, noch erziehungsberechtigt sind, nach dem Ende des Konzerts die Giengener Schranne begeistert verließen.

Einfach eine geile Zeit haben

„Lasst uns einfach eine geile Zeit haben.“ Tom Beck war offensichtlich ohnehin nicht auf etwas Ernstes aus. Spaß sollte es machen, und da kam die Architektur des Bürgerhauses gerade recht. Eigens für ihn habe man die Eisensäulen errichten lassen, die in ihrer optimalen Funktion als Tanzstange zum Running-Gag des Abends wurden. Schließlich kann Beck nach seinem Musical-Studium an der Bayerischen Theaterakademie nicht nur singen, Gitarre, Klavier, Orgel, Akkordeon und Schlagzeug spielen. Auch Tanzen gehörte damals zur Ausbildung. Der erste Tanga mit der Inschrift „Mrs. Beck“ flog am Freitagabend schon nach den ersten paar Songs auf die Bühne. Kreisch!

Da war fast zu erwarten, dass seine Band einen entsprechen anstößigen Namen hat wie „Horny Honks“ – musikalisch aber überzeugend und optisch abgestimmt. Beck eingeschlossen eine sechsköpfige Boygroup an Instrumenten und in ihrem Element. Von Reggae bis Rock, Country bis Pop: Tom Becks zweites Album „Americanized“ (amerikanisiert) wertet mit so einigem auf, das mitunter in den USA seinen Ursprung fand, sich aber in Giengen nicht weniger gut anhörte. Denn auch wenn der 35-jährige Musiker vor dem Covern nicht zurückschreckte, passenderweise „I am yours“ von Bruno Mars oder Robin Thickes „Blured Lines“ zum Besten gab, mehr Anklang fanden doch die eigenen Songs. Allen voran sein wohl bekanntester Hit „Ain't got you“. Und auch Balladen wie „Carry on“ kamen nicht zu kurz, Akkordeon und Kontrabass dafür zum Einsatz.

Solange er blieb war alles gut

Dank zahlreicher Mitmachgelegenheiten, hauptsächlich wohl aber aufgrund seiner lässigen Art gelang es dem Spaßvogel auf der Bühne mühelos, die Freude an der Musik auf sein Publikum zu übertragen. Daran konnte weder ein temporärer technischer Defekt, noch die ungeplante Pinkelpause des Bassisten, noch die schlechten Witze, um die Zeit zu überbrücken, etwas ändern. Solange nur der Sänger selbst nicht die Halle verlässt. Was dieser nach zweieinhalb Stunden gezwungenermaßen dann doch tat. Nicht jedoch, ohne vorher einen Polonaise-Abstecher durch das Publikum zu machen. Kreisch! Timo Landenberger

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