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Stormwitch: Die Hexe lebt

„Die Hexe ist tot, es lebe die Hexe“, hätte als Motto über der Gedenkveranstaltung stehen können, die die Gerstettener Heavy-Metal-Band „Stormwitch“ am Samstagabend in der Giengener Stadthalle über die Bühne brachte.

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Der langjährige Hexenmeister Harald Spengler war im Frühjahr an einem Schlaganfall gestorben. Bis zu seinem Ausstieg bei „Stormwitch“ im Jahr 1989 war er das Herz und der Motor, vor allem aber der Hauptsongschreiber bei den Sturmhexen gewesen. Auch bei den damals noch zahlreichen Liveauftritten der Band war er der Frontmann, der Mann, der im Zentrum der Band stand und die meisten Ansagen zu den Songs übernommen hat.

Die stets fließende Kreativität des versierten Gitarristen aus Gerstetten ist auf den ersten vier Veröffentlichungen von Stormwitch dokumentiert, „Walpurgis Night“, „Tales of Terror“, „Stronger than Heaven“, „The Beauty and the Beast“ und „Eye of the Storm“, die zwischen 1984 und 1989 erschienen und deren Songs den Kern des Kultstatus bilden, den die Band unter Heavy-Metal-Fans weltweit auch heute noch genießt.

Jeder kennt Stormwitch

Kultstatus heißt: Jeder, der mit Heavy Metal zu tun hat, ob als Fan oder Musiker, kennt „Stormwitch“. Kultstatus heißt aber auch: Mit der Musik machte man letztlich keine müde Mark. Folglich wurde „Stormwitch“ in der nun über 30-jährigen Karriere immer wieder tot gesagt. Doch zur Verwunderung aller rappelte man sich in unterschiedlichen, teils obskuren Besetzungen immer wieder auf. Und gab ein Lebenszeichen von sich. Das letzte war die im Jahr 2004 erschienene CD „Witchcraft“.

Und lange Zeit schien es, als ob dies das letzte Aufbäumen der Sturmhexe gewesen sei. Doch die Band ist nicht totzukriegen. Zu gut sind die Songs, die Spengler der Nachwelt hinterlassen hat. So wunderte sich selbst der Veranstalter Andreas Schmid über die 1000 Besucher, die das „Stormwitch“-Gedenkkonzert für Spengler in die Stadthalle lockte. Und es gibt mit Sicherheit nicht viele Bands in Deutschland, die zehn Jahre nichts mehr von sich hören lassen können und zu deren kaum beworbenem Konzert dann 1000 Leute auftauchen.

Auf der Bühne des großen Saales machte die Band dann in ihrer derzeitigen Besetzung mit Andreas Mück (Gesang), Peter Langer (Drums), Jürgen Wannenwetsch (Bass), Volker Schmietow und Ralf Spitznagel (Gitarren) deutlich, warum ihr immer noch ein fester Platz im Heavy-Metal-Reigen gebührt. Hier präsentierten sich keine Musiker auf einer Nostalgieveranstaltung für einen verstorbenen Freund, sondern eine agile, jung gebliebene Band, die es scheinbar nochmals (oder schon wieder) wissen will.

Alles auswendig - auch die neuen Songs

Eine besondere Attraktion für die Fans: Die Gründungsmitglieder Stefan Kaufmann (Gitarre) und Ronny Gleisberg (Bass) tauchten auf der Bühne auf und spielten die alten Klassiker der Band, die begeistert gefeiert wurden. Im Vor- und im Nachprogramm tummelten sich Musiker rund um die ehemalige Cover-Band „One“, deren Sound Spengler lange Zeit gemischt hatte.

Frontmann Mück staunte nicht schlecht, dass das Publikum nicht nur die alten Klassiker der Band feierte, sondern auch die Texte neuerer Songs wie „Fallen from God“ von der letzten CD auswendig mitsingen konnte. Vielleicht ein Hinweis darauf, dass man die Band doch noch nicht zu Grabe tragen sollte. Und in der Tat aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ließ sich die Botschaft vernehmen, dass man im „Stormwitch“-Lager momentan an einer neuen Veröffentlichung bastelt.

Die Band ist also tatsächlich nicht totzukriegen. Und es scheint momentan so, dass man das Vermächtnis Spenglers weiter am Leben halten wird. Dies wäre sicherlich in seinem Sinne gewesen, wie auch seine Schwester Heike in einer bewegenden Ansprache an die Fans durchblicken ließ: „Die Musik hat Harald sein ganzes Leben begleitet, schon als kleiner Junge, wo er im elterlichen Keller geprobt hat. Und ich glaube, wenn man heute hier sieht, was seine Freunde für ihn auf die Beine gestellt haben und wie viele Leute zu seinem Gedenken hier sind, das würde ihn sicherlich ganz arg freuen.“

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