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Nach zehn Jahren: Friedhofsgebühren steigen in Giengen

Die Gebühren für die Friedhöfe in der Stadt Giengen sind nach zehn Jahren neu kalkuliert und gleichzeitig an eine geänderte Bestattungskultur angepasst worden.

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Kennzeichnet die veränderte Bestattungskultur sicherlich am deutlichsten: die Urnenwandanlage auf dem Giengener Friedhof.  Foto: 

Bereits zehn Jahre ist es her, dass zuletzt die Bestattungskosten neu kalkuliert wurden. Zahn Jahre lang waren die Kosten also stabil. Für 2017 ist dies jetzt erneut der Fall, die neue Satzung ist für eine Dauer von fünf Jahren ausgelegt, wie Kämmerer Andreas Schmid vor dem Gemeinderat berichtete. Bei einer Enthaltung wurde sie in der letzten Sitzung vor der Weihnachtspause beschlossen.

Mit der Gebührenfestsetzung aus dem Jahr 2006 wurde ein Kostendeckungsgrad von 95 Prozent angestrebt. Wegen des in den letzten Jahren deutlich feststellbaren Wandels der Bestattungskultur, verbunden mit dem verstärkten Trend zur Urnenbeisetzung und zu möglichst kostengünstigen Grabarten konnte der anvisierte Deckungsgrad teilweise nicht mehr erreicht werden. Hinzu kamen rückläufige Zahlen bei den Grabnutzungsgebühren sowie höhere Kosten aus den Baumaßnahmen und einem höheren Unterhaltsbedarf in der Wegeinfrastruktur. Dies führte zuletzt zu einem strukturellen Defizit.

In den Jahren 2014 und 2015 konnte der Deckungsgrad bei Weitem nicht erreicht werden, er lag vor zwei Jahren (bei 219 Todesfällen) bei 87 Prozent, im vergangenen Jahr (bei 188 Todesfällen) bei nur noch 67 Prozent. Ausgaben von rund 500 000 Euro standen Einnahmen von lediglich 340 000 Euro gegenüber. Mit der jetzt beschlossenen Gebührensatzung ist ein Kostendeckungsgrad von 90 Prozent angestrebt.

Einige der wesentlichen Veränderungen: Lagen die Grabgebühren für ein Reihengrab bislang bei 1500 Euro, steigen diese auf 1800 Euro. Die Gebühren für ein Urnengrab steigen von 580 auf 890 Euro, für ein Urnengrab in der Urnenkammer sinken sie von 1220 auf 1100 Euro, allerdings nur, weil zum Beispiel die Aussegnungshalle jetzt gesondert berechnet wird. Was die Gesamtkosten für eine Bestattung angeht, steigen diese bei einem Erwachsenen-Reihengrab von bislang 2288 auf nunmehr 3215 Euro; eine Bestattung in der Urnenwand kostet statt bislang 1327 Euro nunmehr 1735 Euro.

Die Stadtverwaltung hat die Gebühren in Giengen mit denen verglichen, die in den umliegenden Städten und Gemeinden berechnet werden. Die Unterschiede in den Bestattungsformen sind zum Teil erheblich. Beispielweise betragen die Bestattungskosten in Heidenheim bei einem Erwachsenen-Reihengrab 4199 Euro, in Herbrechtingen lediglich 1477 Euro. Giengen bewegt sich weitgehend im Mittelfeld. Gänzlich unterschiedlich sind auch die angesetzten Kostendeckungsgrade in den verschiedenen Städten und Gemeinden. Werden in Giengen jetzt 90 Prozent angestrebt, sind es in Heidenheim 100 Prozent. Den geringsten Kostendeckungsgrad hat die Gemeinde Hermaringen (Stand April) mit gerade mal 49,6 Prozent.

Auf nahezu jeden Bestattungswunsch kann die Stadtverwaltung eingehen. In der Mehrzahl seien unterdessen die Urnenbestattungen, berichtete bei einer Begehung des Giengener Friedhofs im Sommer der für das städtische Friedhofswesen zuständige Michael Fedchenheuer. Von 100 Bestattungen entfallen unterdessen 70 auf Urnenbestattungen – zum Teil in der Urnenwand, zum Teil in persönlichen Urnengräbern oder auf dem keine Pflege benötigenden Urnengrabfeld. Eine halbanonyme Bestattung ist genauso möglich wie eine grabpflegefreie Erdbestattung auf dem Rasenfeld. Was noch fehlt: Beerdigungen in einem Friedwald sind noch nicht möglich.

Die Bestattungsgebühren sind das eine, die Friedhofspflege das andere. Rund 120 000 Euro werden jährlich bereitgestellt, um die Friedhöfe in Schuss zu halten. Ein wesentlicher Punkt hierbei ist die Sanierung der Wege.

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