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Die Kaltenburg: freigeholzt und fertig zur Vermessung

Das historische Gemäuer wird von einem Studenten der technischen Hochschule Stuttgart komplett neu vermessen. Hierfür wird ein ultramoderner Laserscanner verwendet.

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Über den Wolken mag die Freiheit grenzenlos sein, aber man muss gar nicht so hoch aufsteigen, um zu beeindruckende Ansichten zu kommen. Dazu genügt bereits luftige halbe Höhe. Zum Beispiel die Kaltenburg zeigt sich von diesem Punkt aus jetzt im Vorfrühling äußerst attraktiv in allen ihren historischen baulichen Details. Ein Anblick, wie er wegen des üppigen Bewuchses durch Buschwerk und Bäume lange nicht mehr gesehen wurde.

Jetzt im Winter wurde etliches von dem an Mauern, Türmen und Steinbögen wuchernde Geäst entfernt, und dies natürlich nicht in erster Linie zur Freude des Luftbildfotografen. Vielmehr bestand die Absicht, das historische Gemäuer in all seinen Details komplett neu zu vermessen. Diese Vermessung wäre nicht möglich geworden, wenn zu viele Pflanzen, Büsche und Bäume im Weg stehen und brauchbare Messwerte unmöglich machen. Denn: es wird mit einem Laserscanner für die Grundrisse und Höhenprofile modernstes technisches Gerät eingesetzt.

Hinter den jetzt laufenden Vermessungen steht der in Königsbronn lebende Prof. Wolf-Ulrich Böttinger, der vor seinem Ruhestand beruflich an der technischen Hochschule in Stuttgart im Studienbereich Vermessung lehrte.

Er interessiert sich privat stark für die Charlottenhöhle und die Sanierung der Kaltenburg. Gemeinsam mit Dieter Kerpes von der Interessengemeinschaft Kaltenburg hat er in den Winterwochen als Vorarbeit über das gesamte Burggelände verteilt insgesamt 30 Punkte gesetzt, die jetzt als Anschlusspunkte für die Lasercannungen dienen. Der tragbare Laserscanner selbst ist auf seinem Dreibein stehend nicht sonderlich eindrucksvoll, man sieht ihm auch nicht an, dass er an die 100.000 Euro teuer ist.

Er ermöglicht allerdings die neueste wissenschaftliche Methode in der Vermessungstechnik, er kann die Mauern und historischen Gebäudebestandteile der Kaltenburg flächenhaft erfassen und mit der Frequenz von einer Million Punkten pro Sekunde abscannen. Bedient wird er von Michael Prescher, Student an der technischen Hochschule Stuttgart, der sich für die Messungen mehrere Wochen auf der Kaltenburg aufhält.

Daten als Planungsgrundlage

Damit als Messergebnis nicht nur eine gewaltige Menge von Zahlendateien zur Verfügung stehen, macht der Scanner auch Bilder, die der „Punktewolke“ hinterlegt werden und eine bildhaft realistische Darstellung von Details der Burg ermöglichen. Ziel ist laut Professor Böttinger eine aktuelle Bestandaufnahme der Burg in geometrisch-optischer Form.

Nach Abschluss der Vermessung werden die erhaltenen Informationen der Bauleitung überlassen, sie können ihr als Grundlage für eine Beurteilung der Reparaturfähigkeit und -würdigkeit einzelnen Bestandteile der Burg dienen. Dies allerdings ist noch Zukunftsmusik – vorerst steht die aktuell laufende Mauersanierung im Zentrum der Aktivitäten. Diese ist im gang und wird vor Sommer nicht abgeschlossen sein.

Spenden für die Kaltenburg sind möglich über das HZ-Spendenportal „Unsere Hilfe zählt“.

Vorher - nachher: Den weißen Regler in der Bildmitte einfach nach rechts oder links verschieben und die verschiedenen Ansichten der Kaltenburg sehen.

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