Partner der

Maria Konold-Pauli: Ein Leben für das Ehrenamt

Kindergarten, Vesperkirche, Stadtverschönerung: Die Liste der Aufgaben, die den Alltag von Maria Konold-Pauli prägen, ließe sich beliebig verlängern. Auch mit 68 Jahren hat die gebürtige Hohenmemmingerin einen vollen Terminkalender.

|
Voller Einsatz auch im Rentenalter: Maria Konold-Pauli engagiert sich mit großer Leidenschaft unter anderem für Kinder, Senioren, Bedürftige – und für das Stadtbild.  Foto: 

Ob sie jetzt weniger Zeit zu Hause verbringe als zu ihrer aktiven Zeit als Erzieherin im Kirchplatz-Kindergarten? „Definitiv“, sagt Maria Konold-Pauli. Rastlos könnte man sie nennen, wenn man die Liste der ehrenamtlichen Ämter studiert, die sie seit vielen Jahren inne hat oder mangels Zeit wieder abgeben musste.

Doch der 68-Jährigen geht es um etwas anderes. Sie will da sein für andere Menschen, durch ihr Engagement Freude schenken und damit sich selbst und dem Leben anderer Menschen einen Sinn geben. „Wenn es eines gibt, was ich nicht will, dann ist es, zu Hause hinzusitzen und zu warten, bis ich sterbe“, sagt sie.

Ihr Engagement versteht sie deshalb als Berufung – und man kann durchaus behaupten, dass in Giengen nicht viele Dinge passieren, an denen sie nicht beteiligt ist. Beispiele gefällig? Stadträtin, Agendagruppe Stadtverschönerung, Vesperkirche-Leitungsteam. Und weiter: Organisation der städtischen Seniorenfeier (seit 2009), in verantwortlichen Positionen engagiert im Stadtseniorenrat und bei den Landfrauen, Singen in drei verschiedenen Chören.

Zwischen 1996 und 2008 war sie zudem Mitglied des evangelischen Kirchengemeinderats. Und dann ist da noch ihr Lieblingsjob: die Arbeit im Kindergarten. Immer noch übernimmt Konold-Pauli in den Kindergärten Lederstraße und Hainbuchenweg Krankheits- und Urlaubsvertretungen. 50 Tage im Jahr darf sie arbeiten, ohne Abstriche bei ihrer Rente machen zu müssen. Die Stunden unter den Kindern genießt sie besonders. Denn mit der Arbeit im Kindergarten fing einst auch alles an.

Im Alter von 19 Jahren absolvierte Maria Konold-Pauli in Steinenbronn ihr Examen zur Erzieherin. Schon damals engagierte sie sich in einem Mädchenkreis, brachte sich ein in die Organisation von Altenfeiern, Freizeiten und kirchlichen Gemeindefesten. Alle zwei Jahre wechselte sie ihre Stelle, sie lebte somit einmal in Kempten (dort lernte sie ihren Mann Rüdiger kennen) oder Kiel, dann wieder in Steinheim am Albuch.

Vor 28 Jahren erblickte Tochter Katharina in Bad Ems das Licht der Welt – und die Paulis beschlossen, von nun an in Giengen die Zelte aufzuschlagen. Seit ihrer Rückkehr nach Giengen packt Maria Konold-Pauli überall an, wo Hilfe benötigt wird. 13 Jahre lang kümmerte sie sich mit viel Liebe um ihre Mutter, die im höheren Alter auf Hilfe angewiesen war, arbeitete im Kindergarten am Kirchplatz und auch ihre eigene Familie sollte nicht zu kurz kommen. 2004 zog Konold-Pauli, die 2003 freiwillig in Altersteilzeit ging, um ihre Mutter zu pflegen, erstmals in den Gemeinderat ein, wurde neben Rudolf Boemer und Franz Heger bei der Wahl im Mai dieses Jahres Stimmenkönigin des CDU-Wählerblocks.

Ihre Arbeit dort versteht sie als Stimme für die Senioren – und für die Kinder. „Was Senioren brauchen, habe ich durch die Pflege meiner Mutter gelernt“, sagt sie. „Und die Arbeit mit den Kindern war schon immer mein Leben.“ Seit 2009 trägt Konold-Pauli gemeinsam mit Elisabeth Diemer-Bosch als Agendagruppe Stadtverschönerung dazu bei, dass das Rathausumfeld das Jahr über nicht allzu blass bleibt. „Zu der Zeit, als OB Elser sein Amt antrat, sahen gerade die vielen Blumenkübel im Zentrum nicht schön aus“, erzählt sie. Darum habe sie das Ganze in die Hand genommen. „Wie so vieles ist es eben an mir hängengeblieben.“

Und so ist Maria Konold-Pauli jetzt mehrmals im Jahr unterwegs in Sachen Blumen und Pflanzenschmuck, kümmert sich um die Blumenkübel in der Obertorstraße, am Postberg und vor dem Rathaus. Auch das Beet am Alten Eichamt bepflanzen die zwei Frauen – freiwillig und nur mit kleiner finanzieller Beihilfe. Viele Dinge seien ihr in den vergangenen Jahren auf ähnliche Weise zugewachsen, sagt Maria Konold-Pauli. So auch die Organisation der städtischen Seniorenfeier, für die sie 35 Helfer brauchte – und Geldgeber. „Als OB Elser kam, stand einiges finanziell auf der Kippe. Also bin ich von Geschäft zu Geschäft gezogen, um das Fest zu finanzieren. Ich wollte nicht, dass sich niemand drum kümmert.“

100 Tische mussten zum Beispiel 2009 für 420 Teilnehmer dekoriert werden. „Eigentlich muss ich das alles nicht tun. Aber ich mache das, was ich kann. Und was man gerne macht, das macht man gut“, sagt sie. Neben Doris Müller und Waltraud Hörsch gehört Konold-Pauli seit 2012 auch dem Leitungsteam der Vesperkirche an. Vier Wochen lang kümmert sie sich um die zahlreichen Gäste in der Stadtkirche. Anfang Oktober beginnen wieder die Vorbereitungen für dieses Jahr. Ein Motto für die nächste Veranstaltung muss gefunden werden. „Ich brauche diesen Blick über mich selbst hinaus, weil ich mich nicht einfach daheim hinsetzen will“, sagt sie.

Seitdem sie nicht mehr berufstätig sei, besitze sie die Freiheit, das zu tun, was sie wolle. „Und wenn ich sehe, dass sich andere über mein Engagement freuen, ist das für mich der größte Lohn.“ Nicht selten ist Konold-Pauli allabendlich unterwegs. Ihr Mann Rüdiger, früher bei der Bundeswehr und oftmals auch längere Zeit im Kosovo und Afghanistan im Einsatz, trägt ihr Engagement mit. „Er steht voll hinter mir. Jeder von uns hat so seine Hobbys, für die er sich unabhängig vom anderen Zeit nehmen kann.“

Maria Konold-Pauli fühlt sich wohl in ihrer Heimatstadt. Nur selten verreisen sie und ihr Mann über mehrere Wochen. „Reisen ist zwar schön, aber ich mag dieses ständige Koffer ein- und auspacken nicht. Mir gefällt es zu Hause gut. Mir fehlt auch nichts, wenn ich nicht verreise. Viel lieber suche ich etwas, wo ich mich einbringen kann.“

Lesen Sie jetzt die eZeitung schon ab 0,99 € / Monat
Die digitale 1:1-Ausgabe der Heidenheimer Zeitung steht Ihnen ab 4 Uhr morgens mit allen Nachrichten der Region zur Verfügung. » zum Angebot

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Schwerer Unfall auf der A7: Mann verliert seinen Unterarm

Die A7 war nach einem Unfall am Samstagabend bei Giengen in Fahrtrichtung Würzburg gesperrt - es bestand die Hoffnung den abgetrennten Arm wiederzufinden. weiter lesen