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Lesenetz: Neue Räumlichkeiten bleiben ein Ziel

Der Dank galt in erster Linie den Lesepaten: Seit zehn Jahren besteht der Förderkreis Lesenetz Giengen. Und zumindest theoretisch wurden beim Dankeschön-Fest für die Mitarbeiter in der Schranne auch Zukunftsperspektiven für die Stadtbibliothek angesprochen.

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Seit zehn Jahren besteht das Lesenetz Giengen: zu einem Dankeschön-Fest kamen Mitarbeiter, Förderer und natürlich die Lesepaten selbst im Bürgerhaus zusammen.

Auf Einladung der Stadtbibliothek und der Agendagruppe Netzwerk Verständigung galt der Abend dem Lob des Buches, des Lesens sowie der komischen Literatur – für Letzteres zuständig war das Cantaton-Theater Erbach in Person von Burkhard Engel.

Zuvor dankte Oberbürgermeister Gerrit Elser den Mitarbeitern in der Agendagruppe, den Lesepaten im örtlichen Lesenetz für ihr zum Teil schon langjähriges ehrenamtliches Engagement um die Leseförderung sowie dem Förderverein der Stadtbibliothek für seine Unterstützung der städtischen Bildungseinrichtung.

Die Fähigkeit, lesen zu können, sei, so Elser, zweifelsfrei ein Thema von höchster Wichtigkeit, und es sei letztlich egal, in welches Medium gelesen werde und ob der Lesestoff als traditionelles Buch zum Anfassen, oder aber auf einem elektronischen Gerät vorliege. „Wer eine Leseratte ist, wird Zeit seines Lebens davon profitieren.“

Eine besondere Rolle spielen hier laut Elser die Lesepaten in der Stadt, sowie der Förderverein, der nach Kräften unterstütze, um die Begeisterung fürs Buch und die Freude am Lesen zu wecken und zu erhalten. In Giengen waren zuletzt rund 30 Lesepaten tätig, von denen 20 an den Schulen und zehn an den Kindergärten tätig sind.

Was die Stadtbücherei in der Grabenschule betrifft, so gestand Elser unumwunden ein, dass diese „nicht das schönste Dasein fristet.“ Die Absicht, ansprechendere Räume zu finden, sei allerdings keineswegs aus den Köpfen gestrichen. Im Rahmen der städtischen Gebäudekonzeption habe man seitens der Verwaltung eine räumliche Verbesserung im engen Fokus. Denn trotz aller Moderne und den neuen Medien gelte der Grundsatz, dass das gute alte Buch im Mittelpunkt stehen soll, und es wüssten auch viele Bürger diesen Bestandteil der städtischen Infrastruktur zu schätzen.

Das Zeitalter der neuen Medien und der Elektronik hat längst auch in der Giengener Stadtbibliothek Einzug gehalten, vor allem im vergangenen Jahr mit der so genannten „Ostalb-Onleihe“. Nach der Einführung im Frühjahr 2014 berichtete die Leiterin der Stadtbibliothek, Daniela Galter, vor dem Gemeinderat, dass die Bibliothek auch damit alte Ufer verlassen habe. Man verstehe sich als kundenorientiertes Dienstleistungsunternehmen, und im Verbund von 13 Bibliotheken in der Region zeichne sich die Onlinebibliothek „Ostalb-Onleihe“ dadurch aus, dass mit dem Bibliotheksausweis E-Bücher, Zeitungen und andere Medien auf das I-Phone oder andere digitale Endgeräte geladen werden können.

Hierzu habe man elektronische Lesegeräte angeschafft, und es gebe einen kostenlosen Internetzugang. Die Vorteile liegen auf der Hand: diese elektronische Bibliothek ist Tag und Nacht geöffnet, auch von unterwegs; man kann Audiobücher nicht irgendwo verlegen oder die Rückgabe vergessen, weil sie nach Ablauf der Leihfrist automatisch wieder vom Rechner verschwinden. Die Hauptinteressenten dieser Form der Mediennutzung, die in Giengen zwar zunehme, aber noch zögerlich genutzt werde, sind vom Alter über 40, und ihr Motiv ist: Entspannung im Alltag. Das gedruckte Buch werde deswegen nicht überflüssig, die Entwicklung verlaufe parallel.

Auch im Kinderbuchbereich hat sich das Angebot in der Stadtbibliothek stark gewandelt. Ein wachsender Teil dieser Bücher lässt sich wie gewohnt durchblättern und lesen. Durch entsprechende Software, die heruntergeladen werden kann, oder durch das Abscannen mit einem Smartphone bieten die Bücher jedoch einen Mehrwert, an dem vor allem Kinder ihren Spaß haben: es öffnen sich Fenster mit Zusatzinformationen, und das interaktive Audiobuch spricht mit dem Leser, falls gewünscht, bisweilen sogar in Fremdsprachen.

Ganz und gar ohne Elektronik kam beim Festabend am Montag der kulturelle Beitrag aus. Einen „Abend der komischen Lyrik“ bestritt Burkhard Engel vom Cantaton Theater Erbach als Solist – mit Gedichten von Morgenstern und Ringelnatz bis zu Wilhelm Busch und Erich Kästner im Gepäck. Der Kleinkünstler kam ohne jegliches Bühnenbild aus, setzte lediglich genauso sparsam wie eindrucksvoll seine Mimik ein, griff zur Unterstützung bisweilen zur Gitarre, und beeindruckte durch Lyrikkenntnis wie durch seinen souveränen Vortrag gleichermaßen. Ein großes Vergnügen.

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