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Klaus Ströbel gönnt sich eine Auszeit

Sonntags einfach mal die Füße hoch legen oder unter der Woche Sport treiben, ohne an bestimmte Zeiten gebunden zu sein: Für den 49-jährigen Klaus Strobel war das über viele Jahre nur ein Wunsch. Jetzt nimmt er sich eine bewusste Auszeit vom Ehrenamt, hat aber schon neue Ideen im Hinterkopf.

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Auszeit vom Ehrenamt: Der 49-jährige Klaus Strobel hat jetzt Zeit, einfach mal auf dem Sofa die Füße hoch zu legen.  Foto: 

„Den Urlaub vor ein paar Wochen habe ich total genossen. Ich musste nicht wie sonst an Termine denken oder mir Sorgen machen, dass irgendwas nicht funktioniert“, sagt Klaus Strobel hinsichtlich der neu gewonnenen Freiheit, über seine Freizeit frei vom Ehrenamt zu verfügen.

Jahre, sogar Jahrzehnte war das anders: Als junger Mensch durchlief er erfolgreich alle Jugendmannschaften der Fußballabteilung der TSG Giengen und stand beispielsweise in der A-Jugend auf dem Bühlsportplatz gegen den VfB Stuttgart auf dem Feld, als ein gewisser Jürgen Klinsmann die rote Karte erhielt und die TSG den Stuttgartern ein 0:0 abtrotzte.

Zu der Zeit war Strobel parallel zum Kickschuhe schnüren schon einige Zeit im Ehrenamt tätig: Mit 15 begann er als Trainer der vereinseigenen D-Jugend und absolvierte die ersten Übungsleiter-Lehrgänge. Kurz vor dem 18. Geburtstag erwarb er als jüngster Prüfling sogar die B-Lizenz.

Eine schlimme Knieverletzung zwang den Giengener schließlich zur Pause der eigenen Fußball- Aktivitäten, seinem Einsatz an der Seitenlinie tat das aber keinen Abbruch. Strobel war beispielsweise Trainer der Giengener A-Jugend, war in Ravensburg und Zöschingen tätig.

Nach einem Jahr Familienpause kam es im Alter von 27 Jahren zum Engagement beim RSV Hohenmemmingen. Im dritten Jahr gelang der Aufstieg in die Bezirksliga mit einer „ehrgeizigen jungen Mannschaft, die sich nicht zuletzt durch hervorragende Kameradschaft den Erfolg ermöglichte“. Parallel dazu führte er die Kleinsten der F- und E-Jugend an den Fußball heran. „Mich hat schon immer fasziniert, die Entwicklung von jungen Menschen zu begleiten. Zudem war ich vom Elternhaus geprägt, weil auch meine Eltern in Vereinen engagiert waren. Für mich ist es selbstverständlich, etwas für die Gemeinschaft und die Gesellschaft zu tun“, sagt der heute 49-Jährige.

1995 dann unterbrach Strobel die Arbeit im Aktivenbereich und war anschließend für sechs Jahre im Jugendausschuss des Fußballbezirks Kocher/Rems mit dem Aufgabengebiet kindgerechtes Training betraut, organisierte Talent-Sichtungen, war Staffelleiter und nebenbei noch Jugendtrainer beim RSV Hohenmemmingen und der TSG Giengen.

Beruflich fand Strobel nach dem Abitur zunächst für 18 Jahre bei der BSH eine Heimat, bildete sich zum Betriebswirt und Finanzbuchhalter weiter und arbeitete anschließend teilweise als selbstständiger Berater. Seit mehr als sechs Jahren ist der verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder jetzt als Controller bei einem Maschinenbauunternehmen in Aalen tätig.

Während seiner Beratertätigkeit war er 2009 für sechs Wochen in der afghanischen Hauptstadt Kabul beschäftigt – genau zu der Zeit, als ein dänischer Journalist Mohammed-Karikaturen veröffentlichte. Die Aufgabe bestand darin, afghanische Buchhalter mit einer Software betraut zu machen.

„Das war eine sehr interessante Zeit. Es war spannend zu sehen, wie und von was die Menschen in dieser Region leben. Der Aufenthalt dort und auch ein Einsatz in Indonesien im Tsunami-Gebiet haben mich auch in meiner ehrenamtlichen Arbeit zu Hause bestärkt“, so Strobel, der sich 2004 einem weiteren zeitintensiven „Hobby“ widmete: Als aus einer Gruppe Tanz-Begeisterter die spätere Show-Formation B-twisted entstand, war Strobel „gerne bereit, die jungen Leute zu unterstützen“. Er stellte zunächst den Kontakt zum RSV Hohenmemmingen, bei dem er selbst schon lange Mitglied war, her und war fortan als Sprecher für allerlei Organisatorisches zuständig: Equipment, Werbung, Hallennutzung, Auftritte und noch vieles mehr.

Nach vielen Engagements und dem ersten B-twisted Tanzball in diesem Jahr in der Schranne sowie weiteren Stationen als Fußballtrainer etwa in Burgberg und Rammingen hat Strobel jetzt alle Funktionen abgegeben.

„Ich will jetzt jungen Menschen die Chance geben, sich einzubringen, sich im Verein zu engagieren und selber ihr Hobby zu organisieren“, sagt der Giengener.

Die bewusste gewählte Auszeit kam auch deshalb, weil „ich im Laufe der Jahre festgestellt habe, dass das Ehrenamt in der Gesellschaft immer weniger Anerkennung findet“.

„Mir geht noch nichts ab“, sagt der 49-Jährige, der aber schon neue und auch konkrete Pläne hat: Bereist im nächsten Jahr möchte er – als Privatperson – einen Benefiz-Ball in Giengen auf die Beine stellen.

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