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Kaltenburg: Nächste Woche kommt der Kran

Auf der Kaltenburg oberhalb des Hürbe- und Lonetals beginnen jetzt im Herbst die Sanierungsarbeiten der stark beschädigten Burgmauer - mit einem Jahr Bauzeit wird gerechnet.

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Clemens Stahl (an der Schautafel), Vorsitzender der Interessengemeinschaft Kaltenburg, erläuterte das Vorhaben der Sanierung der Burgruine. Zu den interessierten Zuhören gehörten (stehend, von links) Meinrad Schad (Hanns-Voith-Stiftung), Alt-Landrat Hermann Mader, Georg Feth (Landratsamt) und Niederstotzingens Bürgermeister Marcus Bremer.  Foto: 

Der kühle Oktoberwind hinderte zahlreiche Interessierte gestern nicht daran, am offiziellen Auftakt zur Sanierung der Kaltenburg teilzunehmen. Clemens Stahl, Vorsitzender der Interessengemeinschaft, sagte, er hätte zu diesem Anlass gern schon den Baukran auf dem Gelände der Burgruine stehen sehen. Warum dies nicht geklappt hat, erläuterte Bauleiterin Sandra Huth vom beauftragten Planungsbüro. Man habe, was nicht einfach gewesen sei, erst einen Baukran finden müsse, der durch den Torbogen der Burg passe (auf dem Foto gut sichtbar) – am kommenden Mittwoch sei es aber so weit.

Stahl sagt, der Baubeginn sei ein besonderer Tag, sowohl für die Ruine Kaltenburg, für den Verein, aber auch für den Landkreis Heidenheim „sowie alle heimatverbundenen Menschen.“ Die vor fast genau zwei Jahren als Verein gegründete bürgerschaftliche Interessengemeinschaft habe dieser Tage den Auftrag für die Sanierung der schwer beschädigten Ostmauer vergeben können. „Ein wichtiges Etappenziel“, so Stahl. Ein Projekt, das rund ein Jahr Bauzeit benötigen wird und geschätzt über 500 000 Euro kosten wird.

Gordischen Knoten zerschlagen

Vor zwei Jahren, so Stahl, habe man den grodischen Knoten, bestehend aus gescheiterten Verhandlungen, Vertrauensverlust, hohen Kosten, Eigentumsverhältnissen und einem sichtbar fortschreitenden Verfall der Ruine durchschlagen müssen. Dies sei gelungen, der Knoten sei gelöst, einem bedeutsamen Kulturdenkmal habe sich wieder eine interessante Perspektive eröffnet.

Nach den gut zwölfmonatigen Verhandlungen mit dem Eigentümer, der Schwenk KG Ulm, sei einvernehmlich ein Vertragsabschluss gelungen, wodurch die Interessengemeinschaft Eigentümerin der Burgruine wurde und als Mitgift eine namhafte Spende und den Wegeausbau erhalten habe.

Das Planungsbüro wurst.wisotzki fertigte dann die Planungsunterlagen, stimmte sich mit der Denkmalbehörde ab, formulierte die Zuschussanträge. Stahl sagte, er hoffe bei der Gewährung der Zuschüsse auf so viel Wohlwollen, wie dies in ersten persönlichen Gesprächen mit den zuständigen Behörden gegenüber dem Verein und seinem „dicken Projekt“ bereits zu spüren gewesen sei.

Stahl vergaß nicht, die vielen tausend Stunden ehrenamtlicher Arbeit seitens des Schwäbischen Albvereins zu erwähnen, mit der vor Jahren der Zerfall der Ruine gebremst wurde. „Ohne diese Vorarbeit würde es sich heute sicherlich nicht mehr lohnen, Zeit und Geld in die Ruine zu investieren.“

So aber schon: in rund zwölf Monaten werde man den Abschluss der Sanierungsarbeiten feiern und damit ein neues Kapitel der Nutzung der Burg aufschlagen können. Man wolle für die Burg ein Nutzungskonzept erarbeiten.

Unter dem Titel „Zwei Türme für die Heimat“ mit entsprechendem Inhalt hoffe man, in die Förderung des europäischen Leader-Programms aufgenommen zu werden.

Diamant im touristischen Diadem

„Wir wissen, dass diese Burganlage eine der Diamanten im touristischen Diadem des südwestlichen Landkreises ist“, so Stahl. Neben der Charlottenhöhle, dem Archäopark, der Mahlmühle Burgberg, Steiff sowie der Landschaft an Lone und Hürbe sei sie ein wichtiges Pfund in der Naherholung und dem sanften Tourismus.

Aber: weitere Unterstützung wird nötig sein, so Stahl, denn mit der Mauersanierung seien die Arbeiten auf der Burg nicht beendet, Themen wie die Sanierung der Kellergewölbe in den Türmen, die Beseitigung von Steinschäden, auch Fragen wie Wasser, Abwasser und Strom stünden auf der Agenda.

Zunächst aber geht es um die Ostmauer: man werde bei der Sanierung denkmalgerecht vorgehen, betonten Franziska Wisotzki vom Planungsbüro und Bauleiterin Sandra Huth. Entsprechende Materialien werde man verwenden und keinesfalls einfach „Beton reinschütten“. Vorhandenes Material soll so gut es geht verwendet werden, alles mit dem Ziel, wieder eine geschlossene Mauer zu erhalten.

Dass die Arbeiten nicht einfach sein werden, war nach den Erläuterungen von Georg Suckmann von der ausführenden Baufirma Wolfsholz klar: mit vier Mann auf der Baustelle müsse man bei der Sanierung in Abschnitten vorgehen. Wenn eine innere Stabilität besteht, sollen 80 Erdanker, je acht bis neun Meter lang, für die äußere Stabilität der Mauer sorgen – so ein Detail seiner Vorschau. Eine spannende Bauzeit steht bevor.

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