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In der Memminger Wanne geht's in kleinen Schritten voran

Die Situation in der Memminger Wanne soll sich weiter zum Positiven entwickeln. Deshalb hat die evangelische Kirchengemeinde im Sommer die Stadtteilarbeit wiederbelebt. Eine erste Einschätzung: Es geht langsam, aber sicher voran.

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Jugendreferent Thomas Prinz.  Foto: 

Problembezirk, sozialer Brennpunkt, Getto. Die Memminger Wanne hatte lange keinen guten Ruf. In den vergangenen Jahren hat sich dies zwar gebessert, der evangelischen Kirchengemeinde gingen die Verbesserungen jedoch nicht weit genug.

Seit Jahren ist die Gemeinde in der Wanne in Sachen Jugendarbeit aktiv. Auch allgemeine Sozialarbeit war in früheren Jahren bereits Thema. Vergangenes Jahr hatte die Kirchengemeinde nun beschlossen, diese allgemeine Stadtteilarbeit wiederzubeleben, auszuweiten, auf alle Generationen zu beziehen. Unter dem Dach der Kirchengemeinde wurde eigens ein Arbeitskreis eingerichtet, der mittlerweile zum Ausschuss umfunktioniert wurde.

Werner-Haus hat bereits feste Bürozeiten

Ein halbes Jahr später nun die Frage: Trägt die Stadtteilarbeit erste Früchte? Friedrich Hartmann, Pfarrer im Ruhestand und Mitglied des Wanne-Ausschusses sagt: „Es geht voran. In kleinen Schritten.“

Unter dem Titel „Kultur- und Sprachlernort Memminger Wanne“ sind unterschiedliche Hilfsangebote geplant oder bereits umgesetzt. So gibt es im Werner-Haus nun feste Bürozeiten. Jeden Mittwoch ist zwischen 18 und 19 Uhr geöffnet. Menschen, die Rat suchen, können vorbeikommen. „Wir helfen dann weiter“, so Hartmann. Fakt sei jedoch, dass dieses Angebot noch nicht wirklich angenommen wird. „Wir bleiben aber dran“, betont Hartmann. Weil die Finanzierung noch nicht gesichert ist, sind die geplanten Bildungskurse für Kinder und Erwachsene noch in der Schwebe. Hier denkt der Ausschuss etwa an Deutsch- und Russischkurse, ebenso an eine Art Hausaufgabenbetreuung.

Durch Russisch-Sprachkurs Wertschätzung zum Ausdruck bringen

Russisch? Jugendreferent Prinz erklärt: „Je mehr man eine Sprache beherrscht, desto einfacher erlernt man eine andere. Das ist eine Erkenntnis, die man, wie ich denke, in der Integrationspolitik lange vernachlässigt hat.“ Weiter geht es Prinz um Traditionswahrung, es geht ihm darum, Ängste abzubauen, die Vielfalt zu genießen und damit schließlich die Integration zu fördern. „Indem wir hier Russisch lehren, bringen wir auch unsere Wertschätzung, unseren Respekt zum Ausdruck“, ergänzt Friedrich Hartmann. Das wiederum könne die Kulturen näher zusammenbringen.

Doch in der Wanne tut sich noch weiteres: Im April startet wieder die Aktion Dreck-weg-Donnerstag, bei der freiwillige Helfer die Wanne von Unrat befreien. Zudem gibt es seit September vergangenen Jahres wieder monatliche Gottesdienste in der Wanne. Und auch ein Stadtteilfest, das sogenannte Wanne-Fest, soll erneut stattfinden – und zwar am 28. Juni. Neu ist auch: Seit Kurzem ist eine Teilzeit-Mitarbeiterin in der Wanne beschäftigt, die sich explizit um Mädchen kümmert.

Friedrich Hartmann ordnet die Situation ein: „Fakt ist, dass sich etwas in den Köpfen der Menschen bewegt hat, sie wissen, dass die Kirche, dass wir da sind.“

700 Euro kamen über "Unsere Hilfe zählt" zusammen

Und dies alles geschieht mit recht überschaubarem finanziellen Etat. Nicht zuletzt deshalb hatte die Kirchengemeinde über das Spendenportal „Unsere Hilfe zählt“ um Unterstützung für die Arbeit in der Memminger Wanne gebeten. Während des Advents haben die Leser der Heidenheimer Zeitung insgesamt mehr als 60 000 Euro über das Spendenportal für gemeinnützige Projekte im Kreis gespendet.

Für die Memminger Wanne kamen 700 Euro zusammen. Wofür das Geld verwendet wird? „Wir schaffen Großspielgeräte an“, lässt Friedrich Hartmann wissen. Jugendreferent Thomas Prinz ergänzt: „Das sind Spiele wie „Vier gewinnt“, „Leitergolf“, aber auch mobile kleine Fußballtore werden wir anschaffen.“ Weiter steht auch eine mobile Lautsprecherbox auf der Einkaufsliste.

Wanne-Ausschuss will eventuell noch für weitere Aktionen Spenden sammeln

Hartmann: „Das ist eine tolle Aktion, das hilft uns wirklich sehr. Es ist auch schön, zu sehen, dass Menschen unsere Arbeit hier in der Wanne unterstützen.“

Der Wanne-Ausschuss denkt darüber nach, noch weitere Aktionen in das Spendenportal einzustellen – und damit weitere Unterstützer für ihre Arbeit zu gewinnen.

Info Für die Russisch-Sprachkurse werden Lehrkräfte gesucht. Interessenten können sich unter Tel. 07322.9114140 oder per E-Mail an jugendreferent@giengen-evangelisch.de melden. Weitere Infos zum Spendenportal gibt es im Internet unter www.unsere-hilfe-zaehlt.de

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