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Immer weniger Ärzte in Giengen: „das wichtigste Thema überhaupt“

Angesichts eines in den kommenden Jahren dünner werdenden Netzes an Haus- und Fachärzten in der Stadt geht es Gemeinderäten in dieser Frage viel zu langsam voran.

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Was die Frage der Sicherung der ärztlichen Versorgung in der Stadt angeht, geht es so manchem Stadtrat viel zu langsam voran.  Foto: 

Einen Zwischenbericht, wie es um die die ärztliche Versorgung in Giengen aktuell bestellt ist und wie die Sicherung der haus- und fachärztlichen Versorgung in der Zukunft aussehen könnte, legte die Stadtverwaltung in erster Linie durch Hauptamtsleiter Bernd Kocian in der vergangenen Gemeinderatssitzung vor. Dabei musste sich die Verwaltung von Stadträten allerdings sagen lassen, dass es in dieser Frage viel zu langsam voran gehe.

Kocian, seitens der Verwaltung mit diesem Thema befasst, sagte, dass sich in den kommenden ein bis drei Jahren viel ändern werde. Laut dem „Atlas hausärztliche Versorgung im Landkreis Heidenheim“ ist in den Jahren 2018 bis 2020 aus Altersgründen ein eklatanter Verlust von Einzelpraxen und damit von Arztsitzen zu erwarten.

Statt 16 noch neun Hausärzte

Von heute 16 werden dann nur noch neun Hausärzte in der Stadt sein. Allerdings ist Giengen aktuell noch überversorgt: mit den rund 19 340 Einwohnern besteht statistisch ein Soll von 11,7 Ärzten. Aber: der Schwund ist absehbar, und so soll laut Kocian eine weitere Gesprächsrunde mit den in den Ruhestand gehenden Ärzten stattfinden, mit einer möglichst exakten und vertraulichen Abfrage über die absehbaren Praxisschließungen. Die Sicherung der vorhandenen Arztsitze in der Gesamtstadt habe oberste Priorität, so Kocian. Um dies zu erreichen, sollen attraktive Rahmenbedingungen für mögliche Nachfolger geschaffen werden, etwa durch durch attraktive Praxisflächen, einer vorhandenen Grundausstattung oder günstige Mietkonditionen. Als weitere Maßnahmen sollen im Herbst Gespräche stattfinden zwischen dem ärztlichen Interessenverband Medi-Verbund, der Verwaltung, dem städtischen Arbeitskreis Ärztliche Versorgung, mit Ärzten, Therapeuten und Apothekern. Dabei soll über kooperative Praxisformen diskutiert und das Interesse an einem Ärztehaus abgefragt werden. Erst danach sollte eine nähere Standortprüfung erfolgen. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Vorgehensweise wurde beschlossen, allerdings waren kritische Worte nicht zu überhören. Vor allem Dr. Erwin Kleemann (Unabhängige und Grüne) ging mit der Verwaltung hart ins Gericht. Was hier als Absichtserklärung präsentiert worden sei, hätten andere Gemeinden längst umgesetzt. Auch habe der Arbeitskreis seit einer ersten Sitzung im März nicht mehr zusammengefunden, und somit habe auch keine Diskussion über denkbare Standorte für ein Ärztehaus stattfinden können. „Wenn wir auf diese Art und in diesem Schneckentempo weitermachen, sehe ich schwarz für die ärztliche Versorgung in Giengen“, sagte er.

Rennen um Arztsitze im Gange

Klaus Kälble (SPD) sagte, das Rennen um Arztsitze habe längst begonnen. Im bereits heute unterversorgten unteren Brenztal sei unterdessen ein Arbeitskreis aktiv. „Wir werden abgehängt, wir müssen Gas geben“, sagte er.

Stefan Briel (CDU) sagte, man solle besser nicht auf Konkurrenz setzen, sondern vielmehr die Zusammenarbeit mit dem unteren Brenztal suchen.

Jens Pfrommer (Unabhängige und Grüne) sagte, die Zeit dränge, das Zeitfenster sei eng. Ein attraktives Ärztehaus würde seiner Meinung nach Ärzte anziehen.

Rudolf Boemer (CDU) sagte, es stelle sich die Frage, wie man Ärzten eine Planung anbieten könne, die Giengen für sie attraktiv und interessant mache.

Rubens Link schließlich (Unabhängige und Grüne) war der Meinung, die Sicherstellung der Ärzteversorgung sei das wichtigste Thema überhaupt und müsse bei Verwaltung und im Gemeinderat Priorität haben vor allem anderen.

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