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Hürbener missionierte zwei Jahre auf einem Schiff

Zwei Jahre war Georg Öchsle mit der Organisation „Operation Mobilisation“ auf den Weltmeeren unterwegs, um die Botschaft der Bibel zu verbreiten.

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Zwei Jahre lang war Georg Öchsle aus Hürben als freiwilliger Helfer auf der „Logos Hope“ unterwegs.  Foto: 

Vor einem Schiff im Hafen Taiwans warten 28 931 Menschen und das aus einem einzigen Grund – sie wollen Bücher kaufen.

Unvorstellbar scheinen die Menschenmassen, von denen Georg Öchsle bei einem Vortragsabend im Gemeindehaus Hürben berichtet. Er spricht von seiner Zeit auf der „Logos Hope“, einem Schiff der Organisation „Operation Mobilisation“ (OM), die mit dem Motto „Bildung, Hilfe, Hoffnung“ auf Meeren und in vielen Ländern unterwegs ist. Es handelt sich um eine christliche Hilfsorganisation und Missionsgesellschaft, die in über 115 Ländern und auf dem Hochseeschiff „Logos Hope“ tätig ist. Mit dem Schiff war der Hürbener von 2007 bis 2009 unterwegs.

Nachdem Öchsle sein Maschinenbaustudium in Ulm beendet hatte, fragte er sich was er nun mit diesem Wissen anfangen soll. „Ich dachte mir, das hat Gott in mich investiert und jetzt möchte ich mein Können weitergeben,“ so der 36-Jährige. Er hörte davon, dass OM ein neues Schiff gekauft hatte, das nun von einer Autofähre zu einem Passagierschiff umgebaut werden musste, um für die Tätigkeit der Organisation unterwegs sein zu können. „Man braucht Leute vom Fach, um so ein Schiff umbauen zu können, also bin ich dorthin gegangen, um zu helfen,“ sagt er.

Als er in der Werft in Kroatien ankam, sei das Schiff in einem schrecklichen Zustand gewesen. „Der Maschinenraum war voller Ölschlamm und das ist natürlich ein Sicherheitsrisiko“, so Öchsle. Eine seiner Hauptaufgaben war es, einen defekten Hilfsdiesel-Motor zu reparieren. „Alles war eine einzige Baustelle und das Geld war knapp, aber wir hatten sehr gute Leute an Bord. Irgendwann lief der Motor und es konnte endlich losgehen“, sagt der Ingenieur lächelnd.

Über drei Jahre dauerte der Umbau des Schiffes in der Werft und nochmal zwei Jahre wurden in den Innenausbau investiert. Nachdem es endlich losgehen konnte, war das erste Ziel die Karibik. „Die Crew bestand aus 400 Menschen. Alle waren Freiwillige aus über 45 Nationen,“ sagt Georg Öchsle.

Bildung, Hilfe, Hoffnung

„Bücher stehen in ärmeren Ländern für Bildung und Wohlstand,“ sagt Georg Öchsle. OM will mit den Büchern Bildungschancen ermöglichen. Deshalb befinden sich neben der Bibel über 500 000 Bücher im Bücherladen an Bord der „Logos Hope“. Zusätzlich gibt es immer Teams, die vorher in die jeweiligen Länder fliegen, um Projekte an Land vorzubereiten. So werden beispielsweise auch Büchereien in Dörfern gebaut.

Die Leute würden sich immer freuen, wenn die „Logos Hope“ in den Häfen anlegt. Sogar Bands heißen das Schiff willkommen. Mehrere Tausend Menschen wollen pro Tag an Bord kommen, um für wenig Geld Bücher in englischer oder der jeweiligen Landessprache zu kaufen. Hilfe ist auch ein wichtiger Punkt, den OM und die „Logos Hope“ verfolgen. Die Teams an Land reparieren Schulen, bauen neue Gebäude und leisten Aufklärung, wenn es um Krankheiten wie AIDS geht. „In manchen Ländern herrschen die schlimmsten Vorstellungen bezüglich HIV. Deshalb muss man die Leute aufklären“, sagt der 36-Jährige. Nicht zu vergessen sei die Hoffnung. „Wir verbreiten die Botschaft, dass Gott alle Menschen liebt“, sagt er. Das sei auch der Grund, warum Hilfsteams Gefängnisse in armen Ländern besuchen. „In manchen Gefängnissen herrschen wirklich schreckliche Verhältnisse. Die Mitarbeiter von OM sprechen den Insassen Mut zu“, so Öchsle.

Ab und zu seekrank

Ganze zwei Jahre war Georg Öchsle mit der „Logos Hope“ auf den Meeren der Welt unterwegs. Neben dem Umbau war er der Teamleiter im Maschinenraum und für den täglichen Schiffsbetrieb zuständig. „Ich bin ab und zu mal seekrank gewesen, aber dann muss man einfach weiterarbeiten und nicht dran denken“, sagt er lachend.

Auch die anderen Helfer seien keine Leute mit geistlicher Ausbildung. Jeder arbeite in seinem Beruf an Bord und hilft da, wo er eben helfen kann. Neben Maurern, Elektrikern, Fliesenlegern und Ingenieuren gibt es sogar Zahnärzte auf dem Schiff. „Auch sie hat Gott gerufen und deshalb arbeiten sie mit dem, was sie können“, erklärt Öchsle.

Um an Bord arbeiten zu dürfen, müssen jedoch alle ein Grundsicherheitstraining absolvieren, um mit den riesigen Menschenmassen, die in den Bücherladen kommen, umgehen zu können. Zudem sei es sehr wichtig, das Programm und die Projekte an Land an die jeweilig Kultur anzupassen. An einem Abend in der Karibik wurde beispielsweise ein Lobpreisabend veranstaltet. „Man hat gemerkt, dass die Leute nichts mit den Liedern anfangen konnten, bis die Band 'Amazing Grace' im Reggae-Stil gesungen hat. Auf einmal haben alle getanzt und gesungen“, sagt Öchsle lächelnd.

Nochmal drei Wochen dabei

„Nach den zwei Jahren war ich erstmal K. O.“, sagt Georg Öchsle. Man müsse sich eine ständige Grundspannung vorstellen. Häufige Feuerwehr- und Rettungsbootübungen und immer wieder der laute Übungsalarm. „Das ist schon anstrengend“, sagt er. Aber es sei eine tolle Zeit an Bord gewesen.

Inzwischen ist der 36-Jährige, der ursprünglich aus Schnaitheim stammt, verheiratet, hat zwei Kinder und lebt seit einem Jahr in Hürben. Seine Frau kannte er bereits vor der Zeit auf der „Logos Hope“. „Wir waren nochmal zusammen dort für drei Wochen. Ich im Maschinenraum und meine Frau im Café“, so Öchsle.

Gegründet wurde die Organisation von dem US-Amerikaner George Verwer Anfang der 1960er-Jahre. Ziel ist es, junge Menschen an einen bewusst gelebten christlichen Glauben heranzuführen. Die Arbeit der christlichen Hilfsorganisation und Missionsgesellschaft begann in Mexiko und weitete sich schnell über Europa und Indien aus. Derzeit hat die Organisation über 3200 Mitarbeiter aus 110 verschiedenen Nationen. Etwa 300 sind aus Deutschland.

Die „Logos Hope“ ist bereits das vierte Schiff der Organisation. 1970 wurde das erste Schiff, die „Logos“, gekauft und war voll beladen mit Büchern überwiegend in Indien tätig. 1988 lief sie am südlichen Ende Südamerikas auf Grund. Danach folgten die „Doulos“ (Diener) und die „Logos II“. „Logos“ - das Wort und „Hope“ - die Hoffnung stehen für das Motto, das OM verfolgt. Sie tragen die Botschaft Gottes in die Welt und verbreiten damit Hoffnung.

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