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Gerrit Elser: "Ja" zum Brenzbahn-Ausbau

Breiter aufgestellt denn je nimmt man derzeit Anlauf für einen weiteren Ausbau der Brenzbahn. Mit im Boot ist auch Giengen. Oberbürgermeister Gerrit Elser sieht gleich eine ganze Reihe von Vorteilen für die Stadt - und er kann sich die umstrittenen kommunalen Finanzspritzen für das Bahnprojekt auch aus der Giengener Stadtkasse vorstellen.

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Am Ende war es eine Formsache: Im Namen der Großen Kreisstadt unterschrieb am Montag, 24. Februar, auch Oberbürgermeister Gerrit Elser die „Sontheimer Erklärung“, die am Ende des Brenzbahn-Gipfels im Brenzer Schloss stand. Zunächst nicht mehr als ein schriftliches Statement, doch immerhin mit einer langen Liste von Unterzeichnern.

Erstmals war es Landrat Thomas Thomas Reinhardt gelungen, Vertreter aus dem Ostalbkreis, dem Kreis Heidenheim und dem Alb-Donau-Kreis an einen Tisch zu holen, Brenzbahn-Anlieger aus den Regionen Ostwürttemberg und Donau-Iller sowie Anrainer aus Baden-Württemberg und Bayern an einen Tisch zu holen. Ob nun als Teil einer Nord-Süd-Achse von Nürnberg bis Friedrichshafen, als Bestandteil der geplanten Ulmer Regio-S-Bahn oder als Verkehrsader für den Landkreis – in Brenz wurde mit einer Stimme gesprochen.

„Selbstverständlich ist Giengen da mit im Boot, der Brenzbahn-Ausbau ist eine Super-Chance für die Stadt“, so Gerrit Elser. Und der OB sieht gleich eine ganze Reihe möglicher Chancen, die sich für Giengen mit dem geplanten Ausbau und dem damit verbundenen Stundentakt ergeben würden.

So verweist Elser auf die in Giengen angestrebte Riedanbindung. „Damit wäre ja auch eine Beseitigung des Bahnübergangs in Richtung Hermaringen verbunden“, so Elser – und genau diese Bahnübergänge würden bei einem Ausbau der Brenzbahn ebenfalls infrage gestellt, weil mehr Zugverkehr die Übergänge nicht mehr praktikabel machen würde. Insofern könnte der Brenzbahnausbau sogar die Giengener Planungen beim Straßenverkehr befördern.

Ebenfalls ein Giengener Sonderthema: Das Container-Terminal der BSH. „Es ist immer noch nicht Jedem klar, dass es dort um weit mehr als Kühlschränke geht. Giengen ist eine Drehscheibe für ganz Europa geworden“, so Elser. Und genau darum wäre eine bessere Zuganbindung (die geplanten Ausweichstrecken für den Begegnungsverkehr von Zügen würden schließlich auch den Güterverkehr stärken) eine „enorme Stärkung für den Standort“.

Darüber hinaus sieht der Ob auch all jene Vorteile, die eine bessere Brenzbahn für alle Anliegergemeinden mit sich bringen würde. „Eine bessere Anbindung an Aalen und besonders Ulm ist absolut ein Zukunftsthema für uns“, so Elser. Er verweist auf die Situation im Großraum Stuttgart, wo die dortige S-Bahn selbst Städte wie Herrenberg anbindet, das von Stuttgart deutlich schwerer zu erreichen ist als Giengen von Ulm aus. „Trotzdem hat die S-Bahn sogar Auswirkungen auf die Baulandpreise in Herrenberg gehabt“, sagt Elser: „Mit einer Regio-S-Bahn käme das Brenztal schon deutlich aus der Diaspora heraus“.

Bleibt die spannende Frage nach dem Geld. Auf dem Brenzbahn-Gipfel hatten Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner und Heidenheims OB Bernhard Ilg klar gemacht, dass die Kommunen in Vorleistungen treten könnten, um beispielsweise mit der Finanzierung von Planungen den Ausbau der Bahn zu beschleunigen. Dies trotz der Tatsache, dass für den Bahnausbau eigentlich Bund, Land und Bahn zuständig wären. Doch ein Ziel der Interessengemeinschaft für den Brenzbahn-Ausbau ist es eben auch, hier Mittel zu sammeln.

Ein Option auch für Giengen? Elser hält das durchaus für möglich: „Ich denke, Giengen könnte sich beteiligen und sollte sich auch beteiligen. Wir würden profitieren, würden womöglich mehr Bauplätze verkaufen, neue Einwohner ansiedeln“. Die Brenzbahn müsse also auch Giengen Geld wert sein.

So weit ist das Verfahren freilich noch nicht, die Unterschrift vom Brenzer Bahngipfel war, wie Landrat Reinhardt sagte, „vorerst noch kostenlos“.

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