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Fürs jährliche Dorftheater packt der ganze Verein mit an

Seit 1914 gibt es die Hürbener Theatergruppe, jedes Jahr wird ein neues Stück aufgeführt. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt den hohen Aufwand hierfür.

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Mehr als 20 Theaterstücke pro Jahr: So viele werden von der Theatergruppe Hürben natürlich nicht aufgeführt. Vielmehr handelt es sich dabei um die durchschnittliche Anzahl an Skripten, die sich die 57-jährige Helga Held jährlich durchliest. Sie ist seit drei Jahren Spielleiterin der Laiengruppe des TV Hürben und deshalb auch zuständig für die Auswahl des richtigen Stückes, das jeweils im Frühjahr in der Hürbetal-Halle aufgeführt wird. Und das ist, trotz oder gerade obwohl es sich um eine Laien-Theatergruppe handelt, gar nicht so einfach.

„Ich lasse mir die Hefte von verschiedenen Theaterverlagen zuschicken, schaue, was neu ist und was andere machen, und lese die Beschreibungen“, erklärt die Hürbenerin. Dabei muss sie immer überlegen, was für die Gruppe überhaupt möglich ist – von der Anzahl der Schauspieler bis hin zum zeitlichen Aufwand und der Ausstattung. Dieses Jahr beispielsweise habe sie erst an ein Stück für acht Personen gedacht, doch weil gleich mehrere Stamm-Spieler nicht konnten, musste sie umdisponieren.

Theater kostet viel Zeit

„Männer sind auch nur Menschen“ – so lautet nun der Titel des aktuellen Stücks, für das sie sechs Schauspieler gefunden hat. „Und wenn das dann passt, wird wieder gelesen, gelesen, gelesen“, sagt Held. So hat sie im Prinzip das ganze Jahr über Theater – und muss dies gleichzeitig mit ihrem Beruf in Einklang bringen.

Dass ihr das problemlos gelingt, mag sowohl an ihrer Erfahrung, als auch an ihrer Leidenschaft fürs Theater liegen. 1982 stand die damals 22-Jährige zum ersten Mal mit der Hürbener Gruppe auf der Bühne, übernahm von da an regelmäßig größere Rollen und weiß inzwischen genau, worauf es ankommt. „Ja, es kostet schon viel Zeit. Aber nicht nur mich, sondern auch die Mitspieler“, sagt Held, die dieses Jahr nicht auf der Bühne zu sehen sein wird – als Spielleiterin sei das fast unmöglich, erklärt sie.

Die eigentlichen Proben gehen über drei Monate, jede Woche trifft man sich zwei Mal für je zwei Stunden. Dieses Mal haben die Spieler bis zu 200 Einsätze – also auch entsprechende Textmengen, die sie einstudieren müssen. Zunächst werden einzelne Szenen, dann ganze Akte und am Ende das komplette Stück geübt.

Und wie das in einem kleinen Dorf so ist, müssen dabei Kompromisse gefunden werden: „Am Anfang, wenn der Text noch nicht so gut sitzt, proben wir in der Schule, weil in der Halle die Vereine sind. Erst in den letzten Wochen vor der Aufführung gehen wir dann auf die richtige Bühne, und die Vereine weichen aus“, erklärt Held.

Die Theatergruppe genießt im Dorf großes Ansehen. Sie existiert bereits seit 1914 und kam damit nur ein Jahr nach der Gründung des Vereins zustande. „Damals hatte das finanzielle Gründe. Mit Hilfe der Einnahmen wollte man Sportgeräte anschaffen“, erzählt der 59-jährige Uve Schlumpberger, der schon lange mit auf der Bühne steht. Das Konzept ist bis heute ähnlich: Die Einnahmen fließen komplett in die Vereinskasse. „Es ist aber natürlich so: Wenn wir eine bestimmte Ausstattung brauchen, kaufen wir das auch davon“, sagt Held.

So hat sich im Laufe der Jahre ein ordentliches Equipment angehäuft. Drei verschiedene Wohnzimmer-Ausstattungen, Möbel, Tische, Regale, Deko-Artikel und natürlich auch verschiedene Kleidungsstücke. „Manches leihen wir auch vom Naturtheater aus“, so Held. Welches übrigens, wie es in der Vereinschronik steht, erst fünf Jahre nach der Hürbener Theatergruppe gegründet wurde.

Hinter den Kulissen sind natürlich mehr als nur die sechs Spieler beim Theater mit dabei: Freiwillige vom TV Hürben helfen mit, wo sie können, sei es bei Schreinerarbeiten fürs Bühnenbild, bei der Licht- und Tontechnik, bei Malerarbeiten oder dann am Aufführungstag als Fotograf.

Und das Konzept scheint aufzugehen: Voriges Jahr kamen zu allen drei Aufführungen über 200 Zuschauer. „Und ausgefallen ist das Theater noch nie“, sagt Held stolz.

Das aktuelle Stück der Hürbener Theatergruppe wird am Freitag, 7. April (19.30 Uhr), Samstag, 8. April (19.30 Uhr) und Sonntag, 9. April (17 Uhr) in der Hürbetalhalle aufgeführt. Saalöffnung ist eine Stunde vor Beginn.

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