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Felsenwirtin Elisabeth Drost starb 86-jährig

Trauer um eine Giengener Institution: Felsenwirtin Elisabeth Drost ist am Montag im Alter von 86 Jahren gestorben. Gastlichkeit und Musik – so bleibt sie in Erinnerung.

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So kennt man sie: Felsenwirtin Elisabeth Drost, hier vor einem von ihrem Mann gezeichneten Porträt aus den 60er-Jahren.  Foto: 

Durch zwei Dinge war Elisabeth Drost in Giengen allbekannt: zum einen als jahrzehntelange Wirtin des Gasthauses „Zum Felsen“ an der Bahnhofstraße, zum anderen durch ihre Liebe zur Musik, speziell zum Klavierspiel und zum Gesang. In ihrer Gaststube verbreitete sie Wärme und Freundlichkeit, persönliche Worte mit jedem ihrer Gäste waren selbstverständlich. Kein Wunder also, das ihr viele über Jahrzehnte die Treue hielten. Und kein Wunder, dass gern auch in Giengen auftretende Künstler – der Liedermacher Hannes Wader gleich mehrfach – den Weg in den Felsen fanden.

Und so waren denn nicht nur ihre Bratkartoffeln berühmt, sondern ihre Abende im Gasthaus, wenn sie sich – ohne dass man sie wirklich überreden musste – in der Gaststube an ihr Instrument setzte und mit klarer Altstimme anhob: „Die Gedanken sind frei“, „In einer kleinen Konditorei“, der „kleine Gardeoffizier“, die ganze Palette an Volks- und Kunstliedern hatte sie parat. Und das auf einem stimmlichen Niveau, das selbst Fachleute staunen ließ.

Aber nicht nur in ihrem Gasthaus, auch öffentlich sang sie gern: zum einen im Gesangverein Liederkranz, wo sie lange Mitglied war, aber auch im Pflegeheim Johanneshaus, im Seniorentreff Alte Malzfabrik, oder jetzt diesen Sommer noch im Naturfreundehaus Hasenloch oder bei der Senioren-Stadtranderholung auf dem Bruckersberg, wo sie mit der Band „Felsenexpress“ auf der Bühne stand – und das mit 85 Jahren.

Neben der Musik spielte auch die bildende Kunst eine Rolle in ihrem Leben, und zwar durch ihren Mann und Künstler Olaf Drost, den sie nach dem Krieg in Giengen kennenlernte, mit dem sie drei Kinder bekam, und der 1990 verstarb. Seine Kunstwerke, gern mit Giengener Motiven, wurden auf ihre Initiative hin vor wenigen Jahren in Ulm ausgestellt.

Eine freundliche, fröhliche Frau, ihrer Heimatstadt Giengen stets verbunden, Inhaberin eines „musikantenfreundlichen Wirtshauses“ (wie auf einem von der Liederkranz zu ihrem 80. Geburtstag überreichten Emailleschild zu lesen ist), oder, zusammenfassend: Gastlichkeit und Musik – so bleibt sie in Erinnerung.

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