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EU-Förderung: Brenzregion will weiter Geld erhalten

Seit dem Jahr 2000 fließen EU- und Landesmittel unter dem Namen „Leader“ speziell für die Förderung des ländlichen Raums. Die nächste Phase 2014 bis 2020 steht an, die Leader-Aktionsgruppe Brenzregion bemüht sich um eine Aufnahme.

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Stellten die positiven Effekte des Förderprogramms heraus: (von links) Landrat Thomas Reinhardt, Abgeordneter Roderich Kiesewetter, Renate Wolff (Landfrauen Ulm), Moderatorin Anka Förster, Theodor Nusser (Verwaltungsgemeinschaft Langenau), Matthias Kraut (Bürgermeister Sontheim).  Foto: 

Um konkrete Projekte ging es beim Regionalforum in der Schranne noch nicht, sondern um einen weiteren Schritt im Entwicklungsprozess. Die bislang entwickelten Schwerpunkte und Ideen für die zukünftige Brenzregion wurden vorgestellt. Diese konnten von den Teilnehmern begutachtet sowie hinsichtlich ihrer Chancen oder Risiken mit Punkten bewertet werden. Schautafeln waren hierzu im Bürgerhaus aufgebaut. All dies soll letztlich in ein regionales Entwicklungskonzept fließen, mit dem die Bewerbung um die Aufnahme in die nächste Förderphase beim Landwirtschaftsministerium erfolgen soll.

Josefine Bauer, Leiterin der Leader-Geschäftsstelle im Landratsamt Heidenheim, berichtete, dass bislang 30 Gruppen/Gebiete landesweit Interesse bekundet haben, von denen voraussichtlich rund die Hälfte berücksichtigt wird. Es gibt also einen regelrechten Wettbewerb. Mitte kommenden Jahres, so Bauer, falle voraussichtlich die Entscheidung und man wisse, ob man mit dabei sei.

An der Grundausrichtung des Leader-Programms hat sich auch in der jetzt dritten Phase nichts geändert – Ziel bleibt laut Bauer die Förderung und Stärkung des ländlichen Raums, damit auch junge Menschen und Familien in den Ortschaften bleiben und dort „Lebensqualität spüren“.

Seit 2002 im Leader-Programm dabei

Die Brenzregion ist seit 2002 bei Leader dabei. In den beiden Phasen flossen in rund 200 Projekte rund zwölf Millionen Euro von EU und Land. Große Projekte waren etwa die Hürbener Höhlenwelt, die Burgberger Mühle, der Archäopark oder die Härtsfeldbahn.

Neu wird jetzt sein, dass sich die so genannte „Gebietskulisse“ verändert hat. Sie darf künftig zwischen 40 000 und 120 000 Einwohner haben, weshalb der Ostalbkreis künftig nicht mehr dabei sein wird, sondern nurmehr Teile der Landkreise Heidenheim und Alb-Donau. Gefördert werden sollen neu auch nicht mehr nur investive Projekte, sondern auch andere, zum Beispiel Veranstaltungen. Gewünscht ist eine stärkere Beteiligung der Zivilgesellschaft. Der breitere thematische Ansatz umfasst künftig zusätzlich den Bereich Kunst und Kultur. Weiterhin gibt es Förderung für kommunale wie auch für private und gewerbliche Projekte. Betont wird der Schwerpunkt „Chancen für Frauen“, weshalb die Landfrauen enger als zuvor in den Leader-Prozess eingebunden sind.

Die Chancen von Leader wolle man nutzen, darin waren sich alle Anwesenden einig. In einer von Anka Förster vom Planungsbüro Grontmij moderierten Gesprächsrunde verwies Heidenheims Landrat Thomas Reinhardt auf die Vielzahl gelungener Projekte der Vergangenheit. Etwa beim Backhaus Heuchstetten sei es gelungen, eine Dorfmitte zu reaktivieren. So etwas sei „Leader at its Best“, sagte Reinhardt. Bei Leader würde Kreativität von unten heraus gefördert, Ideen aus der Bevölkerung umgesetzt.

Es müssen nicht immer Großprojekte sein

Sontheims Bürgermeister Matthias Kraut ermunterte gleichfalls zur Teilnahme. Er verwies auf Projekte wie das Brenzer Schloss oder die örtliche Bücherei – „Teilnahme lohnt sich“, sagte er.

Theodor Nusser von der Verwaltungsgemeinschaft Langenau sagte, man sollte die Chance ergreifen, die Leader biete. Und wenn auch Projekte wie der Archäopark Aufmerksamkeit über die Landesgrenzen hinaus erziele, müssten es nicht immer Großprojekte sein. Auch mit kleinen Maßnahmen ließen sich Impulse setzen.

Eine Verbesserung der Lebenssituationen und des Lebensumfelds für Frauen aus allen Generationen verspricht sich Renate Wolf von den Landfrauen aus Ulm durch eine Teilnahme am Leader-Programm. „Wir hoffen auf gute Projekte.“

Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter sagte, durch Leader würden EU-Mittel zurückfließen in den ländlichen Raum, was allein schon gut für den Zusammenhalt in der Region sei. „Die interkommunale Zusammenarbeit wird gefördert.“ Leader könne nicht zuletzt dazu beitragen, den bevorstehenden Aderlass in ländlichen Regionen, wie er dem Kreis Heidenheim aufgrund des demografischen Wandels bevorsteht, aufzuhalten. Es gelte allerdings, nicht nur Fördermittel abgreifen zu wollen, sondern die Mittel sollten sinnvoll eingesetzt und nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden.

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