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Erkundungsfahrt: Nur knapp am Poller vorbeigeschrammt

Zweimal ging's zu Fuß durch die Innenstadt, gestern nun war der Stadtbus das Fortbewegungsmittel: Beim Thema neues Verkehrskonzept für die Innenstadt hat die Verwaltung ungewöhnliche Wege eingeschlagen. Die Rundfahrt durchs Zentrum hin zu ausgewählten Engstellen lieferte wichtige Erkenntnisse.

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So etwas gibt es nicht alle Tage: Per Polizeieskorte ging es gestern Nachmittag per voll besetztem Stadtbus, den die HVG zur Verfügung stellte, auf Tour durchs Zentrum – in Richtungen, die nach heutigem Stand der Verkehrsregelungen nicht erlaubt sind.

„Wir wollen die Probe am Exempel erleben“, so Oberbürgermeister Gerrit Elser. Gemäß einiger Vorschläge zum Verkehrskonzept sollte abgeklärt werden, wie sich diese auf den Busverkehr auswirken. Bewusst wurden mehrere Stationen ausgewählt, bei denen klar war, dass es Schwierigkeiten geben könnte.

Als Knackpunkt erwies sich beispielsweise die Lange Straße, die entgegen der jetzigen Richtung befahren wurde. Im Bus gab es eine einhellige Meinung: Mit Gegenverkehr ist das nicht hin zu bekommen.

Mehrmaliges Rangieren war angesagt

Richtig eng wurde es dann beim Abbiegen von der Langen Straße in die Obertorstraße: Mehrmaliges Rangieren war angesagt. Der Bus schrammte ganz knapp an den aufgestellten Pollern vorbei. „Hier würde nur eine bauliche Veränderung weiter helfen. Diese wäre aber möglich“, so Stadtplaner Günther Ingold.

Angehalten wurde anschließend auf Höhe des Postbergs. Hier gibt es Überlegungen, dass der Bus diesen wie früher bergauf befährt. Allerdings dürfte das dem Belag nicht schmecken. Dieser dürfte durch Busverkehr Schaden davon tragen. Allerdings: Es gab nicht wenige Stimmen im Bus, die eine Öffnung für den Stadtbus für gut befanden und zudem eine Haltestelle bei Steiff vorschlugen.

Wie wichtig Haltestellen im Zentrum sind, verdeutlichte HVG-Betriebsleiter Ralf Kuschel. Am Rathaus und bei der Marktpassage seien weiter Haltepunkte nötig. „Wir müssen die Fahrgäste dort abholen, wo sie sich bewegen“, so Kuschel, der zudem darauf hinwies, dass es bei den einstündigen Schleifen durch Giengen keine Verzögerungen gegen darf. Der Bus müsse im Fluss bleiben, sonst sei der Takt nicht einzuhalten. Dass das Fahren in Giengens Zentrum nicht immer ein Vergnügen ist wurde gestern auch deutlich, als durch die Hohe und die Niedere Straße ging.

Ein Plädoyer für den Stadtbus

In der anschließenden Diskussion im Ratsaal gab es von OB Elser ein Plädoyer für den Stadtbus. Es habe sich gezeigt, dass sehr viel Verkehr in der Innenstadt unterwegs sei. „Es wird mehr gefahren als gegangen“, sagte das Stadtoberhaupt. Oberste Priorität müsse aber der Fußgänger haben. Klar sei aber, dass der Bus ins Herz der Stadt gehöre.

Nach Begehungen und Fahrt mit großer Beteiligung durch die Bürger wird die Verwaltung nun daran arbeiten, gangbare Lösungen auszuarbeiten, die anschließend dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt werden.

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