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Endlich: Rettungsdienste fusionieren

Was lange währt wird endlich gut: Festakt aus Anlass der Gründung der neuen Gesellschaft „DRK Rettungsdienst Heidenheim–Ulm gGmbH“ in der Giengener Rettungswache gefeiert.

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„Jetzt sind wir auf Kurs“: Der Präsident des DRK–Kreisverbands Heidenheim, Albert Tränkle, freute sich, dass nach vielen Jahren des Verhandelns die neue Gesellschaft mit den fusionierten DRK-Kreisverbänden aus Ulm und Heidenheim möglich wurde.  Foto: 

Ein Traum wird wahr, eine Idee wird Wirklichkeit: Mit diesen Worte eröffnete Albert Tränkle, Präsident des DRK-Kreisverbands Heidenheim den Festakt und das Sommerfest aus Anlass der Gründung der „DRK Rettungsdienst Heidenheim-Ulm gGmbH“, also der fusionierten Gesellschaft der Rettungsdienste von  Alb-Donau, Ulm und Heidenheim. Die offizielle Vertragsunterzeichnung dieser Fusion war bereits am 27. Juni in Ulm erfolgt, mit Rückdatierung auf den 1. Januar 2017, der Festakt erfolgt jetzt in Giengen. Es müsse zusammenwachsen, was längst zusammen gehöre, so Tränkle weiter. Die Menschen in der Region Ulm-Heidenheim, die auf Hilfe angewiesen seien, hätten eine riesengroße Erwartungshaltung. Aber man habe viel vor in nächster Zeit. Tränkle erinnerte daran, dass das ersehnte Ziel, für das seit acht bis neun Jahren gearbeitet wurde, fast noch gescheitert wäre, wegen der zunächst ungeklärten Übernahme der Gewährsträgerschaft für die Altersversorgung der Mitarbeiter, aber jetzt sei man auf Kurs. „Machen wir das bestmögliche draus“, schloss Tränkle.

Weichenstellung für die Zukunft

Heidenheims Landrat Thomas Reinhardt sah in der neuen Gesellschaft und dem gemeinsamen Rettungsdienst eine Weichenstellung für die Zukunft mit zahlreichen positiven Effekten und letztlich eine Stärkung für alle Kommunen, dazu Sicherheit für die Beschäftigten, Verbesserung bei der Aus- und Weiterbildung, mehr Effektivität, eine bessere Ausgestaltung und Koordination bei landkreisübergreifenden Einsätzen. Auch er blickte zurück auf die die bürokratischen Hindernisse und formalen Hürden, die den Fusionsprozess zu einer Zitterpartie machten und dieser zu einem Thema sogar für das Regierungspräsidium und das Innenministerium wurde. Eine Vielzahl an Gesprächen und Jahre des zähen Verhandelns seien nötig geworden, bis sich „die aufgeblasenen Elefanten“, die der Verschmelzung im Weg standen, letztlich aufgelöst hätten.

Nach Jahren des Bangens und Hoffens kehre jetzt Entspannung ein, und es gelte unter anderem, mit dem neuen Rettungsdienst das Niveau der landesweit einen Spitzenplätze einnehmenden Hilfsfristen zu halten. Reinhardt erwähnte noch die in der Region geplanten Erweiterungs- und Neubauten sowie das Vorhaben, bei der Ausbildung den Rettungssanitätern ein duales Studium zu ermöglichen.

Dr. Götz Hartung, Ehrenpräsident des DRK-Kreisverbands Ulm brachte den Gedanken der regionalen Verbundenheit ins Spiel und erinnerte daran, dass bereits 2006 die klare Zielsetzung einer Zusammenführung herrschte.

Regionale Verbindung gestärkt

Jetzt sei man im Handelsregister eingetragen und handlungsfähig. Es sei nicht weniger als eine neue Ära für das Rettungswesen in der Region. „Wir brauchen viel mehr regionale Verbindungen“, so Hartung. Er erinnerte daran, dass die neue Gesellschaft mit 16 Millionen Euro Umsatz ein mittelständisches Unternehmen darstelle, das rund 300 Mitarbeiter habe. Von diesen wurden im vergangenen rund 60 000 Einsätze bewältigt.

Dr. Bernhard Konyen, Heidenheims DRK-Kreisverbandsarzt, sagte, der Kampf gegen Bürokratie und Formalitäten habe sich gelohnt, Zweifler seien eines besseren belehrt worden. Auch im Rettungswesen nehme der Wettbewerbsdruck zu. Die neue große Gesellschaft diene aber nicht nur der Effizienzsteigerung, die notärztliche Versorgung der Bevölkerung in den Kreisen Heidenheim und Alb-Donau sowie der Stadt Ulm sei mehr als sichergestellt, sie sei ein Garant für die Stabilität der Hilfsfristen. Der umfangreiche Mitarbeiterpool könne Personalausfälle besser kompensieren, über insgesamt acht Rettungswachen würden die Einsätze abgedeckt. 61 Fahrzeuge, zum Teil hochspezialisiert, stehen zur Verfügung. Die Zusammenarbeit mit der Luftrettung sowie dem Transport von Blutprodukten ergänzen das Spektrum. Nicht zuletzt die Ausbildung von Notfallsanitätern sei ein Kernbereich der Gesellschaft, auch hier gebe es einen Fachkräftemangel. Er habe schon viele Meilensteine erlebt, schloss Konyen, jetzt gelte weiterhin das Ziel, „den Menschen so gut zu helfen wie es geht.“

Diese Ehe wird halten

Der Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg, Josef Bühler, verspricht sich durch die neue Gesellschaft eine weiterhin gute Zusammenarbeit auf neuer Basis. Man habe jetzt eine starke Rettungsdienstorganisation, die man auch brauche, allein schon wegen des leergefegten Arbeitsmarkts für den Notfalldienst. Der Prozess, bis es zur Fusion kam, habe den Beteiligten mächtig zugesetzt, was zumindest den Vorteil habe, dass man sich gut kennenlernen konnte. Bühlers Fazit: „Diese Ehe wird halten.“

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