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Der Verein Kleinkunst gibt auf

GIENGEN. Die kulturelle Szene in der Stadt dürfte in absehbarer Zeit um einiges an Attraktivität verlieren: Dem Verein Kleinkunst in der Schranne steht die Löschung aus dem Vereinsregister bevor. Klaus Kälble will als Vorsitzender nicht weiter machen. Ein Nachfolger aus den eigenen Reihen ist nicht in Sicht.

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Der Verein Kleinkunst in der Schranne hatte mehr als zehn Jahre ein ansprechendes kulturelles Programm geboten, wie beispielsweise die Band Global Kryner. Jetzt findet sich niemand für den Vorsitz des Vereins. Dieser wird deshalb wohl im kommenden Jahr aufgelöst.  Foto: 

Jazz auf dem Hopfenboden, Konzerte auf dem Kirchplatz, Musik-Combos in der Hürbetal-Halle oder Kabarett am angestammten Platz unter dem Dach des Bürgerhauses: Mit ihrem abwechslungsreichen, nicht immer für die breite Masse tauglichen, aber keineswegs abgehobenen Programm hat der Verein Kleinkunst in der Schranne einen beträchtlichen Beitrag zum kulturellen Leben Giengens geleistet.

Damit ist wohl bald Schluss. Programm für den Herbst wurde keines mehr aufgelegt. Kleinkunst-Termine in den nächsten Wochen sucht man vergeblich.

Seit 1992 an der Spitze des Vereins

„Es wird noch eine Abschlussveranstaltung mit zwei Gruppen im kommenden Jahr geben. Das war's dann aber wohl“, sagt Klaus Kälble, der seit der Gründung des Vereins im Jahr 1992 an vorderster Stelle steht. „Ich will und kann jetzt nicht mehr weitermachen“, so der langjährige Vorsitzende. Im Frühjahr dieses Jahres hatte es eine Versammlung gegeben, bei der das Amt des Vorsitzenden hätte gewählt werden sollen. Kälble selbst trat nicht mehr an. Aber auch kein anderes der gut 50 Mitglieder. Kälble leitet den Verein nun kommissarisch. Jetzt, gut sechs Monate später, ist immer noch keine Lösung in Sicht. So wird die nächste Hauptversammlung wohl die letzte sein. „Wir werden uns dann mit der Auflösung beschäftigen müssen“, sagt Kälble.

Im Verein gehörten etwa 15 Mitglieder dem „harten Kern“ an. Aus diesem Kreis sei keiner bereit, die Verantwortung zu übernehmen. „Es ist sehr viel Arbeit. Einer muss die Fäden in der Hand halten. Das kann und will auch nicht jeder“, so Kälble, der schon vor dem Einsatz in Giengen in Herbrechtingen Konzerte organisierte. Für jede Veranstaltung mit Auf- und Abbau sei sehr viel Engagement nötig.

Von Freitag bis Sonntag sei man da schon mal eingespannt gewesen – ohne die Buchung der Gruppen. „Es war eine schöne Zeit. Wir haben viele tolle Menschen kennen gelernt und auch ein gutes Programm geboten. Die Mischung, die wir geboten haben, konnte sich sehen lassen. Es hat sich nicht nur kulturell gelohnt. Übers Jahr gesehen haben wir auch nie Miese gemacht“, so der Vorsitzende.

Gutes Verhältnis zu Künstlern aufgebaut

Nicht nur den aktiven Mitgliedern hat ihr Schaffen Freude bereitet: Zu einigen Künstlern wurde ein gutes Verhältnis aufgebaut. Weil sie die Wohlfühl-Atmosphäre schätzten, sind sie gerne wieder gekommen. So sind viele meist kleine, aber feine Veranstaltungen in der Schranne und andernorts angeboten worden.

Das ist jetzt aber Vergangenheit: „Irgendwann ist es nicht schlecht, wenn man aufhört“, sagt Kälble.

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