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Camper in Hürben: „Bei gutem Wetter kann's ja jeder“

Aufgrund des Wintereinbruchs gibt es beim Höhlenhaus in Hürben derzeit nur wenige Camper. Denen, die da sind, macht das kalte Wetter nichts aus.

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Der Wind pfeift. Es schneit. Die Wiese ist teilweise mit Eis bedeckt. So haben sich Camping-Liebhaber die freien Tage um Ostern sicherlich nicht vorgestellt. Die meisten bleiben lieber daheim oder reisen in wärmere Gegenden.

Auch auf dem Wohnmobilstellplatz beim Höhlenhaus in Hürben – ein beliebtes Touristenziel – ist nicht viel los. Dabei sah es am Karfreitag noch ganz anders aus. „Das schlechte Wetter macht sich sofort bemerkbar. Viele sagen geplante Campingfahrten wieder ab,“ weiß Susanne Prechtel vom Höhlenverein. Seit dem Bau des Höhlenhauses vor gut zehn Jahren kümmert sich der Verein um den Wohnmobilplatz.

Zum ersten Mal im Schnee gecampt

Dennoch lassen sich ein paar Camper von dem winterlichen Wetter nicht abhalten. „Bei gutem Wetter kann es ja jeder“, sagt Hans-Peter Schumann, der aus der Nähe von Kassel kommt. Gemeinsam mit seiner Frau Jutta und den drei Hunden hat er die Nacht auf dem Stellplatz auf dem Giengener Schießberg verbracht – das erste Mal bei Schnee.

Eine Entsorgungsstation gibt es dort allerdings nicht. Um Frischwasser zu tanken und das schmutzige Wasser abzulassen, machten sie daher einen Zwischenstopp in Hürben.

Heizung und Warmwasser

Dass der Winter Mitte April nochmal zurückkehrt, damit hatten die beiden nicht gerechnet. Seit längerem ist die Tour geplant gewesen. „Normalerweise campen wir im Winter nicht. Sieht so aus, als machen wir es jetzt doch“, sagt Hans-Peter Schumann lachend. Seit es den Hürbener Stellplatz gibt, also seit 2006, kommt das Ehepaar hierher. 2007 wurde der Platz vergrößert. Seither können hier 15 Fahrzeuge untergebracht werden.

Auch ein Camper aus der Region hat es sich auf dem einsamen Platz gemütlichen gemacht. Seit drei Tagen ist er bereits in Hürben. Wohlig warm ist es in seinem Wohnmobil. Auf dem Stellplatz gibt es einen Stromanschluss, die es ihm ermöglicht eine kleine E-Heizung zu betreiben. Falls es mal keinen Strom geben sollte, kann er auf eine Gasheizung ausweichen.

Dadurch fehlt es ihm auch nicht an Warmwasser. „Das schlechter Wetter hält mich nicht vom Campen ab. Es ist ja auch hier warm,“ sagt er. Außerdem mache das den Freigeist der Reisemobilisten aus: „Wir sind nicht ans Wetter oder örtliche Gegebenheiten gebunden.“

Sauberkeit und ruhige Lage

Zudem müsse der Wohnmobilist ohnehin oft mit seinem Hund raus – egal bei welchem Wetter. „Ob ich das daheim mache oder hier, macht ja keinen Unterschied,“ sagt er. Die Gegend um Hürben finde er zum Laufen und Fahrradfahren sehr attraktiv. Am Wohnmobilstellplatz beim Höhlenhaus schätzt er vor allem die Sauberkeit und die ruhige Lage.

„Ich bin immer wieder gern hier, um mich zu erholen.“ Und sogar ein wenig Luxus gibt es: So stehen den Wohnmobilisten während der Öffnungszeiten des Höhlenhauses eine richtige Toilette und eine Dusche zur Verfügung.

In den Wintermontaten sind im Monat durchschnittlich fünf bis sechs Wohnmobile auf dem Platz, Dabei sind die Gäste hier etwas eingeschränkt: „Von November bis März gibt es kein Frischwasser, damit es nicht einfriert“, erklärt Prechtel vom Höhlenverein. Zum Frühlingsanfang kommen schon deutlich mehr Wohnmobilisten nach Hürben. Um die 20 Fahrzeuge sind es im März. Spitzenmonat ist der August mit im Schnitt 150 Wohnmobilen.

2016 über 800 Wohnmobile

Dass der Stellplatz unter den Wohnmobilisten längst die Runde gemacht hat, beweisen die Zahlen. Jedes Jahr kommen mehr Campingfreunde nach Hürben. 823 Fahrzeuge zählte der Höhlenverein 2016. 2015 waren es mit 750 Wohnmobilen noch deutlich weniger. Der Großteil der Camper kommt dabei aus Deutschland.

Aber auch aus dem Ausland zieht es immer mehr Menschen nach Hürben. „Die Leute kommen verstärkt aus den Niederlanden und der Schweiz“, sagt Prechtel. Die Schweizer würden offen zugeben, dass es hier billig sei. Aber auch Urlauber aus Großbritannien und Schweden haben schon den Weg nach Hürben gefunden.

Zumeist verbringen die Urlauber eine Nacht auf dem Wohnmobilstellplatz. Viele sind auf der Durchreise und legen in Hürben einen Zwischenstopp ein, weiß Prechtel. Oftmals entdecken sie dabei den Reiz des Hürbetals und kommen wieder.

Manche verlängern auch spontan. Zur Zeit ist das sicherlich unwahrscheinlich. Die meisten werden auf schöneres Wetter warten. Wohnmobilist Hans-Peter Schumann kann das nicht verstehen: „Wenn es mir in der Gegend gefällt, ist das Wetter doch egal.“

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