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Brücke über Bahnlinie wird abgerissen

Die Tage der Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die Bahnlinie bei der BSH sind gezählt: Noch in diesem Jahr soll der Verbindungsweg gesperrt werden. 2016 erfolgt der Abriss.

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Die Brücke über die Bahnlinie zwischen Hossenriedstraße und Bahnhofstraße ist ein Sanierungsfall. Die Kosten für weitere Reparaturen – saniert wurde auch schon 2003 – sind aber enorm hoch. Das Bauwerk soll deshalb kommendes Jahr abgerissen werden.  Foto: 

„Diese Brücke ist ein Rätsel mit sieben Siegeln“, so Oberbürgermeister Gerrit Elser in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats hinsichtlich der im Mai 1992 eingeweihten Brücke. 200 Meter lang ist das Bauwerk, das die Südstadt mit der Schwage verbindet.

Dass die Brücke Schäden aufweist, ist schon länger klar: Erste Untersuchungen hinsichtlich Schäden wurden vor fünf Jahren vorgenommen. Damals wurde festgestellt, dass eine durch Chlorid verursachte Korrosion vorliegt. Weitere Untersuchungen folgten. Fest steht, dass das Bauwerk vor allem Probleme an den Fugen zwischen den einzelnen Überbauten im Bereich der der Achsen aufweist.

Zudem sind noch die Übergangsbereiche zwischen den Brüstungen und der Fahrbahnplatte undicht. Das Hauptproblem bleibt aber die Durchfeuchtung der Unterbauten, was zu Folgeschäden wie Hohlstellen, Rissen, Beton-Abplatzungen geführt hat.

„Dieses Bauwerk zu sanieren ist ein Irrsinn“, sagte Helmut Schönberger vom Tiefbauamt im Gemeinderat. Erstens sei es schwierig, eine Firma zu finden, die Reparaturen für Fixkosten übernehme. Zweitens sei nicht gewährleistet, dass eine Sanierung auf Dauer Besserung verspricht. „Das könnte auch eine never ending story werden“, wie OB Elser bemerkte.

Acht Pfeiler tragen das Brückenbauwerk. Die Sanierung der Pfeiler sei sehr aufwendig und nur mit Hilfskonstruktionen zu bewerkstelligen. Pro Stütze sei mit Kosten in Höhe von 160 000 Euro zu rechnen. „Aus wirtschaftlichen Gründen kann nur die Sperrung des Bauwerks und ein zeitnaher Abriss empfohlen werden“, so Schönberger.

Nutzer-Zählungen hätten ergeben, dass 90 Prozent derer, die sich auf der Brücke bewegen und diese als Verbindungsweg nutzen, bei der BSH angestellt seien. Wie in der Sitzung mitgeteilt wurde, wolle sich der Kühlgeräte-Hersteller nicht an Kosten für Sanierung und Abriss betetiligen, sondern strebe auf dem Firmengelände eine eigene Lösung – zusätzlich zur schon bestehenden Verbindung der einzelnen Werksteile an.

Seitens der Stadtverwaltung wurde aufgezeigt, dass der „Umweg“ über die große Brücke an der Ulmer Straße nur wenige Meter betrage.

Beschlossen wurde von den Mitgliedern des Gemeinderats, die Brücke Ende des Jahres zu sperren. Der Abriss, für den 250 000 Euro veranschlagt werden, soll dann im kommenden Jahr erfolgen.

Zunächst ist kein Ersatz-Bauwerk vorgesehen. Wie Helmut Schönberger erklärte, lägen die Kosten dafür ebenfalls bei mindestens 250 000 Euro – dann aber nur als reine Fußgängerbrücke. Bei einer zusätzlichen Nutzung durch Radfahrer müssten etwa 400 000 Euro ausgegeben werden.

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Kommentare

30.07.2015 22:02 Uhr

Neubau nur für Fußgänger?

Ein Neubau und dann nur für Fußgänger? - Was ist das denn für eine dämliche Lösung?

Wenn ich etwas neu baue, dann mache ich das doch nicht nur für eine Gruppe, sondern auch für andere Nutzer! - Das wäre ja so als ob man die Nutzung nur Giengener Bürgern vorbehält. Wo bleibt da die Gleichbehandlung?

Im Übrigen, wenn ich Umweltschutz fördern will, dann schließe ich nicht diejenigen aus, die kein Auto fahren und lieber das Zweirad nutzen, sondern investiere in die Infrastruktur um möglichst viele Bürger zum Umstieg aufs Zweirad zu bewegen.

Wenn ich lese, das Bauwerk zeigt Schäden durch Korrosion, dann frage ich mich wer da schon wieder gepfuscht hat. Eine fachgerechte Konstruktion aus Stahlbeton sollte sicher keine Korrosion durch Chlorid etc. aufweisen. Andernfalls müsste man ja regelmäßig sämtliche Brücken abreißen oder sanieren.

Soso, der Kühlgeräte-Hersteller will sich also nicht an den Kosten beteiligen, sondern strebt auf dem Firmengelände eine eigene Lösung an. Na wenn das so ist, dann sollte sich die Stadt vielleicht mal überlegen die Gewerbesteuer zu erhöhen, und zwar wegen mangelnder Solidarität gegenüber der Stadt und ihren Bürgern.

Wenn Bosch schon Geld für eine eigene Lösung auf dem Betriebsgelände ausgibt, dann können sie sich auch zur Hälfte an den Kosten für einen Neubau beteiligen der allen Bürgern zu Gute kommt - Egoismus pur!

Man kann nur hoffen, dass ein Neubau möglichst schnell erfolgt und entsprechend Fachgerecht ausgeführt wird. Gegen möglichen „Pfusch am Bau“ sollte sich die Stadt auf alle Fälle absichern!

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