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Asylkreis ist auf mehr helfende Hände angewiesen

Im August 2014 kamen die ersten Flüchtlinge in Giengen an, in diese Zeit fällt auch die Bildung des Freundeskreises Asyl. Seither hat sich die Zahl der Flüchtlinge vervierfacht, doch viele der Helfer der ersten Stunde wollen endlich mal kürzer treten.

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Seit die Balkan-Route quasi dicht ist und nur noch einige Hundert Flüchtlinge das Land erreichen, fallen auch im Landkreis Heidenheim die Zahlen: erst jüngst wurden noch knapp 30 zugewiesene Asylbewerber gezählt, laut aktuellen Zahlen leben in den 38 Unterkünften im Kreis Heidenheim 1632 Flüchtlinge und Asylbewerber. Der Aufwand, den die freiwilligen Helfer in den Asylkreisen vielerorts leisten, ist deshalb aber kaum geringer geworden.

Außenstelle der Ellwanger LEA wird nicht belegt

Helga Dombrowsky und Traudel Huber vom Giengener Freundeskreis Asyl (FKA) wissen davon ein Lied zu singen: Zu den bereits Mitte 2014 vorhandenen Unterkünften in der Bühlbergstraße und am Ulmer Platz sind längst weitere in der Planiestraße, im Pommernweg, im Schwesternwohnheim (Jahnstraße) sowie die Behelfsunterkunft in der Heidenheimer Straße dazu gekommen. Die Außenstelle der Ellwanger LEA im ehemaligen Mayer-Verwaltungsgebäude wird nun erst mal nicht belegt.

80 Freiwillige helfen 333 Menschen

Sicher ist aber, dass die in den Giengener Unterkünften vorläufig untergebrachten Asylbewerber – nach aktuellem Stand 333 – auf die Unterstützung der rund 80 im Freundeskreis organisierten freiwilligen Helfer zählen können. Deren Zahl stagniert seit einiger Zeit, die Fülle an Aufgaben hat in den vergangenen Jahren aber eher zugenommen. Heißt: Der Asylkreis ist auf mehr helfende Hände angewiesen. „Wir müssen einige unserer Ehrenamtlichen entlasten“, so Huber. Einige sind seit Herbst 2014 in der Flüchtlingsbetreuung engagiert und seien inzwischen „echt ausgepowert, einige auch zunehmend frustriert“, ergänzt Dombrowsky.

Zusammenarbeit durch Koordinatorin besser

Das wiederum hat auch oft seine Gründe in der nicht immer einfachen Zusammenarbeit zwischen Ehrenämtlern und den für die Asylbewerber zuständigen Behörden. „Es gibt immer noch viele Fragen und Unklarheiten“, so Dombrowsky. Seit einiger Zeit hat der Freundeskreis aber mit Christine Schulten von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) eine direkte Ansprechpartnerin in Giengen. „Das ist eine enorme Erleichterung“, so Dombrowsky. Die Zusammenarbeit sei zuvor nicht immer effektiv gewesen, man habe auch nicht immer die Reaktion bekommen, die man sich gewünscht habe.

Die Zusammenarbeit sei durch die vermittelnde Arbeit der für den südlichen Landkreis zuständigen Koordinatorin besser geworden. „Dieser Kontakt fehlte bisher.“ Dankbar sei man auch der Stadtverwaltung, dass man wiederholt den Eichamtssaal oder den Blauen Saal der Walter-Schmid-Halle für Veranstaltungen nutzen könne. Was dringend benötigt würde, aber immer noch nicht auf den Weg gebracht ist, sei das Flüchtlingsbüro. Doch das befinde sich wohl leider immer noch in der Schwebe, so Dombrowsky.

Bevölkerung engagiert sich nach wie vor gern

Schwerpunkt der aktiven Flüchtlingsarbeit der vergangenen Monate waren vor allem die neu hinzugekommene Behelfsunterkunft im ehemaligen Supermarkt in der Heidenheimer Straße und das einstige Schwesternwohnheim am Schießberg. Fürs Schwesternwohnheim soll ein Schießberg-Team gebildet werden, das sich ausschließlich um die dort lebenden Bewohner aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und Nigeria kümmert. Überhaupt zeigt sich die Freundeskreis-Sprecherin beeindruckt darüber, dass von Seiten der Bevölkerung die Initiative, sich zu engagieren, nach wie vor hoch ist.

Viele Hoffnungen setzt der FKA in das Engagement jüngerer Leute, die sich speziell um die jüngeren Flüchtlinge kümmern. „Deren Lebenswelten sind ähnlich, sie sind gut vernetzt, nutzen die neuen Medien.“ Einen wichtigen Schritt sieht Dombrowsky in der erst kürzlich aufgelegten Homepage des Freundeskreises, auf der sich Interessierte unter anderem über die Situation der Flüchtlinge in Giengen oder über die Arbeit des Freundeskreises informieren können.

Zunächst einmal will sich der Freundeskreis selbst strukturell nochmal anders aufstellen. Bei der morgigen Infoveranstaltung im Blauen Saal in der Walter-Schmid-Halle sollen deshalb sieben Arbeitsbereiche gebildet werden, darunter etwa zum Sprachunterricht, Arbeit/Praktika, zu Umzügen, aber auch Häuserteams, die sich speziell und ausschließlich um die Betreuung der Flüchtlinge kümmern. Ein dreiköpfiges Führungsteam soll den Freundeskreis nach außen hin vertreten, die Verantwortlichen der Arbeitsbereiche sich künftig untereinander regelmäßig austauschen. „Wir brauchen einfach mehr Orientierung: was war, was ist, wie geht's weiter?“, so Dombrowsky. Auch, um die bisher vielfach Engagierten über kurz oder lang zu entlasten. „Ich bin seit 30 Jahren ehrenamtlich in Giengen unterwegs. Ich möchte auch einfach mal ein bisschen Rente machen.“

Das Treffen der ehrenamtlichen Helfer und neuer Interessierter an der Arbeit des Freundeskreises Asyl am morgigen Donnerstag, 21. April, beginnt ab 18 Uhr im Blauen Saal der Walter-Schmid-Halle. Moderiert wird die Veranstaltung von Christine Schulten, Koordinatorin des Landratsamts.

Hier gibt es unseren Themenschwerpunkt Asyl.

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