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Architekten aus der Region für sozialen Wohnungsbau

Architekten aus der Region wollen sich für eine Wohnungsbauoffensive im Landkreis engagieren und dabei den derzeit kaum stattfindenden sozialen Wohnungsbau wieder ins Gedächtnis rufen. Konkrete Ratschläge oder Vorgehensweisen blieben beim „Wohnungsbaugipfel“ in der Schranne allerdings aus.

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Stark akademisch gefärbt und sehr abstrakt blieb vieles von dem, worüber zwischen den Teilnehmern des sechsköpfigen Podium unter der Moderation von Prof. Rainer Mertes diskutiert wurde. So wurde im Publikum, das zu großen Teilen nicht aus Architektur-Fachleuten, sondern auch aus praxisorientierten Stadt- und Gemeinderäten bestand, denn auch Enttäuschung über den Abend geäußert. Der Sachverhalt nämlich ist durchaus konkret, wie seitens der einladenden Architektenkammergruppe Heidenheim deren Vorsitzender Wolfgang Sanwald verdeutlichte. Es gebe in der Region selbst ohne die aktuelle Flüchtlingsthematik einen großen Nachholbedarf im Bereich des sozialen Wohnungsbaus. Aktuell orientiere er sich an der vorhandenen Nachfrage nach eher hochpreisigem Wohnbau. Als Beispiel hierfür nannte Sanwald das  Ploucquet-Areal<span style="display: none;"> </span> in Heidenheim oder das Projekt der Kreisbau auf dem AWG-Areal in Giengen.

350 Wohnungen erstellt, aber 590 benötigt

Im Landkreis wurden im Zehn-Jahres-Schnitt jährlich rund 350 Wohnungen erstellt, aber eigentlich 590 benötigt – auch das ohne die Flüchtlingsthematik. Preisgünstiger Wohnraum mit guter Qualität sei aber wichtig, angesichts des demografischen Wandels, veränderter Familienstrukturen, veränderter Mobilität und sozialer Spreizung. Die geplanten Bauvorhaben hierbei bezeichnete Sanwald als „Tropfen auf den heißen Stein“.

Seitens der Städte Giengen und Heidenheim sagten die Stadtentwickler Günther Ingold und Andrea Nußbaum, dass bei der Städtebauförderung das Bauliche und das Zusammenleben der Bewohner gleichermaßen wichtig sei. Nicht Investives werde eine immer größere Rolle spielen. Es gehe darum, ein familienfreundliches Umfeld zu schaffen. Ein Problem der vorausschauenden Planung sei, so Ingold (Giengen), dass nicht zu erkennen sei, was künftig auf die Stadt zu komme. Es geschehe vieles schneller und kurzfristiger.

Bezahlbarer Wohnraum Aufgabe des Staates

Architekt Rainer Hofmann sagte, egal wie lange Menschen an einem Ort wohnen, und auch wenn dies natürlich von Faktoren wie dem Arbeitsplatz abhängig sei, hätten ein Bedürfnis nach Verwurzelung, Sicherheit und einer „Aneignung“ ihres Lebensraums. Derlei sei bei Neubauprojekten der Vergangenheit kaum bedacht worden, weshalb diese Wohngebiete oft so scheußlich seien.

Georg Ruf, Bürgermeister a.D. und Vorstand der Kreisbaugesellschaft Ostalb, sagte, dass die Förderung bezahlbaren Wohnraums eindeutig Aufgabe des Staates sei, gleichermaßen von Bund, Ländern und Kommunen. Ermöglicht werden könne dies durch steuerliche Anreize, die derzeit fehlten, sowie vereinfachte Bauvorschriften. Auch müsse die kommunale Familie den Wohnbau als Aufgabe entdecken und könnte beispielsweise günstig Bauland zur Verfügung stellen. Experimentell biete man seitens der Kreisbaugesellschaft auch neue neue Wohnformen, wie etwa ein Senioren-Haus, wo Ältere, die keinen Pflegebedarf haben, zusammen leben können.

Wohnungsbau-Mut im ländlichen Raum forderte Architekt Wolfgang Sanwald ein. „Mehr Experimente wagen, neue Formen des Wohnens zulassen, hierfür optimalen Wohnraum schaffen und dabei auch welchen für den kleinen Geldbeutel anbieten.“

Hier gibt es mehr zum Thema Immobilien im Kreis Heidenheim.

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