Partner der

Abkehr von der Gigantomanie

Neues Baugebiet am Giengener Bruckersberg fällt deutlich kleiner aus als noch vor wenigen Jahren geplant.

|
Statt eines Baugebiets mit 45 Hektar, wie es 2005 noch vorgesehen war (blau eingefärbte Fläche), backt die Stadt jetzt beim Bauplatzangebot auf dem Bruckersberg kleinere Brötchen. Unlängst wurde ein Gebiet mit drei Hektar Fläche (rot) ausgewiesen.  Foto: 

Abkehr von der Gigantomanie: Drei Hektar umfasst der „Bebauungsplan Bruckersberg Süd“. Im Jahr 2005 war noch mit 45 Hektar geplant worden.

Damals wollte man planerisch die Weichen dafür stellen, dass in den nächsten drei bis vier Jahrzehnten mehr als 2000 Menschen im Giengener Süden eine neue Heimat finden sollten.

„Unser Ansatz war damals, einen Entwurf über mehrere Jahrzehnte bis zum Ende zu denken. Der Planungszeitraum ging dabei deutlich über den sonst üblichen Horizont von 15 Jahren hinaus. Unsere Annahme war, dass die Stadt weiter wachsen werde. Durch ein ausreichendes Bauplatzangebot wollten wir parallel zum Dienstleistungssektor Wachstum erzeugen“, so Stadtplaner Günther Ingold im Rückblick auf die ursprünglichen Planungen.

Die tatsächliche Entwicklung habe sich allerdings anders dargestellt. Wenig hilfreich für das Unterfangen, ein großes Baugebiet auszuweisen, sei der Wegfall der Eigenheimzulage zum Januar 2006 gewesen.

Zudem sei man seitens der Stadt dazu übergegangen, in allen Ortsteilen Bauplätze anzubieten. In Giengen selbst wurde ein differenzierteres Angebot aufgebaut. Ingold berichtet von einer konstanten Nachfrage in der Memminger Wanne sowie einem erstaunlich gut verlaufenden Verkauf von Plätzen in Sachsenhausen. Auch in Burgberg habe es offenbar einen Nachholbedarf gegeben, der mittlerweile bedient sei. Lediglich im Flecken in Hohenmemmingen und in Hürben stocke die Veräußerung von städtischem Baugrund.

Ein weiterer Faktor, der gegen die Ausweisung eines groß dimensionierten Baugebietes am Bruckersberg spreche, sei die Tatsache, dass seit 2006/2007 verstärkt auf die Innenentwicklung gesetzt werde. Dies geschehe auch aufgrund des „Drucks von außen“ durch das Land und die Regionalplanung. Änderungen im Baugesetzbuch zielten auf den Bodenschutz ab.

Geändert habe sich auch der städtische Planungsansatz, viel Land vorzuhalten und damit auch in erhebliche Vorleistungen gehen zu müssen. „Wir wollen flexibler sein und auch die Vorhaltungskosten senken“, so der Stadtplaner.

Nicht zuletzt die demografische Entwicklung habe zu einer Abkehr von den groß dimensionierten Plänen geführt. Im Zeitraum von 2001 bis 2004 lag die Einwohnerzahl relativ konstant bei 20 400. Im Herbst des vergangenen Jahres lebten allerdings nur noch etwa 19 500 Bürger in Stadt und Teilorten.

„Aus all diesen Gründen wollen wir die Entwicklung vorsichtiger und kurzfristiger betrachten, um so auch auf Änderungen flexibel reagieren zu können“, sagt Ingold.

Lesen Sie jetzt die eZeitung schon ab 0,99 € / Monat
Die digitale 1:1-Ausgabe der Heidenheimer Zeitung steht Ihnen ab 4 Uhr morgens mit allen Nachrichten der Region zur Verfügung. » zum Angebot

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Gewerbesteuer in Heidenheim wird erhöht - trotz Ankündigung

2018 wird die Abgabe der Unternehmen in Heidenheim wohl nicht erhöht, obwohl im vergangenen Jahr das Gegenteil angekündigt worden war. weiter lesen

22U1P