Plüsch, Filz und Baumwolle auf 400 Quadratmetern
Die traditionsreiche Plüschtierfirma Steiff ist auch in diesem Jahr mit ihren Neuheiten auf der Nürnberger Spielwarenmesse vertreten. Allerdings hat die Veranstaltung für Steiff nicht mehr die Bedeutung von früher.
Das Neuheitenprogramm, das auf dem 400 Quadratmeter großen Messestand präsentiert wird, reicht wie immer vom Kleinkind bis zum anspruchsvollen Sammler. Der erstmals aus Baumwolle hergestellte „kleine Babyzirkus“ soll das Kleinkind in seinen ersten Lebensmonaten begleiten, im Kinderzimmer sollen Charly und seine Freunde mit einem „Tag am Meer“ erfreuen oder neue Haus- und Hoftiere Frühlingsgefühle wecken. Verstärkt präsentiert werden in diesem Jahr Stofftiere zur Dekoration und als Lifestyleobjekte, etwa als Schlüsselanhänger in Filz und Jeans, und schließlich wird auch der Sammler mit Repliken und limitierten Editionen nicht vergessen.
Viel Aufwand auch dieses Jahr also wieder, wenngleich der Geschäftsführer der Steiff-Beteiligungsgesellschaft, Martin Hampe, sagt, dass die Spielwarenmesse für Steiff nicht mehr die Bedeutung von früher besitze. War ehemals nach der Messe schon klar, wie das ganze Geschäftsjahr verlaufen würde, werde dort jetzt nur noch rund zehn Prozent des Jahresumsatzes geschrieben. Bestellungen von Händlerseite würden mittlerweile viel kurzfristiger erfolgen. Es sei sogar so, dass man mittlerweile von Jahr zu Jahr überlege, ob man überhaupt noch nach Nürnberg kommen wolle. Allerdings müsste es dann eine adäquate Alternative wie etwa eine Hausmesse geben, so Hampe.
In diesem Jahr sei die Zahl der Neuerscheinungen etwas reduziert, so Hampe weiter. Rund 70 Prozent des Angebots entfalle mittlerweile wieder auf Kinderspielzeug, 30 Prozent auf die Sammler. Der Sammlermarkt, der vor Jahren sogar um die 80 Prozent des Geschäfts von Steiff ausmachte, habe sich mittlerweile wieder etwas erholt. Jetzt spricht Hampe von einer guten Mischung. „Wer Steiff als Kind kannte, wird später vielleicht auch zum Sammler.“
Stärker will Steiff in den Lifestylemarkt einsteigen und seine Produkte auch als Dekorationsobjekte für Wohnräume präsentieren. Dafür verwendet man dann auch neue Materialien, Wollfilz und Denim, und setzt mit limitierten Auflagen Wert auf Exklusivität.
Die Firma sieht sich damit sogar zu ihren Wurzeln zurückkehren und erinnert daran, dass das von Margarete Steiff 1880 entworfene „Elefäntle“ als Nadelkissen und damit keineswegs als Spielzeug gedacht war.
Innovativ will sich die Firma in jedem Fall zeigen, „auch wenn es den einen oder anderen vielleicht zunächst befremdet“, was laut Hampe angesichts des aussterbenden klassischen Spielwarenhandels allerdings gar nicht anders gehe. „Wir sind auf einem guten Weg.“
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Autor: Dieter Reichl | 03.02.2012
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