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Patchmatic-System hilft Giengens Straßen gegen Frostschäden

An rund 180 Straßen im Giengener Stadtgebiet samt Teilorten werden seit dieser Woche Frostschäden und andere Straßenschäden beseitigt. Dabei kommt das so genannte Patchmatic-System zum Einsatz.

Dieter Reichl |

Gestern waren mit Sonne und endlich angenehmen Temperaturen die Voraussetzungen ideal, um Frostschäden im Straßennetz zu beseitigen. Am Dienstag nämlich konnte aufgrund der starken Regenfälle gar nicht gearbeitet werden. Bei zu viel Nässe kann die so genannte Patchmatic-Technik nicht angewendet werden, diese funktioniert nur bei Trockenheit.

Dabei wird mit einer Art Blasrohr zunächst die Schadstelle mit Luft von losen Teilen frei geblasen, dann ein Bindemittel aufgespritzt, um eine optimale Verbindung mit dem Untergrund zu erreichen, bevor eine Mineralmenge mit Druck auf die Schadstelle aufgeblasen und diese schließlich mit Splitt abgedeckt wird. Unmittelbar danach kann die Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Wie Helmut Schönberger, der beim städtischen Tiefbauamt für den Straßenunterhalt zuständig ist, berichtet, wird diese Sanierungstechnik an den Giengener Straßen in diesem Jahr in zwei Zeitabschnitten eingesetzt: zum einen diese Woche, wo es darum geht, tiefere Schlaglöcher im Asphalt von drei bis zehn Zentimetern zu sanieren. In dieser Woche sollen rund 90 Straßen behandelt werden, die Kosten liegen bei rund 15 000 Euro. Ein zweiter Durchlauf erfolgt im Sommer durch eine Giengener Firma, dann mit einem etwas anderen Verfahren, das höhere Temperaturen benötigt. Dieses Verfahren, bei dem ein Bitumen-Zement-Splittgemisch dann drucklos aufgebracht wird, zum Einsatz kommt, ist jedoch nur für eine Aufbaustärke von maximal zwei bis drei Zentimetern geeignet. Hierbei sollen nochmals rund 90 Straßen behandelt werden, bei Kosten von rund 12 000 Euro. Insgesamt werden also in diesem Jahr in rund 180 Straßen Frostschäden und sonstige Straßenschäden beseitigt.

Laut Schönberger hat sich diese Patchmatic-Technik der kleinflächigen Frostschädensanierung, die es noch nicht allzu lange gibt, in Giengen bewährt. Stellen, die vor vier Jahren behandelt wurden, seien nach wie vor in tadellosem Zustand, so Schönberger. Damit sei dieses System der Sanierung mit Kaltasphalt bei weitem überlegen. „Was man da im Frühjahr einbaut, fliegt im Herbst wieder raus.“

Überhaupt legt die Stadt ab diesem Jahr verstärkt ein Augenmerk nicht nur auf Frostschäden, sondern auf die umfassende Sanierung schadhafter Straßen. Nach Zustimmung durch den Gemeinderats geht man hierbei einen gänzlich neuen Weg. Im Rahmen einer Budgetvereinbarung stehen dem Tiefbauamt für die nächsten zehn Jahre jährlich jeweils 800 000 Euro zur Verfügung. Die bisherige Vorgehensweise, nämlich jedes Jahr aufs Neue bei den Haushaltsberatungen darüber diskutiert wurde, wieviel Geld bereitgestellt werden soll, um kaputte Ortsstraßen zu sanieren, ist damit Vergangenheit. Hintergrund dieser neuen Vorgehensweise sind erhoffte Kosteneinsparungen in erheblicher Höhe. Sanierungsvergaben und -aufträge sollen effektiver möglich werden. Der optimierte Einsatz des Bauhofs sowie eine flexiblere Zusammenarbeit etwa mit den Stadtwerken oder der ODR sollen zu weiteren Kostenersparnissen führen. Geschätzt wird seitens der Verwaltung, dass statt der beschlossenen acht Millionen Euro für die nächsten zehn Jahre 13 bis 15 Millionen Euro hätten aufgewendet werden müssen. Ins Auge gefasst werden vor allen Dingen die Straßen der Kategorien vier und fünf im Giengener Straßenkataster – und damit die schadhaftesten. In zehn Jahren soll die Anzahl der Straßen in Kategorie fünf maximal bei einem Prozent liegen, die Straßen in Kategorie vier bei höchstens 20 Prozent.

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