Großfeuer zerstört Zwei-Familien-Haus in Burgberg

Eine halbe Million Euro Schaden und vier zum Teil schwerverletzte Personen sind die Bilanz eines Großbrands am Dienstag in Burgberg. Vermutlicher Auslöser war zunächst ein Küchenbrand, der rasch außer Kontrolle geraten war und übers Treppenhaus sich bis unters Dachgebälk ausdehnen konnte.

Um 13.04 Uhr hatte die Leitstelle Ostalb nach mehreren Notrufen die Feuerwehr-Abteilungen Burgberg und Hürben sowie Giengen an die Spritzen gerufen. Die Ereignisse überschlugen sich im Minutentakt, nach dem bereits auf der Anfahrt die hunderte Meter empor quellende Rauchsäule den Weg wies. Der Stellvertretende Stadtbrandmeister Martin Kröner veranlasste zu dem Zeitpunkt über Funk die Mobilisierung weiterer Kräfte. Kurze Zeit später war klar,  dass auch die Abteilungen Hohenmemmingen und Sachsenhausen vor allem mit Kräften unterstützten mussten, die schweren Atemschutz tragen.

An der Wallersteinstraße und auf den Straßen drumherum herrschte Chaos. Die eine oder andere Straße konnte die Feuerwehr mit ihren großen Löschfahrzeugen nicht nutzen, weil versetzt Personenautos abgestellt waren und an eine Slalomfahrt nicht zu denken war.

Beim  Eintreffen der ersten Brandbekämpfer hatten drei Personen das Haus bereits verlassen. Eine Person hatte sich eine schwere, zwei weitere leichtere Rauchvergiftungen zugezogen. Schließlich musste auch noch ein Feuerwehrmann ärztlich betreut werden, der sich Verletzungen im Gesicht – vermutlich durch Löschschaum – zugezogen hatte. Der Gerätewagen Atemschutz der Feuerwehr Heidenheim, der weitere rückstandsfreie Atemluft den Löschmannschaften zufahren musste, verunglückte trotz Blaulicht und Martinshorn auf der Bundesstraße 19. Ein Linksabbieger hatte die Fahrbahn nicht schnell genug freigemacht, so dass es zu einem seitlichen Auffahrunfall mit einer verletzten Person und 10 000 Euro Sachschaden kam.

Vize-Stadtbrandmeister Martin Kröner, Kreisbrandmeister Rainer Spahr und der später von auswärts herbeigeeilte Stadtbrandmeister Hans-Friedrich Eberhardt leiteten die Löscharbeiten. Insgesamt waren 70 Feuerwehrleute mit 15 Fahrzeugen, darunter die Giengener Drehleiter und die Drehleiter der Feuerwehr von Bosch-Siemens stundenlang im Einsatz.

Nachdem sehr bald feststand, dass keine Menschen mehr in dem Gebäude vermisst waren, wurden zu ihrem eigenen Schutz die im Innenangriff eingesetzten Atemschutztrupps zurückgezogen. Die Holztreppe in dem Zweifamilienhaus, die ins ausgebaute Dachgeschoss führte, stand im Vollbrand und war später nicht mehr begehbar.

Die Flammen tobten aufgrund der enormen Hitze. Mehrfach kam es zur Durchzündung. Die extreme Rauchentwicklung wie die Hitzestrahlung machte den Feuerwehrleuten das Leben schwer. Insgesamt acht Rohre wurden unter Schaumzumischung zur Brandbekämpfung aufgeboten. Einsam war der Mann, der vom Rettungskorb der Drehleiter aus einen tapferen Kampf mit den Flammen führte.

Die Löschmannschaften gaben ihr Letztes und konnten nur bedingt Sachwerte retten. Nach etwa eineinhalb Stunden war das Großfeuer soweit unter Kontrolle, dass für Nachbargebäude keine Gefahr mehr ausging. In einem frühen Stadium hatte ein Techniker der Stadtwerke die elektrische Freileitung abgeschaltet.

Die weiteren Löscharbeiten waren zeitraubend. Mit den beiden Drehleitern aus wurde die Dachhaut vollends geöffnet und mit den Restlöscharbeiten begonnen.
Ausgesprochen dankbar waren die Feuerwehrleute der Familie Ziegler, die aus ihrem Getränkemarkt kostenlos Getränkekisten zu den Brandbekämpfern schleppte.

Aus Schnaitheim wurde später der ein Kran angefordert. Er brachte den Lichtmastanhänger nach Burgberg, der den Ort der Brandkatastrophe taghell ausleuchtete. Der Feuerwehreinsatz dauerte bis spät in die Nacht. Schutzpolizisten und Kriminalbeamte begannen schon während der Löscharbeiten mit der Ursachen-Ermittlung.
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Autor: Klaus-Dieter Kirschner | 27.12.2011

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