Grabenschule: Giengener Rathaus will sich nichts verbauen

Was soll aus der vom Zahn der Zeit angefressenen Grabenschule und den darin untergebrachten Institutionen werden? Im Gegensatz zur CDU-Fraktion im Gemeinderat sieht die Giengener Verwaltung noch keine Veranlassung zum Handeln.

„Die Grabenschule ist nach wie vor ein Thema vieler Überlegungen“, so Oberbürgermeister Gerrit Elser im Zuge der Haushaltsplanberatungen. Sicher sei, dass die Bibliothek sowie das Archiv langfristig nicht dort untergebracht bleiben sollen. Kurzfristig aber schon. „Wir wollen uns nicht durch schnelle Lösungen Möglichkeiten verbauen und haben im Augenblick keine Not, uns zu entscheiden“, so das Stadtoberhaupt.

Bevor Lösungen für Archiv und Bücherei angestrebt werden, müsse klar sein, in welche Richtung es in Bezug auf die Schulen weiter geht. Die Weichenstellungen in der Schulentwicklung ließen erst Rückschlüsse zu, wo sinnvoller Platz etwa für die Bibliothek oder das Archiv zu finden sei. Berücksichtigt werden müsse zudem, dass in der Bergschule das Thema Kleinkindbetreuung nach wie vor aktuell sei.

Einer Sanierung der Grabenschule erteilte der Oberbürgermeister im Gemeinderat eine Abfuhr: Es sei nicht möglich, das Gebäude so auf Vordermann zu bringen, dass eine organisatorische Nutzung durch die Verwaltung Sinn mache. Die Absicht, die Grabenschule zu sanieren, scheiterte schon in der jüngsten Vergangenheit an als zu hoch empfundenen Kosten. Jetzt so Elser, gebe es andere Gebäude in der Stadt, die dringender einer Sanierung bedürften.

Trotz der Ausführungen des Oberbürgermeisters bekräftigte die CDU-Fraktion ihre Forderung, etwa die Bibliothek in freien und sanierten Räumen in der Realschule unterzubringen und sie dort mit den Schulbüchereien zu vereinen. „Das Thema brennt uns unter den Nägeln“, so Stadtrat Martin Hermann. Die Bibliothek müsse zur Zielgruppe, die die CDU bei den Schülern sieht. Durch die Umsiedlung entstünden zudem Synergien bei Personal und Räumen. Wenn nicht in diesem, dann im nächsten Jahr müssten die Schritte der Verlagerung angegangen werden.

„Es steht einer Stadt wie Giengen gut zu Gesicht, ihre Erwachsenenbildung nicht über den Jordan hüpfen zu lassen“, so Elsers Antwort hinsichtlich der Zielgruppe einer Bibliothek. Ute Goppelt (SPD) meinte, eine Schulbücherei sei nicht mit einer Stadtbibliothek kompatibel. Die Einrichtung müsse weiter in der Innenstadt bleiben.


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Autor: Marc Hosinner | 02.02.2012

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