Giengens Fahrplan für ein neues Verkehrskonzept steht
Als „Marktplatz der Möglichkeiten“ und offenen Prozess will Oberbürgermeister Gerrit Elser das Verfahren zu einem neuen Verkehrskonzept verstanden wissen. Der Gemeinderat legte in der jüngsten Sitzung den genauen Fahrplan fest. Im November soll sich das Gremium für eine von mehreren Varianten aussprechen.
Für die Verwaltung stellt sich folgende Ausgangslage auf dem Weg zu einem neuen Verkehrskonzept dar: Das Ziel müsse eine lebendige und florierende Innenstadt sein, deren Rückgrat nach wie vor die Marktstraße ist. Attraktivität entstehe aus der Mischung von Geschäften, Verwaltungen und Büros, Kultur, Wohnen und Gastronomie in der Altstadt. Die Innenstadt profitiere von der Nähe des touristischen Magneten Steiff und dem Ried mit seinen Einkaufsmöglichkeiten. Auf rückläufige Einwohnerzahlen und demographischen Wandel sei mit Sicherung der Infrastruktur und Anpassung zu reagieren. Bisherige wachstumsorientierte Strategien müssten durch bestandssichernde Konzepte ersetzt werden. Die Innenstadt müsse einerseits gut erreichbar und andererseits geringen verkehrsbedingten Belastungen ausgesetzt sein. Eine klare Verkehrsführung erleichtere das Werben um Kunden und Besucher und vereinfache die Verkehrsabläufe.
Aus diesen Betrachtungen werden mehrere Ziele abgeleitet, wie etwa die Aufwertung der Marktstraße, eine gute Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteilnehmer, die Eindämmung der Schleichverkehre sowie eine Neuordnung der zentralen Parkplätze.
Das Verkehrskonzept soll (wie berichtet) auf einer breiten Grundlage diskutiert und beschlossen werden. Der Vorschlag zum Verfahren basiert auf einer Recherche der Stadt bei Nachbarkommunen und eigenen Erfahrungen mit unterschiedlichen Beteiligungsformen. Dem Gemeinderat vorgeschlagen wurde ein mehrstufiger Prozess.
Bis Ende März sollen Vorstellungen, Anregungen und Hinweise der Bürger gesammelt werden. Jedem Bürger wird die Möglichkeit gegeben, seine Fragen und Vorstellungen zu erörtern. Hierzu stehen Mitarbeiter im Baurechts- und Planungsamt zur Verfügung.
Die eigentliche Auftaktveranstaltung findet im Mai entweder in der Schranne oder der Walter-Schmid-Halle statt. Den Schwerpunkt bilden sogenannte Themenkabinette wie etwa „Verkehr heute, „Essen, Trinken, Gastronomie“ oder „Verkehr der Zukunft“. Die Kabinette werden betreut und sollen den Charakter einer „lebenden Ausstellung“ haben. Anschließend wird unter Leitung des Oberbürgermeisters das Plenum gebildet. Bürger werden zudem gebeten, an Arbeitsgruppen teilzunehmen. Die Verwaltung soll bis Juni mindestens zwei unterschiedliche Lösungen als Entwurf erarbeiten, wobei die Arbeitsgruppen die Verwaltung begleiten. Bis Mitte September sollen die Entwürfe offen gelegt werden, bevor im November der Gemeinderat für eine Lösung votiert.
„Mit diesem Verfahren wollen wir ein ganzheitliches Konzept erstellen. Wir müssen das Verfahren aber nun starten. Es gibt jetzt schon eine Beteiligung, weil es Konzepte gibt“, so Stadtrat Stefan Briel (CDU) auch im Hinblick zu ersten Vorschlägen aus der Bürgerschaft und des Gewerbe- und Handelsvereins, auf die in der Sitzung des Gremiums aber nicht eingegangen wurde. Rubens Link (Grüne/Unabhängige) sah jedoch vor dem Start des Prozesses noch Diskussionsbedarf. „Es ist Vieles bei der Ausgangssituation vergessen worden“, so Link, der forderte, auch zu definieren, was am jetzigen System schlecht ist. Gaby Streicher (SPD) meinte, hinsichtlich der Ziele müsse auch mit aufgenommen werden, wie der Verkehr ins Ried und wieder heraus fließen soll.
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Autor: Marc Hosinner | 20.02.2012
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Bis November soll klar sein, wie der Verkehr in der Giengener Innenstadt fließen soll.
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