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FSJ in Herbrechtingen: von Argentinien auf die Ostalb

Vor 30 Jahren hat Diakon Michael Junge als einer der Ersten seinen Zivildienst in Argentinien geleistet. Passend zu diesem Jubiläum hat die katholische Gemeinde nun Besuch aus ihrer Partnerstadt Fernández: Maria del Carmen macht ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Pistorius-Schule.

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Von Argentinien auf die Ostalb? Von Fernández nach Herbrechtingen? Die 19-jährige Maria del Carmen Arroyo Khairallah hat diesen Schritt gewagt. Seit gut zwei Monaten schon wohnt die junge Argentinierin in Stetten. Ihr Ziel? Gutes tun und gleichzeitig eine neue Kultur kennenlernen. Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an der Pistorius-Schule macht's möglich.

Dort unterstützt die 19-Jährige die Lehrer beim Füttern der 14 bis 16 Jahre alten Schüler. Windeln wechseln zählt ebenso zu Khairallahs Aufgaben wie Spaziergänge mit den Schülern und deren Begleitung zum Schwimmunterricht. „Die Arbeit gefällt mir“, sagt Khairallah. „Soziales zu tun, macht mich glücklich.“ Nur die deutsche Sprache bereitet der jungen Argentinierin noch etwas Probleme. Nach einem zweiwöchigen Sprachkurs in Stuttgart übt sie fleißig, vor allem mit ihrer ebenfalls 19-jährigen Gastschwester Christine Mack aus Stetten.

Einmal pro Woche im Radio

Eine optimale Lösung, denn: Die beiden sind gute Freundinnen, haben sich vergangenes Jahr während Macks Freiwilligendienst in Fernández kennengelernt. „Ich habe mehrere Monate lang bei Marias Familie gewohnt“, erklärt Mack, die damals ebenfalls an einer Schule arbeitete. Zudem half sie bei der Hausaufgabenbetreuung in einem Armenviertel und berichtete einmal pro Woche im Gemeinderadio über Deutschland und ihre Erfahrungen in Fernández.

„Anfangs war ich total nervös“, erinnert sich die 19-Jährige. „Es war ja alles live!“ Und natürlich auf Spanisch – aber das bereitete Mack nach fünf Jahren Sprachunterricht keine sehr großen Probleme. Das Fazit der heutigen Lehramtsstudentin fällt jedenfalls positiv aus: „Ich würde das FSJ auf jeden Fall noch einmal machen. Es war eine Bereicherung.“

Dem kann Diakon Michael Junge nicht widersprechen. Denn auch er war vor 30 Jahren als freiwilliger Helfer in Argentinien. Als einer der Ersten wurde er von der Diözese Rottenburg-Stuttgart vermittelt (siehe eigener Beitrag). „Das war zur Hochzeit der Friedensbewegung“, sagt er – also zu einer Zeit, als es noch sehr ungewöhnlich war, seinen Zivildienst im Ausland abzuleisten. Während seines 18-monatigen Aufenthalts arbeitete Junge, damals 24 Jahre alt, in einer Pfarrei im 50 Kilometer von Fernández entfernten Santiago del Estero. „Ich war sehr daran interessiert, zu erfahren, wie sich eine junge Gemeinde entwickelt und aufbaut.“

Nicht schwer, die Schulleitung zu begeistern

Organisiert wird der Freiwilligendienst in Argentinien heute wie schon damals von der Diözese Rottenburg-Stuttgart, bzw. vom Bund der deutschen katholischen Jugend. Khairallahs Aufenthalt in Deutschland hingegen wurde von der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius auf die Beine gestellt. Diese ist bereits seit den 90er Jahren partnerschaftlich mit Fernández verbunden und hat in der Vergangenheit schon mehrere junge Argentinier nach Herbrechtingen geholt.

Einer davon machte 2006 ebenfalls ein FSJ an der Pistorius-Schule. „Es war nicht schwer, die Schulleitung dafür zu begeistern, wieder jemanden aus Argentinien zu beschäftigen“, sagt Junge. „Die Schule hat damals gute Erfahrungen gemacht.“ Khairallah hofft nun, einen ebenso positiven Eindruck in Herbrechtingen zu hinterlassen.

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