Zum Suizid von Thomas Bögerl: Dürre Notiz als Abschied von Kindern
Heidenheim. Die Obduktion hat die Vermutung der Polizei bestätigt: Thomas Bögerl hat sich das Leben genommen. Die Ermittler fanden bei ihrer Spurensuche im Haus keine neuen Hinweise auf seine Beweggründe.
Thomas Bögerl hat sich nach Erkenntnissen der Polizei selbst in seinem Haus in Heidenheim-Schnaitheim erhängt. Das ist laut Auskunft der Aalener Kriminalpolizei das zweifelsfreie Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchungen, die von Spezialisten in Ulm vorgenommen worden sind. Die Untersuchungen der Gerichtsmediziner hätten weder Hinweise auf eine Beteiligung Dritter noch auf eine - wie von manchen Medien gestern verbreitet - alkoholische Beeinflussung des Verstorbenen ergeben. Der Todeszeitpunkt dürfte laut Mitteilung der Polizei in den Morgenstunden des Montags liegen. Gegen 11.30 Uhr war Bögerl von einer Haushälterin im Fitnessraum seines Hauses entdeckt worden.
Was den kurz vor seinem 57. Geburtstag stehenden Mann letztlich veranlasst hat, selbst Hand an sich zu legen, bleibt weiter und wohl für immer offen. Über seine Beweggründe gibt auch ein von ihm verfasster Abschiedsbrief offenbar keinen Aufschluss. Polizeiangaben zufolge bestehen die Zeilen nur aus einer kurzen Notiz - einem einzigen Satz, der sich weder an die Öffentlichkeit noch an die Polizei richtet.
Nach Einschätzung der Ermittlungsbehörden werden mit dem Brief vielmehr die beiden erwachsenen Kinder Bögerls angesprochen, weshalb der Inhalt des knappen Schreibens denn auch nicht veröffentlicht wird.
Eigentlich galten die Tatortermittlungen bereits am Montagabend als abgeschlossen - doch gestern Vormittag rückten erneut stärkere Polizeikräfte in Schnaitheim an. Um vielleicht doch noch Hinweise auf das Motiv Bögerls zu finden, wurde das gesamte Wohngebäude ein weiteres Mal umfassend durchsucht. Dieses Mal waren Teams sowohl der Polizeidirektion Aalen als auch der bei der Polizeidirektion Heidenheim angesiedelten Soko "Flagge" zugange, die den Mordfall Maria Bögerl bearbeitet - allerdings ohne fündig zu werden.
In einer gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Ellwangen und der Polizeidirektion Aalen werden Hinweise bestätigt, wonach sich Bögerl nach dem gewaltsamen Tod seiner Frau wiederholt in Kur hatte begeben müssen. Darüber hinaus lassen die Behörden in ihrer gestrigen Verlautbarung auch Gerüchte über das Privatleben der jetzt zerstörten Familie und Spekluationen über eine angebliche Beteiligung Bögerls an der Entführung und Ermordung seiner Frau nicht unerwähnt.
Auch diesen Hinweisen, die bei der Polizei eingingen, sei man nachgegangen. Sie hätten sich in den Ermittlungen aber nicht erhärten lassen, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung der Polizei. Diese hatte stets betont, von Anfang an "jede mögliche Ermittlungsrichtung" eingeschlagen zu haben. Anhaltspunkte für eine Verwicklung des Ehemanns in die Entführung und Ermordung Maria Bögerls vor mehr als einem Jahr hätten sich aber zu keinem Zeitpunkt ergeben.
Nach gestrigen Angaben der Ermittlungsbehörden arbeitet die Sonderkommission "Flagge" in unverminderter Stärke mit Hochdruck weiterhin in alle Richtungen an der Aufklärung der Entführung und Ermordung Maria Bögerls. Nach Angaben von Heidenheims Polizeisprecher Horst Baur sind von den bislang etwas mehr als 8700 eingegangenen Hinweisen und Spuren noch rund 1500 offen. Dabei wird nicht ausgeschlossen, dass sich angesichts der jüngsten Ereignisse das Hinweisaufkommen im bislang ungeklärten und weiterhin rätselhaften Mordfall Bögerl weiter erhöht.
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Autor: ERWIN BACHMANN | 13.07.2011
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Kommentare (2)
Hinweise
Was sind das nur für Hinweise?Über 8000.Das ist ja lachhaft obwohl es traurig ist.Erhöhtes Hinweisaufkommen !?
Wichtigmacherei von Dorftratschen und nicht ausgelasteten Herrschaften in und um Heidenheim, würde besser klingen. Hoffentlich haben die Damen und Herren Gerüchtestreuer jetzt ihre Befriedigung bekommen. Schliesslich muss ja was an den Gerüchten dran sein, wenn sich der arme Mann deswegen umbringt. Arme Menschheit..... hoffentlich finden wenigstens die Kinder irgendwan wieder ihren Frieden. Zu wünschen ist es ihnen wenigstens.