Verwirrende Zeitungsannonce im Entführungsfall Bögerl

Ulm.  Eine mysteriöse Zeitungsannonce hat für Verwirrung im Fall der entführten und ermordeten Heidenheimer Bankiersfrau Maria Bögerl gesorgt. Am Tag der Entführung war im in einem lokalen Wochenblatt eine Anzeige erschienen, die unter anderem eine Boulevard-Zeitung in Verbindung mit der Tat gebracht hatte. Jetzt ist klar: Die Anzeige unter der Rubrik „Verloren/Gefunden“ steht tatsächlich in Verbindung mit einer Straftat - mit dem Fall Bögerl allerdings hat sie nichts zu tun. Sie stammt von einem Mann, der in Ulm 14 000 Euro in bar verloren hatte und über die Anzeige Kontakt zu dem unehrlichen Finder aufnehmen wollte, sagte ein Polizeisprecher am Freitag.

Der Text der Anzeige klang in der Tat ominös: „Ignatus, Ihre Mutmaßungen sind falsch (Diesel wg. Langstrecke, Ausn. Studierende Kinder) u. verletzend (Keine Korruption o. Geldschiebung). Fakt ist Todesfall "lebensnotwendig". Wir erhöhen auf 30 % Finderlohn  u. appellieren an Ihren Anstand.“

Eine Verbindung zum Entführungsfall Bögerl sei allerdings ausgeschlossen. Hinter der Anzeige stecke eine ganz andere Geschichte, sagte der Polizeisprecher: Ein 56-Jähriger hatte im April beim Fahrradfahren seine Geldbörse mit 14 000 Euro  verloren. Ein Unbekannter fand das Portemonnaie, behielt die 500-Euro-Scheine, warf aber die Geldbörse in den Briefkasten des  56-Jährigen. Der gab  daraufhin eine Zeitungsannonce auf, in der er an den Finder des Geldes appellierte. Tatsächlich kam ein  anonymer Brief zurück, in dem sich der Unbekannte rechtfertigte.

Daraufhin schaltete der 56-Jährige die Anzeige, die nun für Verwirrung sorgte. Darin antwortete er dem Unbekannten auf Mutmaßungen und Vorwürfe in dessen Brief und versprach ihm auch einen höheren Finderlohn. Der Unbekannte habe sich wegen  des Geldes seitdem aber nicht mehr gemeldet, sagte der Polizeisprecher.


Auf der Suche nach dem Mörder von Maria Bögerl haben die Ermittler weiterhin keine heiße Spur. Die Soko „Flagge“ ist von 80 auf 50 Ermittler verkleinert worden. Der Ehemann des Mordopfers hat Medienberichten zufolge vor wenigen Tagen seine Arbeit als Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Heidenheim wieder aufgenommen.


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