HBW verpflichtet tunesischen Nationalkeeper Marouèn Maggaiz

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Marouèn Maggaiz bestritt am Wochenende gegen Essen sein erstes Spiel in der Balinger SparkassenArena.  Foto: 

Die Suche nach einem Torhüter dauerte beim HBW Balingen-Weilstetten im Sommer recht lange. Nur wenige Tage vor dem Saisonstart im DHB-Pokal stand dann die Verpflichtung von Marouèn Maggaiz fest.

Drei Torhüter standen in der vergangenen Runde noch im Kader des HBW, übrig blieb im Sommer nach den Abgängen von Peter Johannesson und Viachaslau Saldatsenka nur noch Tomas Mrkva. Und bis dessen neuer Partner gefunden wurde, gingen einige Wochen ins Land. Mehrere Kandidaten nahmen am Training auf der Schwäbischen Alb teil, die richtige Lösung war zunächst allerdings nicht dabei. „Wir laufen keinen Stars hinterher“, stellte HBW-Trainer Runar Sigtryggsson klar.

Anfang August gab es dann aber doch Entwarnung. In Tunesien wurde bereits vermeldet, dass Marouèn Maggaiz sich dem deutschen Zweitligisten anschließen wird. Bevor der HBW jedoch die Verpflichtung bestätigen konnte, mussten noch einige weitere Herausforderungen absolvierten werden – die meisten allerdings bürokratischer Natur. „Das war nicht ganz so einfach“, räumt Balingens Geschäftsführer Wolfgang Strobel ein. Pünktlich zum Pokalspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen lag die Spielberechtigung für den Tunesier dann allerdings vor. Zwei Jahre gilt Maggaiz' Vertrag nun.

Mit 34 Jahren passt der Keeper nicht ganz zu den weiteren Verpflichtungen der „Gallier von der Alb“. Die weiteren Neulinge sind zumeist deutlich jünger, fast alle bringen Zweitliga-Erfahrung mit. Für Maggaiz ist der HBW das erste Engagement in Deutschland – obwohl er in der Vergangenheit Gerüchten zufolge einst bei den Rhein-Neckar Löwen im Gespräch war. Seine Profikarriere begann er in Tunesien bei El Baath sportif de Béni Khiar, 2005 ging es dann für eine Saison zu Étoile sportive du Sahel. Von dort führte ihn der Weg nach Frankreich, von 2006 bis 2008 spielte er in Montpellier, dann folgten weitere sechs Jahre beim HBC Nantes. 2014 zog es ihn dann zurück nach Tunesien, wo er für Espérance sportive de Tunis das Tor hütete.

In Nantes spielte der 116-fache Nationalspieler unter anderem mit dem Ex-Balinger Rock Feliho zusammen. „Er hat viel über den Klub, die Atmosphäre und die Stadt Balingen gesprochen“, erinnert sich Maggaiz. Vor seiner Vertragsunterzeichnung beim HBW habe er dann nochmals mit Feliho telefoniert. „Er hat mich sehr dazu ermutigt“, verrät der Keeper. Überhaupt ist der HBW für Maggaiz keine Unbekannte. „Ich verfolge die Spiele und Ergebnisse des HBW schon seit längerem im Internet“, verrät der Tunesier. „Es ist ein Klub, der viel Tradition hat und der auch die stärksten Mannschaften in Deutschland schon besiegt hat“, verweist der Tunesier auf den Sieg gegen Kiel vor einigen Jahren. „Dieses Spiel habe ich in der Zusammenfassung gesehen und mir ist aufgefallen, dass die SparkassenArena ein tolles Publikum hat.“

Dieses konnte er nun am Wochenende beim Sieg gegen TUSEM Essen erstmals selbst erleben. „Ich war ein bisschen überrascht, dass am Samstag eine Stunde vor Spielbeginn der Parkplatz schon so voll war“, berichtet Maggaiz. „Sobald das Spiel los ging war es eine tolle Atmosphäre in der Halle – bis zum Ende.“ Maggaiz selbst stand dabei in den ersten Minuten und in Durchgang zwei zwischen den Pfosten – und nach dem 42:28 gegen Essen hofft er nun auf die nächsten Erfolge. „Ich bin von dem Projekt des Klubs überzeugt“, betont Maggaiz. „Ich glaube, ich habe die richtige Entscheidung getroffen, hierherzukommen.“

Nach dem deutlichen Sieg gegen TUSEM Essen wollen HBW-Keeper Marouèn Maggaiz und seine neuen Teamkollegen nun am Wochenende den nächsten Erfolg einfahren. Das wird jedoch nicht einfach. Am Samstag müssen die Schwaben bei der Eintracht Hagen ran.

Der Aufsteiger musste zum Start in die Punktspielrunde zwar eine 28:33-Pleite gegen Emsdetten einstecken, will sich nun aber vor heimischer Kulisse die ersten Zähler sichern. Um 19.30 Uhr gilt der HBW am Samstag in der Ischelandhalle aber trotzdem als Favorit.

Hinter dem HBW auf Rang zwei rangiert aktuell die SG BBM Bietigheim – und auch für die wird es am Samstag schwer. Der neue Klub des Ex-Balingers Felix König muss nämlich beim HSC Coburg ran. Der Absteiger startete mit einer Pleite und hofft nun auf Wiedergutmachung.

Mit 11 Treffern zeichnete Florian Billek für die Hälfte der Coburger Treffer gegen Lübeck Schwartau verantwortlich – war damit aber trotzdem nicht der beste Schütze des ersten Spieltags. Der war nämlich Dirk Holzner, der für Emsdetten gegen Hagen sage und schreibe 16 Tore machte.

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