HBW verliert in letzter Sekunde gegen Füchse aus Berlin

Ist das bitter! Nach einer sensationellen Leistung kassierte der Balinger Handball-Bundesligist eine 31:32-Heimniederlage gegen die Füchse Berlin. In der Schlusssekunde sorgte Fabian Wiede für die Entscheidung.

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Im letzten Spiel der Saison in der Handball-Bundesliga verpasste der HBW nur knapp Zählbares. Nach einer kämpferischen Leistung gegen die Füchse Berlin kassierten die „Gallier von der Alb“ in letzter Sekunde den entscheidenden Gegentreffer und unterlagen mit 31:32.  Foto: 

„Der letzte Eindruck bleibt, deshalb wollen wir nochmals richtig Gas geben“, hatte HBW-Kapitän Martin Strobel angekündigt. Nach einer schwierigen Saison investierten die Balinger noch einmal unglaublich viel, dennoch hat es nicht gereicht. In der Schlusssekunde fand Wiede die Lücke, traf aus neun Metern zum schmeichelhaften 32:31 für den Tabellenfünften, welcher sich in der ausverkauften SparkassenArena sehr lange, sehr schwer tat. „Schade, dass wir mit einem Tor verloren haben “,sagte der sechsfache Torschütze Fabian Böhm, „aber wir haben alle noch einmal alles reingeworfen . . .“

Im finalen, wenn auch bedeutungslosen Saisonspiel gegen den Klub-Weltmeister aus Berlin präsentierte sich der schwäbische Fusionsklub durchaus als adäquater Spielpartner, schaffte nach einer Wilke-Fahrkarte den Ausgleich (2:2/4.). Top-Angreifer Petar Nenadic sorgte beim 2:4 für den ersten Zwei-Tore-Vorteil des Hauptstadt-Klubs, doch Dennis Wilke stellte per Siebenmeter den Anschluss wieder her. In Überzahl – der ehemalige Balinger Faruk Vrazalic hatte sich eine frühe Zeitstrafe eingehandelt – egalisierte Wilke: mit einem satten Wurf in den Winkel (4:4/8.). Auch in der Folge setzte sich keine der beiden Mannschaften entscheidend ab: Nenadic legte vor, Olivier Nyokas glich aus (5:5/ 10.). Der französische Nationalspieler war es auch, welcher beim 7:6 für die erste Führung des Tabellen-14. sorgte (13.). Pech für die „Gallier von der Alb“, dass Davor Dominikovic keine 60 Sekunden später frei vom Kreis an Füchse-Keeper Silvio Heinevetter scheiterte und beim Böhm-Kempa die letzte Präzision fehlte.

Mit seinem sechsten Treffer stellte Nenadic schließlich wieder den alten Abstand her (7:9/16.) – nun waren die Füchse wieder am Drücker. Zumindest vorerst. Nach fünf torlosen Minuten des Aufsteigers von 2006 traf erneut Wilke: zum 8:9 (18.). Das Spree-Ensemble brachte in der Folge ein paar Prozent mehr auf die Platte, ließ sich auch von vielen Zeitstrafen nicht aus dem Konzept bringen und verteidigte den knappen Vorteil. Auf der Gegenseite fand die HBW-Abwehr keine Mittel gegen Nenadic, der allein in Durchgang eins achtmal netzte. Martin Strobel hielt die „Gallier von der Alb“ weiter im Spiel, hämmerte die Kugel aus zehn Metern in die Maschen (12:13/25.). Füchse-Dompteur Erlingur Richardsson sah Gesprächsbedarf, zog die Grüne Karte. Der Isländer justierte erfolgreich nach. Die Berliner lagen auch zur Pause mit 15:13 vorne.

Nach dem Seitenwechsel sorgten die Balinger schnell für den Ausgleich (15:15/31.) und gaben nach einem Böhm-Kracher der Partie eine erneute Wende: mit dem 17:16 (33.). Die Hauptstädter fanden hingegen nicht statt, scheiterten immer wieder an HBW-Keeper Peter Johannesson und der starken schwäbischen Defensivab-teilung. Niklas Ruß und Strobel düpierten Heinevetter – und es wurde nun richtig wild in den letzten Minuten einer nervenaufreibenden Saison: mit vielen Fehlwürfen auf beiden Seiten. Der Schwede nagelte seinen Kasten weiter zu, während sein Gegenüber kaum einen Ball zu fassen bekam. Böhm mit 20:17 (38.) – und die „Hölle Süd“ brodelte.

Die Schlussphase war richtig intensiv. Vom Kreis konservierte Christoph Theuerkauf die Balinger Führung (22:19/42.). Mit einem 3:0-Lauf zogen die Füchse wieder gleich (22:22/44.) – und noch über 15 Minuten waren zu absolvieren. Berlin stabilisierte sich sukzessive, lag nun wieder vorne. Nenadic und Jesper Nielsen blieben die Protagonisten aus der Hauptstadt, während Nyokas seine Qualitäten noch einmal eindrucksvoll demonstrierte. Die Halle bebte nach dem 31:31 von Böhm 31 Sekunden vor Spielende. „Wenn wir so öfter in dieser Saison gespielt hätten, hätten wir mehr als 15 Punkte“, meinte der künftige Hannoveraner abschließend, „aber wir hatten nie eine Punktzahl als Ziel, sondern wollten drei Teams hinter uns lassen. Das haben wir erreicht und auch sportlich den Klassenerhalt geschafft.“

 

HBW Balingen-Weilstetten – Füchse Berlin: Teams & Tore

HBW Balingen-Weilstetten: Johannesson (1. – 60., 31 Gegentore/12 Paraden), Baumeister (bei einem Siebenmeter, 1/0); Böhm (6), Olivier Nyokas (5), Martin Strobel (5), Theuerkauf (5), Krieg (3), Wilke (3/2), Ruß (2), Kunkel (1/1), Hausmann (1), Vasilakis, Foth, Dominikovic.

Füchse Berlin: Heinevetter (1. – 58., 30 Gegentore/12 Paraden), Stochl (ab 58., 1/0); Petar Nenadic (11/2), Nielsen (8), Vukovic (4), Wiede (3), Drux (2), Vrazalic (2), Elisson (1), Gojun (1), Lindberg, Tönnesen, Schade, Struck.

Schiedsrichter: Immel/ Klein (Tönisvorst/Ratingen).

Zuschauer: 2350 (ausverkauft).

Spielfilm: 2:4 (5.), 4:4, 7:6, 7:8 (15.), 8:11, 11:12, 12:15 (28.), 13:15 – 15:15 (31.), 18:17, 21:18, 22:21 (43.), 22:23, 24:27, 29:29 (56.), 31:32.

Siebenmeter: 4/3:2/2 (Wilke scheitert an Heinevetter/43.).

Zeitstrafen: 4:8 Minuten (M. Strobel, Foth – Vrazalic, Wiede, Tönnesen, Nielsen).ar

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