Branchenneuling scheitert an Balinger Beton-Abwehr

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Kapitän Martin Strobel führte Bundesliga-Absteiger HBW Balingen-Weilstetten am Sonntagnachmittag zu einem souveränen Sieg über Elbflorenz Dresden.  Foto: 

Am Ende war es eine klare Sache. Die Sachsen leisteten sich in den letzten zwei Minuten drei Zeitstrafen und fielen deutlich zurück. Das Ergebnis täuscht am Ende etwas, denn der HBW-Auftritt war alles andere als überzeugend.

„Ich hatte nach dem schlechten Spiel vom Freitag heute zum ersten Mal ein mulmiges Gefühl“, gestand Balingens Manager Wolfgang Strobel ein und fügte hinzu: „Keiner wusste so genau, wie wir mit diesem einen Tag zwischen den beiden Spielen umgehen sollten.“ HBW-Coach Runar Sigtryggsson arbeitete die Klatsche in der Veste akribisch auf.

Der Isländer ließ gegen die Sachsen kräftig rotieren und seine arrivierten Akteure auf der Bank. Lars Friedrich hätte ohnehin gefehlt – im Absteigerduell kugelte sich der 32-Jährige den Ringfinger an der linken Hand aus und musste verletzt pausieren. Die Umstellungen griffen nicht – im Gegenteil. In der Anfangsphase scheiterte der HBW immer wieder an HC-Keeper Mario Huhnstock und lag schnell mit 1:3 zurück (4. Minute).

Vom Kreis brachte Tobias Wagner den Ex-Erstligisten in Schlagdistanz (2:3/ 7.), doch zunächst konservierte Dresden den knappen Vorteil. Die Balinger liefen weiter dem Rückstand hinterher, taten sich gegen die unbequeme 6:0-Abwehr der Gäste sehr, sehr schwer. HBW-Kapitän Martin Strobel, in Unterzahl ins Spiel gekommen, egalisierte schließlich zum 4:4 (10.). Zweimal brachte Tim Nothdurft den Favoriten in Führung – die Ostdeutschen blieben aber weiter dran.

Der Meister aus der 3. Liga Ost präsentierte sich absolut auf Augenhöhe mit dem Aufstiegsaspiranten, welcher sich Mitte der ersten Spielhälfte erstmals eine Mehr-Tore-Führung erarbeitete. Per Siebenmeter war Oddur Gretarsson zum 9:7 erfolgreich (15.). HC-Kommandogeber Christian Pöhler reagierte, bat zur Extrabesprechung an die Seitenlinie. Auch sein Gegenüber justierte nach, brachte fünf neue Kräfte. Ohne zählbaren Erfolg. Ein Strobel-Pass fand keinen Abnehmer und Dresden netzte in Überzahl zum 9:9 (21.).

Nach sieben torlosen Minuten der Schwaben traf Gretarsson fast aus dem Nullwinkel: zum 10:9 (22.). In dieser kritischen Phase setzte Kapitän Strobel wichtige Akzente und machte die schwierigen Tore. Aus zehn Metern wuchtete er das Spielgerät in den Winkel, doch wie schon in Coburg leisteten sich die Balinger zu viele Fehlwürfe. Auf der Gegenseite wurde Tomas Mrkva immer mehr zum Faktor, nahm den Sachsen einige „Freie“ weg, verhinderte 73 Sekunden vor der Pause mit einer klasse Parade gegen Nils Gugisch den Ausgleich. 14:11 lagen die „Gallier von der Alb“ schließlich nach 30 Minuten vorne.

In Durchgang zwei drängte Elbflorenz auf den Anschluss, leistete sich aber zwei einfache Fehler und fiel weiter zurück. Christoph Foth und Simen Schönningsen bauten den Vorsprung auf 16:11 (33.) aus. Die Sachsen fanden keine Mittel gegen die kompakte 6:0-Abwehr – und früh zückte Pöhler die grüne Karte. „Wir haben den Matchplan nicht mehr umgesetzt“, erklärte der 31-Jährige. Dabei war die Vorgabe klar: „Wir wussten, dass der HBW Druck hat und versuchen wird, wegzuziehen.“ Aber seine Mannschaft habe „den Kopf verloren“.

Mrkva nagelte seinen Kasten zu, fischte sich zwei „Freie“ von Außen (O-Ton Pöhler: „Eine Katastrophe“). Nur ein Treffer gelang Elbflorenz bis zur 41. Minute, ehe Norman Flödl zum 13:18 erfolgreich war. Die Rollen im Duell Ab- gegen Aufsteiger waren jetzt klar verteilt, obwohl die Balinger einige gute Möglichkeiten liegen ließen. Auszeit HBW. Ohne Erfolg. Ganz geschickt nahmen die Ostdeutschen mit langen Angriffen das Tempo raus. Strobel traf schließlich zum 22:15 (52.) – die Entscheidung. „Wir haben eine gute Abwehr gespielt und Mrkva im Tor war sehr gut“, bilanzierte Sigtryggsson, „im Angriff haben wir zu viele Bälle einfach weggeworfen. Es hat das Zusammenspiel gefehlt. Ich hatte das Gefühl, dass sich einfach jeder in die Torschützenliste eintragen wollte. . .“

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