TSG Balingen: sechs Minuten zum Knockout

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Kurios verlief der Oberliga-Gipfel in Remchingen. Binnen sechs Minuten verspielte das Team um TSG-Routinier Lucas Foelsch (Mitte) in Überzahl die Punkte, fiel mit 0:4 beim FC Nöttingen zurück.  Foto: 

„Heute haben wir gesehen, wie man ein bis dahin gutes Spiel in nur sechs Minuten kaputtmachen kann.“ Mit diesem Satz begann Ralf Volkwein die Pressekonferenz nach der bitteren 1:4-Pleite beim FC Nöttingen.

Gewiss, beim letztjährigen Regionalligisten und aktuellen Tabellenführer der Fußball-Oberliga kann man verlieren, jedoch nicht so. Unglaublich eigentlich: Schon zur Halbzeit lag die TSG im Panoramastadion mit 0:4 zurück. Und nun aufgepasst: Drei der vier Tore fingen sich die Kreisstädter dabei in Überzahl ein – und das innerhalb der besagten sechs Minuten.

TSG-Trainer Volkwein kam am Freitagabend daher aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus. Selbst als die Partie in Remchingen schon ein Weile vorbei war, konnte er es noch immer nicht fassen. Nicht nur, dass sein Team den Favoriten im Topspiel 30 Minuten klar dominiert, ja richtig gute Möglichkeiten hatte. Geschenkt auch, dass der FCN mit seiner ersten echten Möglichkeit die Führung erzielte. Ja, Volkwein verzieh seinen Jungs sogar das 0:2 – obwohl die Lila-Weißen sich zuvor durch eine rote Karte selbst geschwächt hatten. Was ihm aber nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte: Wie sich die TSG in den letzten drei Minuten der ersten Hälfte zweimal so klassisch auskontern lassen konnte – bei einem Mann mehr. „Das war an Dummheit nicht zu übertreffen“, meinte der TSG-Trainer.

Weiterhin markant für Volkwein war die Chancenverwertung, die schon vor dem kollektiven Blackout zum Ende der ersten Halbzeit dürftig gewesen war – und dies auch nach dem Seitenwechsel blieb. „Wir hatten so viele gute Aktionen, da muss einfach mehr bei rumkommen“, so Volkwein weiter, „der FCN macht aus fünf Chancen vier Tore. Heißt: Uns hat gefehlt, was Nöttingen auszeichnet: Abgezocktheit, Qualität und Erfahrung.“

Ähnlich äußerte sich Mittelfeld-Regisseur Nils Schuon: „Wir hatten das Spiel im Griff, haben den Nöttingern bis zum 0:1 keine Chance geboten, müssen selber das ein oder andere Tor machen und dann brechen uns diese sechs Minuten das Genick.“ Jedoch, und das stimmt Schuon optimistisch: „Was die Chancen anging, hätten wir das Spiel in der zweiten Halbzeit sogar noch ausgleichen können. Aber wir müssen vor dem Tor einfach wieder besser werden.“

Die Balinger wollen nun das Positive aus dem Ligagipfel in das Heimspiel am Samstag um 15.30 Uhr gegen Kellerkind Karlsruher SC 2 mitnehmen. Das da lautet: Einen Meisterschaftskandidaten wie Nöttingen zum Teil schwindelig gespielt zu haben. „Mund abwischen und weiter“, sagte Schuon. „Wir haben 17 Punkte und stehen als Tabellensechster weiterhin gut da. Die Niederlage ist kein Beinbruch.“

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