Zahlreiche Festnahmen bei Protesten in Russland

|
Vorherige Inhalte
  • Demonstranten mit russischer Flagge und "Nawalny 20!8"-Schildern bei einer Kundgebung auf dem Marsfeld in St. Petersburg. Foto: Emile Ducke 1/6
    Demonstranten mit russischer Flagge und "Nawalny 20!8"-Schildern bei einer Kundgebung auf dem Marsfeld in St. Petersburg. Foto: Emile Ducke Foto: 
  • Ein Mann wird bei einer Demonstration im Stadtzenrum von St. Petersburg von der Polizei abgeführt. Foto: Emile Ducke 2/6
    Ein Mann wird bei einer Demonstration im Stadtzenrum von St. Petersburg von der Polizei abgeführt. Foto: Emile Ducke Foto: 
  • Demonstranten protestieren in Moskau mit gelben Entchen gegen die Korruption in Russland. Foto: Alexander Zemlianichenko 3/6
    Demonstranten protestieren in Moskau mit gelben Entchen gegen die Korruption in Russland. Foto: Alexander Zemlianichenko Foto: 
  • Im März 2018 wird in Russland der Präsident gewählt. Foto: Alexander Zemlianichenko 4/6
    Im März 2018 wird in Russland der Präsident gewählt. Foto: Alexander Zemlianichenko Foto: 
  • Nawalny sitzt wegen des mehrfachen Aufrufs zu nicht genehmigten Protesten für 20 Tage in Arrest. Foto: Pavel Golovkin 5/6
    Nawalny sitzt wegen des mehrfachen Aufrufs zu nicht genehmigten Protesten für 20 Tage in Arrest. Foto: Pavel Golovkin Foto: 
  • Putin wird heute 65 Jahre alt. Foto: Pavel Golovkin 6/6
    Putin wird heute 65 Jahre alt. Foto: Pavel Golovkin Foto: 
Nächste Inhalte

Bei Großdemonstrationen zum Geburtstag von Kremlchef Wladimir Putin in Russland hat die Polizei zahlreiche Anhänger des Oppositionellen Alexej Nawalny festgenommen.

In Putins Heimatstadt St. Petersburg griffen die Sicherheitskräfte bei der nicht genehmigten Kundgebung hart durch, wie die Zeitung „Nowaja Gaseta“ berichtete.

Das Portal OVD-Info zählte landesweit mehr als 260 Festnahmen. In Moskau blieb der Protest indes weitgehend friedlich. Bereits im Vorfeld gab es landesweit Dutzende Festnahmen.

Lediglich in knapp 20 Orten wurden die Proteste zugelassen. Er selbst konnte nicht demonstrieren. Er sitzt seit Ende September wegen des mehrfachen Aufrufs zu nicht genehmigten Protesten für 20 Tage in Arrest.

Präsident Putin wurde am Samstag 65; er wurde am 7. Oktober 1952 in Leningrad - dem heutigen St. Petersburg - geboren. Seit 2000 ist er an der Macht. Zwischen 2008 und 2012 war Putin Regierungschef. Mehrere Staatschefs verbündeter Ex-Sowjetrepubliken gratulierten ihm und bekräftigten ihre enge Partnerschaft mit Russland.

Es wird erwartet, dass Putin im März 2018 für eine weitere Amtszeit kandidiert. Nawalny will antreten, darf aber wegen einer Bewährungsstrafe in einem Unterschlagungsfall nicht.

„Russland ohne Putin!“ und „Freiheit für Nawalny“, skandierten die Demonstranten. Die Kundgebung in St. Petersburg galt als die größte. Beobachter sprachen von mehreren Tausend Teilnehmern, die unter dem Motto „Sa Nawalnogo“ (Für Nawalny) zum Marsfeld kamen. Zunächst ließ die Polizei die Menge gewähren. Später zog eine große Gruppe weiter ins Zentrum. Die Polizei stoppte den Marsch, wie die Agentur Interfax meldete. Die „Nowaja Gaseta“ berichtete auch von Verletzten.

In Moskau endete die Kundgebung ohne ernste Zwischenfälle. Der Polizei zufolge gab es keine Festnahmen, Medien berichteten von vereinzelten Vorfällen. Einige Demonstranten hielten aufblasbare gelbe Enten in den Händen, ein Zeichen des Kampfes gegen Korruption, dem sich auch der 41-jährige Nawalny verschrieben hat.

Auch in mehreren Provinzstädten gab es OVD-Info zufolge Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten, unter anderem in Jekaterinburg am Uralgebirge und in Jaroslawl. In einigen Orten wie Nischni Nowgorod und Ufa endeten die Kundgebungen friedlich.

Dennoch blieb der Protest nach ersten Einschätzungen insgesamt kleiner als bei früheren Initiativen Nawalnys. Bereits im März und Juni hatte er Zehntausende Anhänger mobilisiert. Hunderte Menschen wurden festgenommen. Experten werteten dies als Zeichen, dass Nawalnys Aufrufe nicht mehr genügend Kraft haben.

Davon wollte Nawalnys enger Mitarbeiter in Moskau, Nikolai Ljaskin, nichts wissen. Er sagte dem kremlkritischen Internet-Sender Doschd mit Blick auf den ruhigen Ausgang in Moskau, dies sei eine der größten nicht genehmigten Aktionen gewesen, die ohne Festnahmen abgelaufen ist. Seine Erklärung: „Ich denke, die Behörden wollten nicht, dass an Putins Geburtstag 800 Leute festgenommen werden, die skandieren "Putin geh in Rente"“.

Dennoch gab es später Szenen der Gewalt aus St. Petersburg. Die Politologin Jekaterina Schulmann hatte dies vorab befürchtet. „Wenn sich die Behörden unsicher sind, tendieren sie zu einer Überreaktion“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Je näher die Präsidentenwahl rückt, desto nervöser sind die Behörden.“

Bericht OVD-Info

Live-Ticker vom kremlkritischen Internet-TV-Sender Doschd

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Vorsicht vor falschen Polizeibeamten am Telefon

Betrüger geben sich am Telefon als Polizisten aus: Allein acht Anrufe unter der angeblichen 110 wurden am Dienstag aus Bisingen gemeldet. Opfer sind bevorzugt ältere Menschen. weiter lesen