Antje Weithaas: Bach und Ysaye eingespielt

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Mit dem nun vorliegenden Volume 3 hat die Geigerin Antje Weithaas ihre Einspielung aller Sonaten und Partiten von Johann Sebastian Bach sowie der sechs Sonaten op. 27 für Solo-Violine des belgischen Komponisten und Geigenvirtuosen Eugène Ysaye abgeschlossen. Das Ergebnis beglückt auf ganzer Linie. Weithaas‘ Bach fließt glasklar, ihre Lesart ist getragen von einem tiefen emotionalen und polyphonen Verständnis dieser Gipfelwerke für Solo-Geige. Jeder Ton, jede Phrase, jedes noch so kleine Detail atmet, spricht und fügt sich ein in einen großen erzählerischen Bogen. Die viel gespielten Werke werden so neu erfahrbar.

Die Überraschung und Entdeckung der drei CDs ist aber Eugène Ysaye. Inspiriert vom großen Vorbild Bach erschuf der Belgier mit seinen sechs Sonaten ein ebenso hoch virtuoses wie klang­lich ungemein elegantes „Parallel­universum“, das man auch als Abgesang auf die zu Ende gehende Epoche der Romantik hören kann und das von Weithaas kongenial gestaltet wird (erschienen beim Label Cavi, Vertrieb: Harmonia Mundi).

Frau Weithaas, was hat Sie dazu bewogen, den vielen Aufnahmen der Bachschen Solo-Werke eine weitere Lesart hinzuzufügen?

Jede der vielen Einspielungen ist doch sehr individuell und es ist großartig, dass Bach all diese unterschiedlichen Deutungen zulässt. Nach langer Beschäftigung mit dem Komponisten war für mich jetzt der richtige Zeitpunkt, diese exemplarischen Stücke aufzunehmen und in eine Beziehung zu Ysaye zu setzen, was erstaunlicherweise noch niemand auf CD realisiert hat.

Wie haben Sie sich Bachs Sonaten und Partiten angenähert? Was war dabei Ihr Klangideal?

Ich habe mich intensiv mit der historischen Aufführungspraxis beschäftigt, spiele aber auf einer modernen Geige, was meiner Klangästhetik näher kommt. Mein Ideal ist, das Instrumentale vergessen zu lassen und die Musik mit ihrem emotionalen Reichtum, ihrer Reinheit, ihrer polyphonen Vielschichtigkeit zum Klingen und Sprechen zu bringen – sicher eine Lebensaufgabe!

Wunderschön sind ja auch die Sonaten von Eugène Ysaye . . .

Ysaye selbst wollte als ernsthafter Komponist und nicht als komponierender Geiger wahrgenommen werden. Gerade in den sechs Sonaten höre ich seine ganz eigene individuelle Tonsprache, seinen harmonischen und klanglichen Reichtum, seine stilistische Vielfalt und dabei niemals eine vordergründige geigerische Virtuosität. Die Beschäftigung mit diesen großartigen Stücken war für mich eine unglaublich inspirierende und spannende Reise.

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