Weniger Lehrer, mehr Hohlstunden

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Der Mangel an Lehrkräften wird künftig auch in den Klassenzimmern des Zollernalbkreises spürbar werden.  Foto: 

In den Schulen, für die das staatliche Schulamt Albstadt zuständig ist, fehlen Lehrer. „Die Unterrichtsversorgung ist in Teilen derart knapp, dass der Pflichtbereich voraussichtlich nicht in vollem Umfang an allen Standorten in gleichem Maße erteilt werden kann“, heißt es in einer Vorlage von Gernot Schultheiß, dem leitenden Schulamtsdirektor, die den Balinger Gemeinderäte am Dienstagabend vorlag. Im zurückliegenden Schuljahr seien 140 Vollzeitdeputate weggefallen, durch Krankheit, Mutterschutz oder durch Ruhestand. 50 Lehrkräfte konnten neu einstellt werden.

Dieser Mangel an Lehrkräften werde künftig im Klassenzimmer spürbar werden: So werde beispielsweise der Klassenteiler im Einzelfall angehoben. „Eine Klassenbildung unterhalb der vorgegebenen Schülerzahl von 16 Schülern pro Jahrgang kann nicht umgesetzt werden“, heißt es.

Schultheiß zieht ein deutliches Fazit: „Diese Maßgaben bedeuten im Einzelnen eine deutliche Verschlechterung des Bildungsangebots an den Schulen und auch eine nachhaltige, zusätzliche Belastung der Lehrkräfte, die im Alltag eines Schuljahres nicht ohne Auswirkung bleiben wird.“ Um die Versorgungslücke zu schließen, habe das Regierungspräsidium die Möglichkeit eingeräumt, dass Deputate der Lehrkräfte ohne Wahrung einer Frist erhöht werden können. Einer Verringerung hingegen könne nur noch in Ausnahmefällen zugestimmt werden, heißt es.

Auch pensionierte Lehrer könnten sich wieder ans Pult setzen: ohne Deckelung der Unterrichtsstunden dürften sie Lehraufträge mit erhöhter Stundenzahl übernehmen. Dies gilt auch für so genannte „Lehrkräfte aus dem außerschulischen Bereich“, als Menschen, die nicht im Schuldienst des Landes eingestellt sind. „Im Einzelfall können sie mittels eines Arbeitsvertrags in den Unterricht eingebunden werden.“ Im laufenden Schuljahr hätte man so bereits Musik- und Sportlehrer für den Unterricht an den Schulen gewinnen können.

„Es ist allseits bekannt, dass die Lehrerversorgung Mängel aufweist“, kommentierte Oberbürgermeister Helmut Reitemann.

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