Tierhalter bleiben am Ball

Evelin Pohl und ihre Mitstreiter fordern einen tierärztlichen 24-Stunden-Notfalldienst am Wochenende. Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, wenden sie sich in einem Brief an den Albstädter OB.

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Steter Tropfen höhlt den Stein: Dem Brief an den OB liegt die Unterzeichnerliste mit 327 Namen bei. Evelin Pohl, die sich für einen tierärztlichen 24-Stunden-Notfalldienst einsetzt, hofft auf die Unterstützung Jürgen Gneveckows.  Foto: 

Dem Brief beigelegt ist eine Liste mit 327 Unterstützernamen. So viele Befürworter nämlich haben innerhalb kürzester Zeit eine Ende vergangenes Jahr von der Initiative gestartete Online-Petition unterzeichnet. Die Albstädter Tierhalter wünschen sich einen tierärztlichen Rund-um-die-Uhr-Notfalldienst an Wochenenden und Feiertagen, den es in dieser Form bis dato nicht gibt. Ohne einen solchen bleibt im Ernstfall an Wochenenden und Feiertagen bislang nur die Fahrt nach Reutlingen oder Villingen-Schwenningen in die dortigen Tierkliniken.

Das kostet aber im Zweifel zu viel Zeit: "Dies ist in Notfallsituationen eben nicht zu bewerkstelligen, so dass wir Tierhalter die Einrichtung eines Notdienstes in Albstadt und Umgebung sehr begrüßen würden", begründet Evelin Pohl die Forderung nach einer verlässlichen Regelung, bei der jeder Hilfesuchende weiß, woran er ist. Balingen und Hechingen hätten bereits ein 24-Stunden-Modell in den fraglichen Zeiträumen auf die Beine gestellt. Was spräche also dagegen, fragt Evelin Pohl, dass sich die hiesigen Tierärzte dort anschließen oder aber selbst für Albstadt und Umgebung einen solchen Notfalldienst anbieten.

Nach Angabe der städtischen Steuerbehörde seien in Albstadt zirka 2000 Hundehalter mit einem oder mehreren Hunden gemeldet. "Das ist ja auch eine erhebliche Steuereinnahme für die Stadt, welche die Tierhalter hier erbringen", schreibt Evelin Pohl in ihrem Brief an den Oberbürgermeister. Sie hofft im Namen der 327 Petitionsunterzeichner auf die "wohlwollende Unterstützung" durch Jürgen Gneveckow, zumal die Tierhalter beispielsweise durch den Kauf von Tierbedarf, Futter und auch Medikamenten bei ortsansässigen Firmen letztlich auch Arbeitsplätze in Albstadt schaffen und der Stadt Steuereinnahmen ermöglichen.

Ein durch den Vorsitzenden der Tierärztekammer abgegebener Kommentar, Albstadt sei eben strukturschwach und so gesehen müsse mit weiteren Anfahrwegen gerechnet werden, könne die Initiative so nicht hinnehmen, "da auch die Albstädter Tierärzte die Möglichkeit haben, sich mit den Tierärzten aus Balingen/Hechingen sowie Meßstetten/Oberdigisheim und Straßberg zusammenzuschließen". Somit wäre nach Ansicht Evelin Pohls "niemand über Gebühr belastet und die Tierhalter hätten eine Anlaufstelle, welche rasch und kompetent helfen kann". Zusammen mit dem Brief an den Oberbürgermeister hat die Initiative auch entsprechende Schreiben an sämtliche Tierärzte in Albstadt und Umgebung verschickt, in denen sie ebenfalls ihr Anliegen und ihre Sorgen thematisieren und die Adressaten zugleich "höflich und inständig" darum bitten, sich mit ihren Kollegen abzusprechen, um solch einen Dienst für die Tierhalter im Raum Albstadt anbieten zu können. "Wir hoffen natürlich, dass wir Antworten bekommen", sagt Evelin Pohl. Angesichts der immensen Resonanz, die sie inzwischen von den verschiedensten Seiten bekommen hat, ist sie sich sicher: "Ein Notfalldienst an Wochenenden und Feiertagen wäre im Sinne sehr vieler Tierhalter, die sehr froh wären, wenn es dieses Angebot auch in Albstadt und Umgebung gäbe."

Pflicht oder Kür?

Grundlage Laut Auskunft der Tierärztekammer ist es Sache der Tierärzte, den Notdienst untereinander zu regeln. Jeder Tierarzt ist verpflichtet, am Notdienst teilzunehmen. Die Notfall-/Bereitschaftsdienstordnung besagt, dass "zu gewährleisten (ist), dass die tierärztliche Versorgung durchgehend gewährleistet ist". Dies geschieht laut Kammer üblicherweise unter Einbeziehung von Kliniken.

Aufgabe Die Landestierärztekammer Baden-Württemberg - mit Sitz in Stuttgart - ist das Selbstverwaltungsorgan des tierärztlichen Berufs.

SWP

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