Streit um die Sterne: Burgfelder Hotelier ärgert sich

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Stein des Anstoßes: Die Prüfer der Dehoga bemängeln, dass Rezeption und Theke nicht klarer getrennt sind. Hotelier Willi Knapp kann das nicht nachvollziehen.  Foto: 

Vor drei Jahren hat Willi Knapp das Hotel-Restaurant Landhaus Post in Albstadts kleinstem Stadtteil Burgfelden übernommen. „Damals war alles renovierungsbedürftig“, sagt er. Der Hotelbetrieb wurde seinerzeit von der Dehoga mit zwei Sternen klassifiziert. Das entspricht der Einstufung „Standard“. Seitdem ist viel geschehen: „Wir haben alles rundum renoviert“, sagt Willi Knapp. Alle Hotelzimmer wurden generalüberholt, die Wände neu gestrichen, neue Fenster eingebaut, neue Böden verlegt und neue Lampen installiert. Die Sanitärbereiche erstrahlen in neuem Glanz. Jedes der elf Zimmer hat ein individuelles Monatsmotto erhalten – da steckt viel Liebe im Detail.

Laut Knapp hätten ihm die Prüfer damals einen dritten Stern in Aussicht gestellt, wenn die Renovierung abgeschlossen wäre. Das Hotelklassifizierungssystem sieht fünf Kategorien vor: Tourist (ein Stern), Standard (zwei Sterne), Komfort (drei Sterne), First Class (vier Sterne) und De Luxe (fünf Sterne). Mit den Sternen, die sich Köche in Restaurants erkochen können, hat das nichts zu tun. Bei den Dehoga-Sternen geht es ausschließlich um Hotelbewertungen.

Die Dehoga überprüft die Klassifizierung alle zwei Jahre. Am Mittwoch, erzählt Knapp, seien die Prüfer wieder im Haus gewesen. Zu seiner großen Enttäuschung werde ihm nun aber der dritte Stern verweigert. Aus seiner Sicht mit fadenscheinigen Begründungen. Die Kriterien für die höhere Einstufung seien nicht erfüllt, weil – das sei der Hauptkritikpunkt – Hotel-Rezeption und Restauranttheke nicht klar voneinander getrennt seien. Dadurch sei beim Ein- und Auschecken die Diskretion nicht gewährleistet. Des Weiteren bemängele die Dehoga, dass in der Gästeinformation, die in den Zimmern liege, nicht darauf hingewiesen werde, dass Nähutensilien geliehen werden können.

Auch dass ein „Wäschetausch alle drei Tage oder bei Bedarf“ erfolge, werde bemängelt. „Bei Bedarf heißt doch, dass wir das auf Wunsch auch öfter machen“, erklärt Knapp. Dass sein Engagement von der Dehoga nicht gewürdigt werde, verärgert Knapp so sehr, dass er die Mitgliedschaft gekündigt hat. „Wenn ich keinen dritten Stern bekomme, will ich gar keinen.“ Ein gewaltiger Schritt, der Auswirkungen hat: „Ohne Stern bekommt man weder das Wanderbares-Deutschland- noch das Bett- und Bike-Siegel“, sagt Knapp.

„Ich rate dazu, einen Kompromiss zu suchen“, sagt Markus Holweger, erster Vorstand der Dehoga-Kreisstelle. Die Dehoga sehe sich den Hotelkunden gegenüber in der Pflicht, die sich auf korrekte Bewertungen verlasse. Für die Sterne-Vergabe gibt es laut Holweger Kriterien, die erfüllt werden müssten. Um drei Sterne zu erlangen, müssten Hotels unter anderem eine separate Rezeption aufweisen, die Zimmer müssten mit Haartrocknern und auf Wunsch mit einem Telefon ausgestattet sein.

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