Rennen gegen die Zeit Nachverhandlungen verzögern Neubau in Balinger City

Kommt der Wohn- und Geschäftshausneubau in der Balinger Adlerstraße oder nicht? Das hängt noch von Nachverhandlungen mit einem Hausbesitzer des dortigen Quartiers ab. Die Stadt macht nun Dampf.

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Der Abriss des Eckhauses Wilhelmstraße/Adlerstraße und der anschließende Bau eines Wohn- und Geschäftsgebäudes verzögern sich. Nachverhandlungen mit einem Hausbesitzer im dortigen Quartier laufen.  Foto: 

"Wir wollen keine Winterbaustelle." Schon vor Monaten war dies die offizielle Version, weshalb der Bau eines Kreisverkehrs in der Balinger Wilhelmstraße und die Neugestaltung des benachbarten Kirchplatzes erst 2016 begonnen werden. Dies war, wie sich jetzt herausstellt, nur die halbe Wahrheit. Denn hinter den Kulissen wird noch kräftig nachverhandelt.

Es geht um die Neuordnung des Innenhofs im Quartier Adlerstraße/Wilhelmstraße/Dammstraße/Obere Kirchstraße. Und des damit verbundenen Abrisses des Gebäudes Adlerstraße 7. Just dort ist seit längerer Zeit der Neubau eines Wohn- und Geschäftsgebäudes geplant. Angedachter Investor war das Bauunternehmen Reisch aus Bad Saulgau - Erbauer und Eigentümer der Balinger Sparkassenarena. Vor einem Jahr aber haben sich die Oberschwaben als Investor zurückgezogen, stehen nun jedoch nach wie vor als potenzieller Generalunternehmer für den Adlerstraßen-Neubau bereit - so er denn kommt.

"Der neue Investor sitzt seit Wochen in den Startlöchern", sagt Balingens Baudezernent Michael Wagner. Was jene auf Nachfrage auch bestätigt. Genannt werden will er aber nicht. Nur so viel: Das Unternehmen aus der Region ist in den vergangenen Jahren bereits mehrfach in der Balinger Innenstadt tätig geworden.

Eine Aussage des Investors dürfte die am Bau interessierte Bürgerschaft und die Mitglieder der Balinger Stadtkirchengemeinde beruhigen. "Das Gebäude entspricht weiterhin den Plänen, wie sie von Reischs Architekten eingereicht wurden." Dessen allererster Entwurf war seinerzeit nach wochenlangen Diskussionen um die Höhe des Gebäudes noch zu aller Zufriedenheit modifiziert worden. Manch ein Balinger hatte Sorge gehabt, dass die herausragende Position der Stadtkirche nicht mehr gewährleistet sein könnte.

Die Bauverwaltung möchte, dass zumindest die Rohbauarbeiten am Wohn- und Geschäftsgebäude parallel zur Wilhelmstraßen-Kreisverkehr-Baustelle vonstatten gehen. "Ansonsten droht, dass Teile des dann nagelneuen Kirchplatzes nachträglich wieder auf bis zu drei Meter Tiefe abgegraben werden", so Wagner. Einen weiteren Aufschub der städtischen Bauprojekte wird Wagner nicht zulassen. "Wir haben deswegen ja extra in den vergangenen Monaten schon darauf verzichtet, den Bau des Kreisverkehrs und die Kirchplatzarbeiten mit Vollgas voranzutreiben. "Im März 2016 aber geht es endgültig los, damit wir zum 1. Advent 2016 fertig sind."

Was aber bremst den neuen Adlerstraßen-Investor bislang noch aus? Es ist altes württembergisches Recht, wonach bei Veränderungen von Quartiersinnenhöfen sämtliche Hausbesitzer des Quartiers den Veränderungen zustimmen müssen. Zunächst schienen im konkreten Fall alle mit den Plänen einverstanden zu sein, inzwischen aber hat es sich eine Partie anders überlegt und ist dabei, mit der Stadt Balingen nachzuverhandeln. Viel Zeit bliebt nicht mehr. "Bis Weihnachten muss die strittige Neuordnung des Hofraums geklärt sein, sonst muss der Neubau in der Adlerstraße abgeblasen werden." Deutliche Worte von Baudezernent Wagner.

Info Am Dienstag fasst der Balinger Gemeinderat den Baubeschluss für den neuen Kreisverkehr in der Wilhelmstraße. Je nach Materialwahl könnten sich dessen Baukosten um rund 90000 Euro erhöhen. Die Neuigkeiten zu den Verhandlungen in Sachen Quartiersinnenhof dürften aller Voraussicht nach aus Datenschutzgründen im nicht öffentlichen Teil stattfinden. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Großen Saal der Stadthalle.

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