Letzte Flüchtlinge verlassen die Lea

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Die letzten Bewohner haben am Mittwoch die Landeserstaufnahmestelle in Meßstetten verlassen und sich begleitet von vielen guten Wünschen der Mitarbeiter auf den Weg in Einrichtungen nach Heilbronn und Ulm gemacht.  Foto: 

Noch sieben Bewohner – drei aus dem Irak und vier aus Gambia – lebten zuletzt in der Lea. Sie wurden vom Personal zum Bahnhof nach Albstadt gebracht. Von dort aus ging die Reise mit dem Zug in Einrichtungen nach Heilbronn und Ulm weiter.

Andreas Binder, der seit Anfang des Jahres die Lea leitet, war bei der Verabschiedung mit dabei. Er half bei den Papierformalitäten und begleitete die sieben Männer zu ihrem Kleinbus, der vor dem Infopoint bereits auf sie wartete. Ein Schauer der Wehmut liege über der Einrichtung, meinte er auf die Frage, wie er den letzten Tag empfinde. Dabei dachte Binder auch an das „tolle Team“ aus Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern, das in der Vergangenheit viel improvisiert und viele Probleme gelöst habe. Andreas Binder übernimmt 2018 die Leitung der neuen Erstaufnahmestelle in Tübingen. Einige Kollegen aus der bald leergeräumten Lea begleiten ihn dabei. Der Dienst für die Mitarbeiter von European Homecare und der Cateringfirma Medirest endet Ende des Monats.

Mitte August hatte das Regierungspräsidium bekanntgegeben, dass die Landeserstaufnahmestelle Ende des Jahres planmäßig schließt. Zu dem Zeitpunkt lebten noch rund 350 Flüchtlinge auf dem Geißbühl. Sie wurden in den Wochen darauf nach und nach in andere Einrichtungen verlegt. Bis Ende September sollte die Lea geräumt sein. Dieses Ziel ist erreicht, jetzt geht es an das große Aufräumen.

„Zum 31. Dezember müssen wir die ehemalige Kaserne besenrein an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übergeben“, berichtet Andreas Binder. Bis dahin bewache ein Sicherheitsdienst das Gelände. Vieles von dem Inventar geht an die Einrichtungen nach Sigmaringen und Tübingen.

Die Lea wurde im Oktober 2014 eröffnet. Seitdem waren dort rund 28 000 Menschen untergebracht. Ursprünglich war die Einrichtung für maximal 1000 Menschen ausgerichtet. Nach dem starken Flüchtlingsstrom im Spätsommer 2015 lebten dort aber zeitweise rund 3000 Flüchtlinge. Die meisten Bewohner kamen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan, aber auch aus afrikanischen Ländern sowie aus Serbien und dem
Kosovo.

Dass der Betrieb in der Lea stets reibungslos klappte, ist vor allem den vielen ehrenamtlichen Helfern zu verdanken. Für sie wird heute, Freitag, im Albcasino ein großes Fest ausgerichtet. Daran wollte auch Innenminister Thomas Strobl teilnehmen. Wie am Mittwoch aber bekannt wurde, hat er seine Teilnahme wegen einer Sitzung des Koalitionsausschusses in Stuttgart abgesagt. Regierungspräsident Klaus Tappeser wird aber auf jeden Fall zu den Gästen sprechen. Auch Landrat Günther-Martin Pauli hat seinen Besuch in Meßstetten angekündigt.

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