Erneut Streit ums Lochenbad

Der Lochenbad-Au-Stadion-Streit ist wieder entbrannt. In der Gemeinderatssitzung warfen sich Balinger Stadträte gegenseitig mangelndes Demokratieverständnis vor. Ein Baubeschluss erfolgte dennoch.

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Ein Oberbürgermeister, der Besucherzahlen gegeneinander aufrechnet, ein Weilstetter Ortsvorsteher der die Welt nicht mehr versteht, eine Frauenliste-Stadträtin, deren Herz für die TSG-Fußballer schlägt: Das alles erlebte man jüngst im Baliger Gemeinderat während einer Diskussion, die eigentlich bereits vor Monaten beendet schien.

Werner Jessen, Stadtrat der Freien Wähler ging so weit, sowohl hinter die Sanierung des Lochenbads wie auch hinter den Neubau der Au-Stadion-Tribüne wieder "ein kleines Fragezeichen zu setzen".

Grund sind die explodierenden Baukosten, die nun zur Wiederholung der Tribünen-Ausschreibung geführt haben. Gleiches könnte Anfang des neuen Jahres auch in Sachen Lochenbad geschehen. Schon jetzt haben sich die Baukosten auf drei Millionen Euro netto erhöht. Ob es dabei bleibt, weiß keiner. Weshalb Grünen-Stadtrat Erwin Feucht beantragte, "mit dem Baubeschluss fürs Weilstetter Projekt zu warten, bis die Tribünenarbeiten vergeben sind".

Dadurch würde auch der vor wenigen Monaten getroffene Konsensbeschluss des Gremiums, wonach zuerst das Stadion, dann zeitversetzt das Hallenbad in Angriff genommen werden sollte, beibehalten. Ein weiterer Antrag sollte die Lochenbad-Baukosten bei drei Millionen Euro deckeln.

Weilstettens Ortsvorsteher Kurt Haigis wollte diese Argumention so nicht stehen lassen und meinte sichtlich verärgert: "Das können sie den Lochenbad-Nutzern nun wirklich nicht mehr vermitteln." Einige Stadträte müssten wohl erst wieder lernen, "sich an demokratisch getroffene Entscheidungen zu halten".

Der Konter kam von Sabine Kleiber (Frauenliste), die ankündigte, den Antrag der Grünen mitzutragen, "denn alles andere ist dem fußballbegeisterten Teil der Balinger nicht mehr zu erklären."

Nun schaltete sich auch Oberbürgermeister Helmut Reitemann in die Diskussion ein und verwies darauf, dass im Lochenbad jährlich 50 000 bis 60 000 Besucher seien, im Au-Stadion etwas weniger als die Hälfte davon.

Am Ende wurde der Baubeschluss-Aufschub-Antrag der Grünen deutlich, der Kostendeckel-Antrag knapp abgelehnt. Gegen die Stimmen der Grünen und der Frauenliste brachte das Gremium den Baubeschluss auf den Weg. Allerdings versehen mit dem Hinweis von Oberbürgermeister Reitemanns, dass für das Lochenbad dasselbe gelte wie für die Stadiontribüne: "Der formale Baubeschluss ist noch kein Ausschreibungsbeschluss."

Es hängt also noch alles von den realen Baukosten ab. Die Fortsetzung der Diskussion folgt im neuen Jahr.

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