Lehrergewerkschaft informiert über „JA13“

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An Grundschulen unterrichten in der großen Mehrzahl Frauen. Sie fordern bessere Besoldung.  Foto: 

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Zollernalbkreis informierte Lehramtsanwärterinnen und -anwärter am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in Margrethausen über die Aktionswochen „JA13“, die im Rahmen der bundesweiten GEW-Aktion „Bildung. Weiter denken“ stattfanden. Zahlreiche junge Lehrkräfte nahmen mit großem Interesse an der Veranstaltung teil. Neben der „Ungerechtigkeit in der Besoldung“ der Grundschullehrkräfte wurden die schlechten Arbeitsbedingungen auch an den Grundschulen im Zollernalbkreis thematisiert.

„Die niedrigere Besoldung von Grundschullehrkräften gegenüber Lehrkräften anderer Schularten ist sachlich nicht zu begründen. Sie bedeutet überdies eine Benachteiligung von Frauen, denn in den Grundschulen sind fast nur noch Lehrerinnen tätig“, erläutert die GEW-Kreisvorsitzende Martina Jenter-Zimmermann. Sie kritisiert, dass  mit der absolut ungerechtfertigten geringeren Studiendauer für das Grundschullehramt die schlechtere Bezahlung legitimiert werde. Die GEW fordere daher eine Erhöhung der Regelstudienzeit auf zehn Semester. Zwei zusätzliche Semester ermöglichten das Studium eines weiteren Faches. Dies hätte zur Folge, dass weniger fachfremder Unterricht erteilt werden müsste.

„Die Bedeutung, die der Bildung in Sonntagsreden beigemessen wird, steht in krassem Widerspruch zu den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten an Schulen und zur schlechten Ausstattung hauptsächlich der Grundschulen, die nach wie vor die finanziell am schlechtesten ausgestattete Schulart ist“, so Jenter-Zimmermann. Dies sei ungerecht, vor allem im Hinblick darauf, dass inklusive Bildungsangebote hauptsächlich an Grundschulen stattfänden und zudem das Ganztagsangebot an keiner Schulart so fortgeschritten sei.

Die Grundschule sei die einzige Schulart, die keine Poolstunden zur Differenzierung und Förderung zur Verfügung habe. In keiner anderen Schulart würde die Landesregierung Pflichtunterricht wie den Englischunterricht in Klasse 1 und 2 streichen, um damit Fördermaßnahmen für ­einen kleinen Teil der Schülerinnen und Schüler anbieten zu können.
 „Die schlechte Lehrerversorgung“, betont Jenter-Zimmermann , „von der auch die Grundschulen im Zollernalbkreis – neben den Sonderschulen (SBBZ) – in besonders hohem Maße betroffen sind, trägt massiv zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen bei.“ Da vielerorts kaum der Pflichtunterricht abgedeckt werden könne, führten Ausfälle durch Krankheit und Schwangerschaft zu unzumutbarer Belastung der Kollegien und zu Unterrichtsausfall.

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