Bis heute wird eine andere Liturgie gefeiert

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Dekan Beatus Widmann hält den Katalog zur Ausstellung „Evangelisch in Hohenzollern“ in den Händen, die an diesem Freitag eröffnet wird.    Foto: 

Der Landesherr bestimmt die Konfession. So war das lange Zeit. Und so kam es auch, dass es bis zur Übernahme Hohenzollerns durch die Preußen im Jahr 1850 nur sehr wenige Protestanten in dessen Regierungsbezirken gegeben hat.

Das änderte sich mit dem preußischen König. Was in den folgenden Jahren passierte, zeigt die Ausstellung „Evangelisch in Hohenzollern“ des evangelischen Kirchenbezirks Balingen und des Staatsarchivs Sigmaringen, die im Rahmen der Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum stattfindet. Die Schau wird am Freitag, 13. Oktober, in der Rathausgalerie eröffnet und kann bis zum 25. November täglich außer sonntags besichtigt werden. Zudem wird es mehrere begleitende Vorträge geben.

„Die Vorbereitungszeit betrug drei Jahre“, erzählt Dekan Beatus Widmann. Gemeinsam mit Kreisarchivar Dr. Andreas Zekorn, Dr. Volker Trugenberger vom Landesarchiv, Pfarrer Martin Schöberl und Professor Dr. Jürgen Kampmann von der Universität Tübingen sowie unter Mitarbeit weiterer Experten ist die Ausstellung entstanden. Dass fünf ­evangelische Kirchengemeinden Hohenzollerns bis ins Jahr 1950 nicht der württembergischen Landeskirche angehörten, ­sondern innerhalb der Kirche der Altpreußischen Union selbst­ständig waren, ist eine Besonderheit.

Auch heute noch lassen sich Spuren dieser Besonderheit entdecken. So durften die Gemeinden ihre eigene Liturgie beibehalten und wenden diese bis heute an. „Sie ist näher am katholischen Gottesdienst“, beschreibt Dekan Beatus Widmann.

Die württembergische Liturgie sei sehr viel schlichter. In Sigmaringen, Hechingen oder Haigerloch könne man das heute noch erleben.

Start Die Ausstellung „Evangelisch in Hohenzollern“ wird am Freitag, 13. Oktober, um 19.30 Uhr in der Rathausgalerie eröffnet. Oberbürgermeister Helmut Reitemann wird die Gäste begrüßen und Dekan Beatus Widmann den Eröffnungsvortag halten. Anschließend gibt Dr. Volker Trugenberger eine Einführung. Die musikalische Umrahmung übernehmen Mitglieder der evangelischen Kantorei.

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