Bahnhof Balingen: der Querbau und die Grundstücksgrenze

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So ähnlich könnten in Zukunft der Stadteingang Balingen-Nord und der neue Bahnhofsvorplatz aussehen. Das neue Gebäude südlich des Bahnhofs soll jedoch noch ein Stück zurückgesetzt werden, sodass der Vorplatz mehr Raum erhält.  Foto: 

Ein schöner Platz soll die Besucher der Gartenschau, die mit Bus und Bahn anreisen, im Jahr 2023 in Balingen begrüßen. Die Planungen dazu laufen. Am Dienstag soll der Gemeinderat entscheiden, ob der erste Preisträger des Wettbewerbs, das Büro Holzwarth, mit den Änderungsplanungen beginnen darf.

Denn im Vergleich zum Siegerentwurf sind einige Anpassungen nötig. Die markanteste ist die Versetzung des sogenannten Querbaus am Bahnhofsvorplatz. Dieser stand in den bisherigen Entwürfen zu einem Viertel auf dem Grundstück von Bahnhofseigentümer Peter Seifert. Ohne dass dieser gefragt wurde. Der Eigentümer der früheren Bahnhofsgaststätte, Joachim Feyrer, möchte hier ein neues Gebäude errichten. Die Stadt will dazu die Grundstücke tauschen.

Baudezernent Michael Wagner gibt auf Nachfrage an, dass diese Platzierung nicht mit Absicht des Planungsbüros geschehen sei. Nun soll der Bau um 2,5 Meter nach Süden gerückt werden. „Damit wird der Bahnhofsvorplatz größer als in den ursprünglichen Planungen und die Proportionen stimmen besser“, so Wagner. Laut Seifert wird das Gebäude dann direkt auf der Grenze stehen. Sollte er nicht der Baulast zustimmen, dürfe das Gebäude zu seinem Grundstück hin aus Brandschutzgründen keine Fenster und Türen haben. „Gespräche darüber hat es noch keine gegeben“, sagt Seifert.

Auch bei anderen Bereichen des neuen Konzepts vermisst Peter Seifert den Dialog. So fragt er sich unter anderem, wo die Stellplätze für seine Hotelgäste hin sollen. Und was den Bahnhofsvorplatz angeht: Auch hier hat das Büro Holzwarth genaue Pläne, die nun der Gemeinderat auf den Weg bringen soll. Doch der Platz gehört Peter Seifert. „Die Stadt kann den Bereich nur überbauen, wenn er ihr gehört oder es einen Widmungsvertrag gibt“, erklärt der Bahnhofseigentümer.

Weder das eine noch das andere ist bis jetzt der Fall. Im Jahr 2013 wurde Seifert zwar ein entsprechender Vertrag vorgelegt, den unterschrieb er jedoch aufgrund der darin enthaltenen Klauseln nicht. Einen neuen Versuch gibt es noch nicht. „Man wird mit Peter Seifert Gespräche führen müssen“, sagt Michael Wagner. Wenn alle Stricke reißen, könne man das Konzept jedoch auch ohne den Bahnhofsvorplatz umsetzen. „Das wollen wir aber auf keinen Fall“, so Wagner.

Ein weiterer offener Punkt ist die Finanzierung der Neugestaltung des Stadteingangs Balingen-Nord. Bisher sei diese noch nicht sicher, sagt der Baudezernent.

Neben der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes ist unter anderem geplant, in den nächsten fünf Jahren auf dem Gelände gegenüber des Gotteshauses  der Baptisten eine Parkgarage und ein Gebäude für Dienstleistungen zu errichten. Auch der Bereich des heutigen Park-and-Ride-Parkplatzes soll umstrukturiert und neu bebaut werden.

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