Empfingen·Traditionen
: Straßenfasnet weiter beleben

Das frisch gebackene Ehrenmitglied Werner Baiker stiftet einen Preis für die nächste Straßenfasnet bei der Empfinger Kulturgemeinschaft.
Von
Emil Henger
Empfingen

Ein Ehrungsmarathon prägte die Hauptversammlung der Kulturgemeinschaft im Zunftheim. Das Bild zeigt den Vorsitzenden Thomas Joachim (links), der mit Werner Eggenweiler (Vierter von rechts) die Vereinsehrungen durchführte.

Emil Henger

Bei der Rückschau der Kulturgemeinschaft am Freitag im Zunftheim sprach Vorsitzender Thomas Joachim von einem arbeitsintensiven Jahr. An Höhepunkten nannte der Vorsitzende das Gautrachtentreffen, den Besuch in Polen beim Freudenstädter Partnerlandkreis und die Feier zum 50-jährigen Bestehen des Freundschaftsrings Neckar-Gäu. Protokollführer Steffen Schenker erwähnte die Teilnahme der Hästräger an zahlreichen Umzügen während der Fasnet und die Kirbe Anfang Oktober mit dem Gautrachtentreffen samt Rahmenprogramm mit Peter Schad und seinen Musikanten sowie der „Schwoba Komede“.

Vorsitzender Joachim bedauerte, dass die Teilnahme von Cliquen oder anderen Fußgruppen beim Umzug am Fasnetssonntag rückläufig ist. Gerade die Straßenfasnet sei ein Alleinstellungsmerkmal der Empfinger Fasnet. „Wenn ihr jemand kennt, der sich nicht traut, dann müsst ihr ihn anschucka“, so formulierte der Vorsitzende sein Anliegen die Straßenfasnet anzukurbeln.

Der zum Ehrenmitglied ernannte Werner Baiker stiftete einen Preis in Höhe von 111,11 Euro. Der soll nächstes Jahr unter den teilnehmenden Gruppen verlost werden. Schatzmeister Werner Eggenweiler war über das Spendenaufkommen höchst erfreut. Trotz Investitionen im Zunftheim berichtete er von einem leichten Anstieg der Finanzen.

Voller Umbrüche, knifflig, arbeitsreich, interessant und trotzdem erfolgreich - das waren jene Attribute, die das Vereinsjahr der Trachtenkapelle seit Sommer 2018 prägten. Deren Vertreter Sven Warnke berichtete von dem schwierigen Unterfangen, einen Nachfolger für den scheidenden Dirigenten Joachim Schenker zu finden. Unzählige Telefonate und Anzeigen in Fachzeitungen brachten nicht den gewünschten Erfolg, bis sich die Trachtenkapelle und Udo Lohmiller fanden. Seinen ersten offiziellen Auftritt mit der 30-köpfigen Trachtenkapelle hatte der Wiesenstetter Ende Februar beim Bunten Abend. Als Interimsdirigent stellte sich Karl-Josef Graf zur Verfügung. Warnke und der Vorsitzende Joachim dankten ihm für seinen Einsatz. „Pünktlichkeit und Vollständigkeit der Musiker sind verbesserungswürdig“, mahnte Warnke. Als Höhepunkt nannte er den Besuch in Polen nahe der ukrainischen Grenze. Die Besichtigung einer NS-Gedächtnisstätte sei „sehr beeindruckend“ gewesen.

Udo Lohmiller hob hervor, zwischen Kapelle und Dirigent herrsche ein sehr gutes Miteinander. Musikalisch liege man auf einer Wellenlänge. Die Trachtentanzgruppe ist nicht eigenständig, sondern Teil der Kapelle.

Leiter Klaus Warnke beschreibt die Auftritte der Trachtenpaare als Tanzeinlage, die das Repertoire der Trachtenkapelle ergänze. Diese Konstellation sei sehr selten, erklärte Warnke. Die Gruppe möchte weitere Tänze einstudieren, vor allem die alten Tänze von Adalbert Deuringer. Der Schwerpunkt liege auf original schwäbischen Tänzen der Region, die man sonst nicht zu sehen bekomme.

Neben vielen Auftritten wurde der Nachwuchs mit zahlreichen geselligen Aktivitäten bei Laune gehalten, so der Bericht von Anika Warnke, vorgetragen von ihrer Schwester Maren. Verabschiedet wurden der Ex-Dirigent Joachim Schenker und die Leiterinnen der Kindertrachtentanzgruppe Bettina Walter und Susanne Walter, die 15 Jahre lang den Trachtennachwuchs betreut hatten. Die Nachfolgerin ist Susi Warnke.

Nach den Ausführungen der Hästräger hob Bürgermeister-Stellvertreter Xaver Kleindienst hervor, das Gautrachtenfest sei eine sehr gelungene Veranstaltung gewesen. Seit Jahrzehnten werde das Brauchtum durch die Kulturgemeinschaft gepflegt. „Für die Gemeinde ist dies eine große Bereicherung.“

Wahlen:

Schriftführerinnen: Katharina Brumm und Jana Walter

Protokollführerin:

Maren Warnke

Beisitzer: Kai Uwe Raff

2. Hexenmeister: Nico Hauser (bestätigt).