Scharmützel an der Donau

Lautlingen.  Geschichte ist sein Hobby: Jens Florian Ebert hat für die "Tuttlinger Heimatblätter" einen Aufsatz über die Schlacht von Tuttlingen verfasst. Dafür dreht er die Zeit um vier Jahrhunderte zurück.

In seinem "Brotberuf" ist Jens Florian Ebert, der in Lautlingen wohnt, Einkäufer in einer Albstädter Maschinenbau-Firma. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit geschichtlichen Themen und ist nebenbei für ein Magazin tätig. In seinem reich illustrierten Aufsatz für die "Tuttlinger Heimatblätter" befasst er sich auf 30 Seiten mit den Ereignissen des Jahres 1643.

"Der Aufsatz spiegelt die grausame Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wider und behandelt detailliert die Vorgeschichte, das Ereignis und den Nachspann der Schlacht von Tuttlingen im November 1643," erzählt der Hobbyhistoriker. Ein halbes Jahr Vorbereitungszeit sei notwendig gewesen, sagt er. In dieser Zeit habe er Material gesichtet, darunter alte Aufsätze aus Deutschland und Frankreich, und sich die Schauplätze vor Ort angeschaut.

Als "Schlacht von Tuttlingen" bezeichnet man den Überfall verbündeter kaiserlicher und bayrischer Truppen auf das französisch-weimarische Heer, das in der Umgebung von Tuttlingen im Winterquartier lag. Starker Schneefall ermöglichte ein fast lautloses Vorgehen der Angreifer, nur die französische Reiterei konnte fliehen, der Rest des Heeres ergab sich.

Eberts Artikel beinhaltet die Belagerung Rottweils, das Reitergefecht in Geislingen, die Truppenmanöver im Bereich der Zollernalb und dem großen Heuberg sowie die Schlacht um Tuttlingen selbst. Dabei zeichnet Ebert ein "lebhaftes Bild" der Schlacht am 24. November 1643. So erfährt man beispielsweise, dass Generalleutnant Josias Rantzau - der französische Oberbefehlshaber - angeblich 60 Verwundungen überlebte, ein Auge, einen Arm, ein Bein und ein Ohr verlor und immer noch auf dem Pferd saß. Oder was mit der Leiche des französischen Marschalls Guébriant passierte: "Der Marschall Guébriant hot in Rowil d"Chuttle g"la", heißt es im Volksmund. "In der Tat," erzählt Ebert, "ist heute vermutlich an der Stelle wo Guébriant von einer Kanonenkugel der Rottweiler tödlich verwundet wurde, ein kleiner Gedenkobelisk zu sehen. Auch diesen habe ich nach mühsamer Sucherei in Rottweil letztlich doch gefunden. Bei meinen weiteren Erkundungen der Rottweiler Altstadt entdeckte ich sowohl an der Hochbrücke als auch im Bereich der Dominikanerkirche etliche große Kanonenkugeln, die noch aus der Zeit der Belagerungen im November 1643 stammten."


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Autor: DAGMAR STUHRMANN | 02.02.2012

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